- 12.03.2013, 10:20:43
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Greenpeace und GLOBAL 2000: Berlakovich darf Bienenschutz nicht verhindern
EU-Abstimmung über ein teilweises Verbot von drei Neonikotinoiden
Utl.: EU-Abstimmung über ein teilweises Verbot von drei
Neonikotinoiden =
Wien (OTS) - Am Donnerstag bzw. Freitag ist eine Abstimmung der
EU-Mitgliedsstaaten über ein teilweises Verbot von drei
bienengefährlichen Pestiziden geplant. Der Vorschlag der
EU-Kommission betrifft drei Neonikotinoide für die Vorbehandlung des
Saatguts von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle. Die
EU-Kommission beruft sich dabei auf die Einschätzung der Europäischen
Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Auswirkungen
dieser Gifte auf Bienen untersuchte und zu dem Schluss kam, dass
diese Neonikotinoide für Bienen giftig sind. Greenpeace und GLOBAL
2000 fordern, dass sich Österreich klar hinter den ursprünglichen
EU-Kommissionsvorschlag stellt und keinesfalls eine Abschwächung
unterstützt.
In den vergangenen Wochen wurde von verschiedensten
EU-Mitgliedsstaaten versucht, den Kommissionsvorschlag zu verwässern
- und das, obwohl der aktuelle Vorschlag ohnehin für nur zwei Jahre
gelten soll und nicht alle Anwendungen der bienentödlichen Pestizide
umfasst. Vor der letzten Sitzung des zuständigen Ausschusses wurde
die Abstimmung kurzfristig vertagt.
"Offensichtlich ist der Druck, den die beiden Agrochemie-Konzerne
Bayer und Syngenta auf europäische Regierungen ausüben, gewaltig.
Diese Unternehmen versuchen verzweifelt ihre Gewinne zu retten und
jede Einschränkung der Anwendung ihrer Produkte zu verhindern. Und
das, obwohl die wissenschaftlichen Beweise eindeutig sind: Diese
Pestizide sind giftig für Bienen", so Dagmar Urban,
Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. "Es wird deutlich, dass
intensive industrielle Landwirtschaft, die auf dem großflächigen
Einsatz von Chemikalien beruht, nur den Agro-Konzernen nutzt. Jetzt
muss endlich ein Paradigmenwechsel hin zu nachhaltiger Landwirtschaft
stattfinden."
Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000 ergänzt: "Minister
Berlakovich wird nicht müde, Österreich als vorbildliches
Umweltmusterland anzupreisen. Dabei konnten die in Österreich 2009
eingeführten 'Abmilderungsmaßnahmen' das Bienensterben nicht im
Geringsten aufhalten. Pestizidwirkstoffe dürfen laut EU-Verordnung
keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Nutztieren
haben. Ein Verbot der drei Neonikotinoide ist daher die einzig
mögliche Reaktion. Berlakovich muss sich aus der Umklammerung der
Landwirtschaftskammern lösen und für ein derartiges Verbot
eintreten."
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