Neues Volksblatt: "Politikverdrossen" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 11. März 2013

Linz (OTS) - Es ist paradox: Genau jene Parteien, die am meisten von der Politikverdrossenheit profitieren und sich als Protestpartei profilieren wollen, sind es, die derzeit alles dazu tun, die Politik in Verruf zu bringen. Da sind einerseits die Freiheitlichen. Die Lage in Kärnten wird immer undurchsichtiger - Kommt eine Abspaltung der Dörfler-Partie? Heißt die Partei bald FPÖ oder bleibt es bei FPK? Wer wird die Blauen im Landtag vertreten? - Und in Niederösterreich scheint hingegen das negative FPÖ-Ergebnis überhaupt keine Auswirkungen zu haben.
Und anderseits gibt es da die Stronach-Partie: Die hat zwar die Wahlen erfolgreich geschlagen, aber trotzdem gravierende Personalprobleme. Auch dort ist noch immer nicht klar, wer alles in den Landtag einzieht. Durch den Einzug in die Landesregierung schrumpft auf jeden Fall die Nationalratsriege unter die Klubstärke. Offensichtlich wollen aber eh genug Mandatare ihren Job retten und wechseln, da die Partei, auf deren Liste sie in den Nationalrat einzogen, im Umfragetief liegt und ein erneuter Einzug daher unwahrscheinlich ist. Eine echte Qualifikation ist ein solches Verhalten allerdings nicht.
Das Resümee: Beide Parteien haben ein Sesselkleber-Problem. Und den Wählerwillen zu respektieren ist für diese beiden Parteien auch nicht so einfach: Denn eigentlich wäre mit der Wahl klar geregelt, welche Personen in die Landesregierung und wer in den Landtag einziehen wird. Das schafft Politikverdrossenheit!

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