- 11.03.2013, 11:42:12
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ÖGJ: Lehrlinge besser ausbilden, Betriebe stärker kontrollieren
Hohe Durchfallsquoten bei Lehrabschlussprüfung zeigen, wie notwendig Qualitätssicherung wäre
Utl.: Hohe Durchfallsquoten bei Lehrabschlussprüfung zeigen, wie
notwendig Qualitätssicherung wäre =
Wien (OTS/ÖGB) - "Einer von fünf Jugendlichen tritt erfolglos zur
Lehrabschlussprüfung an. Die Durchfallsquote ist dermaßen hoch, dass
wir nicht länger warten dürfen: Qualitätssicherung sofort", fordert
Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Regelmäßige Kontrollen der
Ausbilderbetriebe, bessere Ausbildung der AusbilderInnen und auf die
Lehrabschlussprüfungen anrechenbare Teilprüfungen im Laufe der
Lehrzeit seien notwendig. "Offensichtlich schaffen es die
Verantwortlichen in den Unternehmen ohne diese Maßnahmen nicht,
rechtzeitig zu erkennen, wo die Defizite ihrer Lehrlinge liegen -
oder es ist ihnen schlicht und einfach egal, ob sie zur
Lehrabschlussprüfung antreten und mit welchen Erfolgschancen", so
Michlmayr.++++
"Das Problem: Die duale Berufsausbildung ist der einzige Bereich im
gesamten Bildungssystem, wo es nicht die geringste Spur von
Qualitätssicherung gibt. Jeder Betrieb bildet aus, wie er möchte -
die einen vorbildlich, die anderen nur in Kaffeekochen und
Wurstsemmeln holen", sagt Michlmayr und fordert unter anderem die
Schaffung eines Qualitätszentrums zur Kontrolle der Lehrausbildung
sowie Teilprüfungen und eine elektronische Ausbildungsdokumentation
nach standardisierten Vorgaben.
"Bildungsfundamente" rasch umsetzen
Auf einige richtige Schritte haben sich die Sozialpartner im
"Bildungsfundamente"-Papier geeinigt, zum Beispiel dass Unternehmen,
die länger als zehn Jahre keine Lehrlinge ausgebildet haben,
neuerlich überprüft werden, sowie dass Lehrlinge über die
Ausbildungsqualität befragt werden müssen. "Die Politik muss diese
Forderungen jetzt zügig umsetzen", so Michlmayr.
Prüfung an Maschinen, die der Lehrling noch nie zuvor gesehen
hat
Ein großes Problem sei, dass Lehrlinge in manchen Betrieben
Hilfsarbeitertätigkeiten ausüben müssten, anstatt fachliche Kompetenz
aufzubauen. Beispielsweise Elektriker-Lehrlinge, die die meiste Zeit
Kabelschächte stemmen und Kabel ziehen, KFZ-Mechaniker, die Reifen
und Öl wechseln. "Die kommen dann zur Lehrabschlussprüfung - und
stehen zum Beispiel vor einer Fräsmaschine, die sie während der
gesamten Ausbildung nie zu Gesicht bekommen haben", erzählt Michlmayr
aus der Praxis.
Lehrstellenförderung an Qualität koppeln
Mit dem ÖGJ-Konzept für eine Fachkräftemilliarde will Michlmayr nicht
nur die Finanzierung der dualen Berufsausbildung neu organisieren und
die 80 Prozent Ausbildungsverweigerer unter den Unternehmen
zurückholen, sondern auch die Qualitätssicherung auf neue Beine
stellen. Die Lehrstellenförderung muss an qualitativ hochwertige
Ausbildung gekoppelt werden. Mögliche Kriterien für
Qualitätsförderung:
+ Teilprüfung
+ Elektronische Ausbildungsdokumentation nach standardisierten
Vorgaben
+ Unabhängiges Qualitätsaudit ("Peer Review")
+ Fragebogen an die Lehrlinge eines Betriebes über die
Ausbildungssituation mit Diskussion der Ergebnisse mit den
Firmenverantwortlichen. Die Erstellung und Auswertung erfolgt durch
den ÖGB und die Arbeiterkammer
+ Weiterbildung der AusbilderInnen
+ 100 Prozent Antrittsquote zur Lehrabschlussprüfung
+ Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung
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