• 20.02.2013, 13:40:27
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Caritas zur Krise in Bulgarien

Präsident Franz Küberl: "Europa muss mindestens so viel Solidarität mit den Menschen wie mit den Banken zeigen!"

Utl.: Präsident Franz Küberl: "Europa muss mindestens so viel
Solidarität mit den Menschen wie mit den Banken zeigen!" =

Wien (OTS) - Nach heftigen Protesten in Bulgarien gegen überhöhte
Strompreise tritt die Regierung von Ministerpräsident Borissow
geschlossen zurück.
Bereits vergangene Woche hat die Caritas Europa vor den Auswirkungen
der "neuen Armut in Europa" gewarnt, Sozialsysteme seien überfordert
und die Menschen unter Druck, so das Ergebnis.
Armenhaus Bulgarien
Bulgarien zählt zu den ärmsten Ländern Europas. Besonders in den
ländlichen Gebieten ist Armut allgegenwärtig: 27 Prozent der
Bevölkerung leben von weniger als 100 Euro im Monat. Zu den Ärmsten
gehören alte Menschen am Land, wo die Pensionen besonders niedrig
sind. Die Lebenshaltungskosten sind aber mit denen in Westeuropa
vergleichbar. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt nach wie vor bei weniger
als der Hälfte des EU-Durchschnitts. Jedes dritte bulgarische Kind
leidet darunter, dass es weder eine ausreichende Schulausstattung
noch einen Platz zum Lernen hat. 40 Prozent der bulgarischen Kinder
haben nicht genug zu essen; darunter leidet nicht nur die körperliche
Entwicklung, sondern auch der Schulerfolg. In einem Viertel der
Familien müssen sich die Kinder die Schuhe für den Schulweg teilen.
Küberl: "Damit haben die Kinder Bulgariens nicht nur jetzt ein
Problem, sondern es wird der zukünftigen Generation des Landes die
Basis für eine gute und gesunde Entwicklung genommen. Was in der
Kindheit fehlt, kann nie wieder aufgeholt werden."
Auswirkungen der Armut
Die Caritas Bulgarien fordert seit Jahren von der bulgarischen
Regierung, dass jedes Kind auch tatsächlich Zugang zu Bildung hat.
Kindern aus armen Familien, viele darunter Roma, ist es nämlich oft
nicht möglich, die Schule zu besuchen. Es gibt keine staatlich
geförderten Kindergärten und in vielen Fällen ist das von der Caritas
zur Verfügung gestellte Essen die wichtigste Motivation für Familien,
ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Die Strompreise, die nach der Öffnung des staatlichen Sektors ständig
gestiegen sind, waren nun der Tropfen, der das Fass nun zum
Überlaufen brachte.
"Dass sich die Menschen in Bulgarien Heizung und Essen nicht mehr
leisten können, ist eine Tragödie von entsetzlichem Ausmaß, bei der
die Caritas gefordert ist, aber vernünftigerweise wird die Hilfe nur
mit europäischer Unterstützung tatsächlich was ausrichten können",
argumentiert Franz Küberl seine Forderung Richtung Brüssel: "Die
europäische Union muss Bulgarien in der Armutsbekämpfung in gleicher
Weise beistehen wie anderen EU Ländern in der Bewältigung der
Finanzkrise geholfen wurde. Eine kluge und effektive Armutsbekämpfung
müssen EU, Währungsfonds und Weltbank gemeinsam angehen!"
Caritas Arbeit in Bulgarien
Die Caritas hilft seit 1994 Jahren gemeinsam mit der Caritas
Bulgarien vor allem alten Menschen, Kindern und Menschen mit
Behinderungen.
http://www.caritas.at/

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