• 05.03.2013, 09:30:34
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Grazer Forscher entwickeln erstes nicht-invasives Diagnoseverfahren für Lungenhochdruck

Erstmals Früherkennung ohne Herzkatheter möglich

Utl.: Erstmals Früherkennung ohne Herzkatheter möglich =

Wien (OTS) - Lungenhochdruck ist eine lebensgefährliche Erkrankung
mit schleichendem Krankheitsverlauf. Da die Symptome dieser Krankheit
nicht eindeutig sind und eine Früherkennung im Rahmen von
Routineuntersuchungen bisher nicht möglich war, erfolgt die Diagnose
von Lungenhochdruck meist erst in einem fortgeschrittenen
Krankheitszustand. Zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer an
Erkrankten. Nun ist es einem Forscherteam um Prof. DDr. Andrea
Olschewski, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für
Lungengefäßforschung (LBI LVR) gelungen, eine Methode zu entwickeln,
mit welcher der Lungenhochdruck mittels einer
Computertomographie-Untersuchung (CT) erstmals nicht-invasiv erkannt
werden kann.

Neues Verfahren ersetzt operativen Eingriff

Bisher musste für eine eindeutige Diagnose ein Herzkatheter gelegt
werden, in dem operativ ein Katheter durch die rechte Herzkammer in
die Lungenarterie eingeführt wurde. Eine Belastung für den Patienten
und ungeeignet für Routineuntersuchungen an der breiten Bevölkerung.
"Unsere neue Methode erfasst den Blutfluss in der Lungenarterie im
Rahmen von Computertomographie-Untersuchungen, welche häufig aus
anderen Gründen durchgeführt werden. Unser Verfahren benötigt nur
eine geringe zusätzliche Röntgendosis" erläutert Dr. Zoltán Bálint,
Programmlinienleiter im LBI für Lungengefäßforschung.

Prof. Dr. Horst Olschewski, Leiter der Pulmonologie an der
Medizinischen Universität / LKH Graz: "Dieses neue Diagnoseverfahren,
das im Rahmen einer Routineuntersuchung angewandt wird, hilft uns den
Lungenhochdruck in einer breiteren Bevölkerung zu erkennen und den
Betroffenen die Chance auf eine frühere Therapie dieser gefährlichen
Krankheit zu geben." Das neue bildgebende Verfahren ist für Patienten
sehr angenehm, da es keinen wesentlichen zusätzlichen Aufwand
bedeutet und der Lungenhochdruck quasi als Nebenbefund erhoben werden
kann. Ob dadurch zukünftig die belastende Katheter-Untersuchung
ersetzt wird, müssen jetzt die weiteren Untersuchungen zeigen. Zudem
ist die Computertomographie Untersuchung im Vergleich zur
Katheter-Untersuchung auch weniger personalintensiv und kann
kostengünstiger durchgeführt werden. Die neue Methode wurde aktuell
zum Patent angemeldet. Bei erfolgreicher Etablierung stellt dieses
Verfahren eine geeignete Methode zur Früherkennung des
Lungenhochdrucks im Rahmen von Routineuntersuchungen dar. Die
Ergebnisse der neuen Methode werden am europäischen
Radiologiekongress ECR2013, welcher vom 7. bis 11. März in Wien
stattfindet, präsentiert.

Lungenhochdruck - eine gefährliche Erkrankung mit
schleichendem Verlauf

Lungenhochdruck ist eine seltene und komplexe Erkrankung, deren
Diagnostik und Therapie hoch spezialisierte Untersuchungen und
individuelle Behandlungsformen erfordern. Unerkannt kann ein schwerer
Lungenhochdruck schon nach wenigen Jahren tödlich enden. Die
Betroffenen kämpfen nicht nur mit starker funktioneller
Einschränkung, auch ihre Psyche und das soziale Leben sind stark
beeinträchtigt. Da als häufigstes Symptom Atemnot bei körperlicher
Belastung genannt wird, geschieht die Diagnose von Lungenhochdruck
meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.
Über das Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung (LBI LVR)

Das Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung (Leitung:
Prof. DDr. Andrea Olschewski) verbindet präklinische Spitzenforschung
und klinische Medizin in einem Forschungsinstitut. Das LBI LVR
befindet sich an der Med Uni Graz und beschäftigt ein Team aus
Grundlagenforschern und klinischen Ärzten, welches sich mit der
Erforschung der Funktion und Erkrankungen der Lungengefäße, die
sämtliches Blut des Körpers im Minutentakt durch die Lunge
transportieren, befasst. Wenn diese Gefäße erkrankt sind, kann sich
zum Beispiel Lungenhochdruck entwickeln. Die Früherkennung dieser
Krankheit und die Erforschung neuer Signalwege, die zu innovativen
Medikamenten führen können, stehen im Fokus des LBI LVR.
Das LBI Lungengefäßforschung ist ein Institut der Ludwig Boltzmann
Gesellschaft (LBG), einer außeruniversitären Forschungsorganisation
mit Sitz in Wien. Das LBI LVR wurde 2010 durch die LBG gegründet und
arbeitet mit seinen Partnern, der Medizinischen Universität Graz
(AT), Bayer HealthCare (DE) und NEBU-TEC (DE) an einem gemeinsamen
Forschungsprogramm.

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine
außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und
betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute - LBI) in
den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-,
Sozial- und Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit
akademischen und anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und
ist spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen
Grundlagenforschung und Anwendung. Derzeit betreibt die LBG 18 LBI
und 5 Cluster mit rund 380 MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von
Ludwig Boltzmann Instituten für eine befristete Laufzeit erfolgt
aufgrund von Ausschreibungen mit internationalen
Begutachtungsverfahren.

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