• 26.02.2013, 13:33:33
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Bildung als Wirtschaftsbranche und Exportgut

Bildungsexportkonferenz mit Wissenschaftsminister Töchterle und WKÖ-Präsident Leitl - Bedarf an Bildung und Höherqualifizierung steigt weltweit

Utl.: Bildungsexportkonferenz mit Wissenschaftsminister Töchterle
und WKÖ-Präsident Leitl - Bedarf an Bildung und
Höherqualifizierung steigt weltweit =

Wien (OTS/PWK100) - "Wissenschaft und Forschung leben von Dialog und
Austausch - über Landesgrenzen hinweg", betonte Wissenschafts- und
Forschungsminister Karlheinz Töchterle heute (Dienstag) in seinem
Eröffnungsstatement anlässlich der Bildungskonferenz "Exporting
Education - Internationale Beispiele für Bildungsexport im
Hochschulsektor" in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Bei der
Konferenz wurden Perspektiven und Erfahrungen von Bildungsfachleuten
aus dem europäischen und außereuropäischen Raum sowie internationale
Beispiele von Bildungsexport vorgestellt.

Sowohl das Wissenschafts- und Forschungsministerium als auch die
Universitäten und Fachhochschulen selbst setzen zahlreiche
Initiativen und Maßnahmen, um diesen Austausch zu fördern, so
Töchterle. Von Lektorats- und Mobilitätsprogrammen (Bsp. CEEPUS -
Mobilitätsprogramm für Studierende und Lehrende in Mittel-, Ost- und
Südosteuropa) über bilaterale Kooperationen mit
Hochschuleinrichtungen im Ausland bis hin zu Abkommen zur Förderung
der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit (bestehen aktuell mit
Bulgarien, China, Indien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien,
Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Ukraine und Ungarn).
Töchterle verwies in seiner Rede auch auf den Ko-Veranstalter der
Bildungskonferenz, den österreichischen Austauschdienst OeAD, als
"wertvolle Anlaufstelle", gerade im Bereich der Stipendien: so
beinhalte die Stipendien-Datenbank www.grants.at rund 1.100
Stipendien und andere Fördermöglichkeiten, sowie sämtliche
Informationen zu diversen Förderungen.

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl wies darauf hin, dass
"der Bedarf an Bildung und Höherqualifizierung ständig wächst, sowohl
in den stark wissensbasierten Gesellschaften Europas als auch in
außereuropäischen Ländern." Gerade für wissensbasierte
hochentwickelte Staaten, wie etwa Österreich, sei das Thema Bildung
daher von enormer Bedeutung für ein künftiges Mithalten im globalen
Wettbewerb!" Für innovationsorientierte Volkswirtschaften,
insbesondere im Dienstleistungsbereich - der sich im Export auch
schon deutlich stärker entwickelt als Warenexporte - ist Bildung ein
wesentlicher Erfolgsfaktor geworden. Leitl: "Bildung ist weltweit zu
einem nachgefragten Rohstoff geworden!"

Der Bedarf an Bildungsdienstleistungen wächst international
dementsprechend stark. "Nationale Bildungssysteme können diesen
Bedarf oft nicht mehr abdecken, die Nachfrage nach ausländischen
Bildungsdienstleistungen ist daher groß. Bildung muss deswegen auch
in Österreich als ein Gut gesehen werden, dass exportiert werden kann
bzw. muss Bildung künftig als Wirtschaftsbranche definiert werden",
betonte Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für
Bildungspolitik der WKÖ. Österreich habe in puncto Bildungsexport
bereits auch beachtliche Erfolge auf dem internationalen Markt zu
verzeichnen und verfüge über eine respektable Zahl an
Bildungsanbietern. Insbesondere der Export von Fachausbildungen
(Tourismus, Technik, Musik etc.) zeigte bis dato enormes
Exportpotential, "dennoch stehen wir erst ganz am Anfang", so
Landertshammer.

Walter Koren, Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, stellte das
Export-Potenzial für Bildungsanbieter anhand des Vergleiches der
letzten Jahre dar: "Während sich der Export von
Bildungsdienstleistungen in zwölf Jahren zwischen 1995 und 2007 von 6
Mio. Euro auf 12 Mio. Euro verdoppelte, fand eine weitere, fast
explosionsartige Verdoppelung der Exporte innerhalb von nur vier
Jahren auf 24 Mio. Euro im Jahr 2011 statt." Allein aus dieser Zahl
lasse sich das mögliche Potenzial und die gestiegene Bedeutung des
österreichischen Bildungssektors im Ausland ablesen.

Hubert Dürrstein, Geschäftsführer der OeAD-GmbH, betonte in seinem
Statement die Ambivalenz des Begriffs Bildungsexport. Konkret führte
er an, dass die Vermarktung des öffentlichen Guts "Bildung" immer
wieder zu eher widersprüchlichen Diskussionen führe und dass er es
daher unbedingt als notwendig erachte, Bildungsexport in einem
breiten Verständnis zu behandeln; die englische Bezeichnung
Transnational Education bringe diesen Ansatz, dass es generell um
"Transfer von Know-how über die Grenzen" hinaus gehe, wesentlich
besser zum Ausdruck. Die neu in der OeAD-GmbH eingerichtete
Clearingstelle bietet an, die gesamte Palette von Maßnahmen zum
Bildungsexport (von konkreten offshore-Initiativen bis zur
Incoming-Betreuung in Partnerschaftsprogrammen) zu unterstützen.
Erste konkrete Maßnahmen laufen derzeit an. (BS)

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