• 08.03.2013, 09:37:14
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Greenpeace an BK Faymann: "Atomkraft ist kein Klimaschutz"

Atomenergie darf nicht als EU-Klimaschutzmaßnahme deklariert werden

Utl.: Atomenergie darf nicht als EU-Klimaschutzmaßnahme deklariert
werden =

Wien (OTS) - AktivistInnen von Greenpeace haben heute, Freitag, vor
dem Bundeskanzleramt protestiert, um an die Katastrophe von Fukushima
zu erinnern. Greenpeace appelliert im Rahmen der Gedenkaktion an
Bundeskanzler Werner Faymann, auf der Vorreiterrolle Österreichs im
Kampf gegen Atomkraft zu beharren und Verantwortung für die
nachhaltige Ausgestaltung der europäischen Energiezukunft zu
übernehmen. Zwei Jahre nach der Atomkatastrophe in Japan leiden noch
hunderttausende Menschen unter den Folgen des Reaktorunglücks.
Trotzdem versuchen einflussreiche Länder wie Frankreich und
Großbritannien auf EU-Ebene, Atomkraft als "klimafreundlich" und
damit als Zukunftstechnologie zu deklarieren. "Ab kommender Woche
diskutieren europäische Beamte darüber, welchen Pfad der
Energiegewinnung die EU zukünftig einschlägt. Kanzler Faymann darf
sich nicht dem Druck einiger Großer beugen, sondern muss vehement für
die Atomfreiheit Europas einstehen", so Greenpeace-Atomsprecherin
Julia Kerschbaumsteiner.

Ein aktueller Greenpeace-Report über die Folgen der Atomkatastrophe
in Japan zeigt auf, dass bis heute keiner der betroffenen Menschen
vollständig für den Verlust von Haus und Besitz entschädigt wurde.
Infolge der Reaktorkatastrophe sind 160.000 Menschen evakuiert worden
und auch die als bewohnbar geltenden Gegenden sind nicht ausreichend
dekontaminiert. So etwa weisen selbst Kinderspielplätze Hotspots mit
einer Verstrahlung von 13 Mikrosievert pro Stunde auf. Die
Strahlenwerte, denen Kinder tagtäglich ausgesetzt sind, sind damit
200-mal so hoch wie vor der Atomkatastrophe. "Menschen in Fukushima
wurden doppelt zu Opfern gemacht: Durch den Reaktorunfall wurden sie
vor zwei Jahren gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen. Doch ein
neues Leben aufzubauen ist für sie unmöglich, weil sie in keiner
Weise ausreichend für ihre Verluste entschädigt wurden", so
Kerschbaumsteiner weiter.

Angesichts der katastrophalen Auswirkungen des Atomunglücks von
Fukushima sind die Vorstöße einiger EU-Länder, Atomkraft als CO2-arm
und damit als zukunftsträchtige Energieform zu deklarieren,
untragbar. "Fukushima hat erneut bewiesen, dass Atomenergie
hunderttausende Opfer hinterlässt. CO2-arme Technologien nun als
Zukunftstechnologien für die EU legitimieren zu wollen um durch die
Hintertür an Förderungen für neue AKW zu kommen, ist für mich ein
Verbrechen gegen die Menschlichkeit", setzt die Greenpeace-Sprecherin
fort. Bereits in der kommenden Woche treffen Beamte aus Österreich in
Brüssel ein, um die Energiezukunft Europas für die Zeit nach 2020 zu
diskutieren. Der EU-Rat im Mai stellt einen Meilenstein für die
Festlegung eines Energiefahrplans dar.

Mit dem Spruch: "Werner bleib hart: Atomkraft ist kein Klimaschutz"
fordern die AktivistInnen von Greenpeace heute den Bundeskanzler auf,
sich gegen die weitere Förderung von Atomenergie in der Europäischen
Union zu stellen. "Faymann hat den österreichischen Weg zum Stopp von
Atomimporten nach Österreich mitgetragen. Sich jetzt auf europäischer
Ebene für CO2-arme Technologien einzusetzen, würde der Atomkraft die
Hintertür öffnen und käme daher einer Doppelmoral gleich. Der
Bundeskanzler muss seine Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen und die
Verantwortung als Anti-Atom-Vorreiter auch auf europäischer Ebene
wahrnehmen", fordert Kerschbaumsteiner.

Greenpeace empfiehlt zudem, bei der Wiener Volksbefragung die Frage
zum Ausbau von Bürgerbeteiligungen an Solarkraftwerken mit "Ja" zu
beantworten. "Der konsequente Ausbau erneuerbarer Energieträger wie
Photovoltaik ist der einzige Weg, um beim Klimaschutz Fortschritte zu
machen. Deshalb unterstützen wir die Wiener Landesregierung bei ihrem
Vorhaben, das erfolgreiche Modell der Bürgersolarkraftwerke zu
forcieren", schließt die Atom-Sprecherin.

Bildmaterial schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage (mail to:
[email protected]) zu.

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