- 07.03.2013, 12:47:42
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E-Day: Philipp Müller plädiert für "Open-X" zur besseren Bewältigung des Wandels
Konstatiert den Wandel einer Welt von Hierarchien und Massenmedien hin zu einer Welt, geprägt von sozialen Medien und Ko-Produktion in sozialen Netzwerktechnologien
Utl.: Konstatiert den Wandel einer Welt von Hierarchien und
Massenmedien hin zu einer Welt, geprägt von sozialen Medien
und Ko-Produktion in sozialen Netzwerktechnologien =
Wien (OTS/PWK130) - Collaboration - also Zusammenarbeit - steht im
Zentrum des E-Day 2013, der heute, Donnerstag, in der
Wirtschaftskammer Österreich in Wien stattfindet. Für all jene, die
nicht vor Ort dabei sein können, gibt es auf http://www.eday.at
Livestreams aus allen fünf Sälen in der WKÖ.
"Offenheit ist der Lego-Baustein, den wir brauchen, wenn wir
kollaborieren, also gemeinsam arbeiten wollen", so Philipp Müller in
seiner Keynote "Offenheit als Mittel: Strategie für unsere vernetzte
Welt". Der Stratege befasst sich nicht erst seit den Recherchen für
sein Buch "machiavelli.net: Strategie für unsere offene Welt" mit dem
Thema Offenheit/Partizipation/Transparenz.
In den Fokus seiner Ausführungen beim E-Day rückte Müller die
"Offenheit als Mittel", "also die Frage, wie wir als Entscheider, als
Manager, als strategische Unternehmens- oder gar Staatslenker
Offenheit einsetzen, um erfolgreicher das zu machen, was wir machen
wollen."
Tatsache sei, dass wir uns von einer Welt von Hierarchien und
Massenmedien wegbewegen hin zu einer Welt, die von sozialen Medien
und der Ko-Produktion in und mit Hilfe von sozialen
Netzwerktechnologien geprägt ist", so Müller.
Aktuell passieren einschneidende, ja radikale - insbesondere
strukturelle - Veränderungen. Offenheit sei etwas, was es gibt und
immer schon gab, so Müller. Heutzutage bieten digitale
Netzwerktechnologien Möglichkeiten, "über Raum und Zeit" anders als
bisher zu vernetzen und gemeinsam zu arbeiten." Die neuen Mittel und
Wege dienen dazu, die Welt zu strukturieren, zu organisieren,
Revolutionen anders zu machen, Bildung - aber auch Politik - anders
zu gestalten, zu denken, zu leben, "aber auch zu überleben", führte
Müller aus.
Vor diesem Hintergrund stehen nicht nur Unternehmerinnen und
Unternehmer, sondern auch Entscheidungsträger in der Politik sowie
NGOs vor den Fragen "Wann ist der Zeitpunkt, wo ich mit meinem
Unternehmen da mitmachen sollte?", "Wie und wo können wir als
Unternehmenslenker, Manager, Entscheider Offenheit einsetzen?" und
"Welcher Plattformen bedienen wir uns dazu?"
Als - viel beschmunzeltes - Instrument zu organisieren nannte
Müller beispielhaft die "Umlaufmappe" bei Behörden und Ämtern.
Strukturell sei der Wandel mittlerweile da, es handle sich allerdings
um einen Prozess, der 30 und mehr Jahre in Anspruch nehmen werde.
Eine solche Zeitspanne sei für Unternehmer jedenfalls keine Option.
Um für die Herausforderung des Wandels eine Bezeichnung zu haben,
plädierte Müller für den Ausdruck "Open-X": "Das Attribut Open für
offen, und X für die Aufgaben, die wir zu lösen haben, also etwa Open
Data, Open Source, aber beispielsweise auch Open Kindergarten".
Tatsache sei, dass die neuen Herausforderungen alle betreffen:
Menschen, die in Unternehmen arbeiten und Profit erwirtschaften, es
betrifft diejenigen, die für Staat - und damit laut Müller für die
Produktion von Gemeinwohl - zuständig sind genauso wie jene, die sich
in anderen Bereichen der Gesellschaft engagieren, also beispielsweise
NGOs.
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, müssen jedenfalls mehrere
Voraussetzungen erfüllt sein: Es braucht die Idee und die
Umsetzungsvorstellung, die dafür notwendigen Ressourcen sowie die
Legitimität, die entsprechenden Aktivitäten zu setzen. Und da kommt
wieder Offenheit, Transparenz ins Spiel. Die Frage sei: "Inwiefern
kann ich Offenheit einsetzen, um meine Legitimität zu erhöhen, damit
das, was ich schaffen will, auch gelingt?" Offenheit und Transparenz
seien in diesem Zusammenhang in vielen Fällen, bei weitem aber nicht
immer, die Mittel der Wahl. Oder anders formuliert: "Wie könnte ich
Teilaspekte von dem, was ich mache, öffnen, damit andere es
ko-produzieren?" Im diesem Zusammenhang stellte Müller die
"Facebook-Frage", die da lautet: "Wie gelingt es, dass Milliarden von
Menschen - selbst wenn sie krank sind - Content für Facebook
bereitstellen?"
Damit schlug Müller die Brücke zu Führung, Führungsverantwortung
und Führungs-Know-How. Denn auch das sei wesentliches Element des
Einsatzes von Offenheit: Die Welt habe sich nämlich auch dahingehend
geändert, dass man vielfach mit den Menschen, die man führt, nicht
mehr in einer vertraglichen Beziehung steht. Dazu kommt, dass
Offenheit auch "intelligent und sicher" sein müsse, das heißt, die
Sicherheit der Daten - selbst solcher, die man nach außen hin
verfügbar macht - muss gewährleistet sein.
All das seien "Management-Aufgaben". Zynismus sei in Zusammenhang
mit diesen - neuen - Herausforderungen einer globalisierten,
vernetzten Welt höchst unangebracht, so Müller. Vielmehr gelte es,
sich ihnen jeden Tag wieder zu stellen, sieht Müller einen neuen Typ
Manager/-in gefragt.
Die Präsentation von Philipp Müller ist unter diesem Link bei
Prezi verfügbar: http://tinyurl.com/cmtg3ot Die Aufzeichnung seiner
Keynote wird ab morgen, Fr., Nachmittag als Video auf
http://www.eday.at zur Verfügung stehen. (JR)
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