• 26.02.2013, 10:25:16
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FSG-Peschek: Nicht einmal 10 Prozent der Wiener Privatwirtschaft bildet Lehrlinge aus!

Berücksichtigung von Ausbildungsbetrieben bei Auftragsvergabe auch für Bund notwendig, Ausbildungsfonds gefordert.

Utl.: Berücksichtigung von Ausbildungsbetrieben bei Auftragsvergabe
auch für Bund notwendig, Ausbildungsfonds gefordert. =

Wien (OTS/FSG) - "Leider bilden in Wien nicht einmal 10 Prozent,
nämlich nur mehr 8,5 Prozent der Betriebe in der Privatwirtschaft
Lehrlinge aus, Ein-Personenunternehmen sind in dieser Statistik
bereits herausgerechnet. Konkret geben von den übrigbleibenden 41.372
aktiven Wirtschaftskammerbetrieben in Wien nur 3.528 auch
Jugendlichen eine Chance zur Berufsausbildung. 13.348 der derzeit
insgesamt 19.078 Wiener Lehrlinge werden in
Wirtschaftskammerbetrieben ausgebildet. Über ein Viertel wird bereits
im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie bei der Stadt Wien sowie in
Tochterunternehmungen und in den überbetrieblichen
Ausbildungseinrichtungen ausgebildet, aber auch im öffentlichen
Dienst, bei Sozialversicherungen etc. Deutlicher kann man die
fehlende Ausbildungsverantwortung großer Teile der Wirtschaft und die
wesentliche Rolle der Wiener Ausbildungsgarantie, die dieses Manko
wettmacht, wirklich nicht unterstreichen!", betont Christoph Peschek,
Wiener Jugendvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer
GewerkschafterInnen (FSG).++++
Im Langzeitvergleich seien diese Zahlen alarmierend, denn 1980 wurden
in der Wiener Privatwirtschaft noch 29.776 Lehrlinge ausgebildet,
1990 immerhin noch 20.741, so Peschek weiter: "Statt ständig die
Verantwortung wegzuschieben und neue Ausreden zu suchen, muss die
Privatwirtschaft endlich in die Pflicht genommen werden. Fachkräfte
fallen nicht vom Himmel, sondern sie müssen ausgebildet werden! Daher
fordern wir das Wiener Modell der Berücksichtigung von
Ausbildungsbetrieben bei der öffentlichen Auftragsvergabe auch auf
Bundes- und EU-Ebene sowie die Einführung eines echten
Ausbildungsfonds, wie dieser beispielsweise bereits im Baugewerbe
oder in der Vorarlberger Metall- und Elektroindustrie existiert. Die
Wirtschaft braucht Fachkräfte und Jugendliche wiederum eine gute
Ausbildung, damit sie ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen
können!", so Peschek.
Speziell die FPÖ-ÖVP Bundesregierung habe nahezu jeden Wunsch der
Firmenbosse erfüllt, doch die versprochenen neuen Lehrstellen sind
trotz gegenteiliger Versprechungen ausgeblieben. So erhielten die
Betriebe Bonuszahlungen, weil Lehrlinge angeblich zu teuer sind. Und
der Wunsch der Betriebe, Lehrlinge leichter loswerden zu können,
wurde durch massive Lockerungen im Lehrlingsrecht erfüllt, kritisiert
Peschek, dass man trotz der rückläufigen Entwicklung der Lehrstellen
mit diesen falschen Maßnahmen nun meine, dass offenbar die
Jugendlichen zu dumm sind: "Dagegen verwehren wir uns massiv!
Selbstverständlich braucht es grundlegende Bildungsreformen wie die
seit Jahrzehnten geforderte gemeinsame und ganztägige Schule, doch
sollte man auch die Talente der jungen Menschen zur Kenntnis nehmen!"
Vor allem die Mehrsprachigkeit und der professionelle Umgang
Jugendlicher mit neuen Technologien und mit dem Web 2.0 werde oft
unterschätzt. "Umso mehr bedanke ich mich bei jenen Betrieben, die
sich tatsächlich um eine gute Lehrausbildung bemühen und den
Jugendlichen eine Chance geben", so der Junggewerkschafter.
"Wir müssen heute die Grundsatzfrage beantworten, ob die Wirtschaft
für den Menschen da ist oder umgekehrt. Alle Jugendlichen sind es
wert, eine bestmögliche Ausbildung zu erhalten und dabei ist auch
besonders die Wirtschaft gefragt. Statt ausschließlich auf den
nächsthöheren Gewinn zu schielen, sollte auch die soziale
Verantwortung nicht zu kurz kommen. Schließlich wird in Wien der
Anteil an Personen unter 19 Jahren von gegenwärtig 340.087 bis zum
Jahr 2025 auf 388.422 wachsen, sie alle verdienen echte
Zukunftsperspektiven und auch die Möglichkeit einer qualitativ
hochwertigen Lehrausbildung! Daher freut es mich, dass auch in der
ÖVP und der Wirtschaft Unterstützung für unsere Forderung nach einem
Ausbildungsfonds kommt", so Peschek abschließend: "So meinte erst
kürzlich ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb, dass eine
Ausbildungsumlage, wie sie beispielsweise die Bauwirtschaft hat, ein
guter Ansatz ist. Damit wird ein Ausgleich geschaffen zwischen
Betrieben, die ausbilden, und denen, die das nicht tun. Bleibt zu
hoffen, dass diese vernünftige Einsicht zu einer raschen Umsetzung
führt!".

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