- 10.03.2013, 18:49:35
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Neues Volksblatt: "Politikverdrossen" (von Herbert Schicho)
Ausgabe vom 11. März 2013
Utl.: Ausgabe vom 11. März 2013 =
Linz (OTS) - Es ist paradox: Genau jene Parteien, die am meisten von
der Politikverdrossenheit profitieren und sich als Protestpartei
profilieren wollen, sind es, die derzeit alles dazu tun, die Politik
in Verruf zu bringen. Da sind einerseits die Freiheitlichen. Die Lage
in Kärnten wird immer undurchsichtiger - Kommt eine Abspaltung der
Dörfler-Partie? Heißt die Partei bald FPÖ oder bleibt es bei FPK? Wer
wird die Blauen im Landtag vertreten? - Und in Niederösterreich
scheint hingegen das negative FPÖ-Ergebnis überhaupt keine
Auswirkungen zu haben.
Und anderseits gibt es da die Stronach-Partie: Die hat zwar die
Wahlen erfolgreich geschlagen, aber trotzdem gravierende
Personalprobleme. Auch dort ist noch immer nicht klar, wer alles in
den Landtag einzieht. Durch den Einzug in die Landesregierung
schrumpft auf jeden Fall die Nationalratsriege unter die Klubstärke.
Offensichtlich wollen aber eh genug Mandatare ihren Job retten und
wechseln, da die Partei, auf deren Liste sie in den Nationalrat
einzogen, im Umfragetief liegt und ein erneuter Einzug daher
unwahrscheinlich ist. Eine echte Qualifikation ist ein solches
Verhalten allerdings nicht.
Das Resümee: Beide Parteien haben ein Sesselkleber-Problem. Und den
Wählerwillen zu respektieren ist für diese beiden Parteien auch nicht
so einfach: Denn eigentlich wäre mit der Wahl klar geregelt, welche
Personen in die Landesregierung und wer in den Landtag einziehen
wird. Das schafft Politikverdrossenheit!
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