E-Day: Philipp Müller plädiert für "Open-X" zur besseren Bewältigung des Wandels

Konstatiert den Wandel einer Welt von Hierarchien und Massenmedien hin zu einer Welt, geprägt von sozialen Medien und Ko-Produktion in sozialen Netzwerktechnologien

Wien (OTS/PWK130) - Collaboration - also Zusammenarbeit - steht im Zentrum des E-Day 2013, der heute, Donnerstag, in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien stattfindet. Für all jene, die nicht vor Ort dabei sein können, gibt es auf http://www.eday.at Livestreams aus allen fünf Sälen in der WKÖ.

"Offenheit ist der Lego-Baustein, den wir brauchen, wenn wir kollaborieren, also gemeinsam arbeiten wollen", so Philipp Müller in seiner Keynote "Offenheit als Mittel: Strategie für unsere vernetzte Welt". Der Stratege befasst sich nicht erst seit den Recherchen für sein Buch "machiavelli.net: Strategie für unsere offene Welt" mit dem Thema Offenheit/Partizipation/Transparenz.

In den Fokus seiner Ausführungen beim E-Day rückte Müller die "Offenheit als Mittel", "also die Frage, wie wir als Entscheider, als Manager, als strategische Unternehmens- oder gar Staatslenker Offenheit einsetzen, um erfolgreicher das zu machen, was wir machen wollen."

Tatsache sei, dass wir uns von einer Welt von Hierarchien und Massenmedien wegbewegen hin zu einer Welt, die von sozialen Medien und der Ko-Produktion in und mit Hilfe von sozialen Netzwerktechnologien geprägt ist", so Müller.

Aktuell passieren einschneidende, ja radikale - insbesondere strukturelle - Veränderungen. Offenheit sei etwas, was es gibt und immer schon gab, so Müller. Heutzutage bieten digitale Netzwerktechnologien Möglichkeiten, "über Raum und Zeit" anders als bisher zu vernetzen und gemeinsam zu arbeiten." Die neuen Mittel und Wege dienen dazu, die Welt zu strukturieren, zu organisieren, Revolutionen anders zu machen, Bildung - aber auch Politik - anders zu gestalten, zu denken, zu leben, "aber auch zu überleben", führte Müller aus.

Vor diesem Hintergrund stehen nicht nur Unternehmerinnen und Unternehmer, sondern auch Entscheidungsträger in der Politik sowie NGOs vor den Fragen "Wann ist der Zeitpunkt, wo ich mit meinem Unternehmen da mitmachen sollte?", "Wie und wo können wir als Unternehmenslenker, Manager, Entscheider Offenheit einsetzen?" und "Welcher Plattformen bedienen wir uns dazu?"

Als - viel beschmunzeltes - Instrument zu organisieren nannte Müller beispielhaft die "Umlaufmappe" bei Behörden und Ämtern. Strukturell sei der Wandel mittlerweile da, es handle sich allerdings um einen Prozess, der 30 und mehr Jahre in Anspruch nehmen werde. Eine solche Zeitspanne sei für Unternehmer jedenfalls keine Option.

Um für die Herausforderung des Wandels eine Bezeichnung zu haben, plädierte Müller für den Ausdruck "Open-X": "Das Attribut Open für offen, und X für die Aufgaben, die wir zu lösen haben, also etwa Open Data, Open Source, aber beispielsweise auch Open Kindergarten".

Tatsache sei, dass die neuen Herausforderungen alle betreffen:
Menschen, die in Unternehmen arbeiten und Profit erwirtschaften, es betrifft diejenigen, die für Staat - und damit laut Müller für die Produktion von Gemeinwohl - zuständig sind genauso wie jene, die sich in anderen Bereichen der Gesellschaft engagieren, also beispielsweise NGOs.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, müssen jedenfalls mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Es braucht die Idee und die Umsetzungsvorstellung, die dafür notwendigen Ressourcen sowie die Legitimität, die entsprechenden Aktivitäten zu setzen. Und da kommt wieder Offenheit, Transparenz ins Spiel. Die Frage sei: "Inwiefern kann ich Offenheit einsetzen, um meine Legitimität zu erhöhen, damit das, was ich schaffen will, auch gelingt?" Offenheit und Transparenz seien in diesem Zusammenhang in vielen Fällen, bei weitem aber nicht immer, die Mittel der Wahl. Oder anders formuliert: "Wie könnte ich Teilaspekte von dem, was ich mache, öffnen, damit andere es ko-produzieren?" Im diesem Zusammenhang stellte Müller die "Facebook-Frage", die da lautet: "Wie gelingt es, dass Milliarden von Menschen - selbst wenn sie krank sind - Content für Facebook bereitstellen?"

Damit schlug Müller die Brücke zu Führung, Führungsverantwortung und Führungs-Know-How. Denn auch das sei wesentliches Element des Einsatzes von Offenheit: Die Welt habe sich nämlich auch dahingehend geändert, dass man vielfach mit den Menschen, die man führt, nicht mehr in einer vertraglichen Beziehung steht. Dazu kommt, dass Offenheit auch "intelligent und sicher" sein müsse, das heißt, die Sicherheit der Daten - selbst solcher, die man nach außen hin verfügbar macht - muss gewährleistet sein.

All das seien "Management-Aufgaben". Zynismus sei in Zusammenhang mit diesen - neuen - Herausforderungen einer globalisierten, vernetzten Welt höchst unangebracht, so Müller. Vielmehr gelte es, sich ihnen jeden Tag wieder zu stellen, sieht Müller einen neuen Typ Manager/-in gefragt.

Die Präsentation von Philipp Müller ist unter diesem Link bei Prezi verfügbar: http://tinyurl.com/cmtg3ot Die Aufzeichnung seiner Keynote wird ab morgen, Fr., Nachmittag als Video auf http://www.eday.at zur Verfügung stehen. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Dr. Gerhard Laga
E-Center
Tel.: 05 90 900-4203
gerhard.laga@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005