- 19.02.2013, 04:00:31
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Greenpeace-Report: "Fukushima noch immer nicht vorbei"
Opfer bis heute nicht entschädigt - Japans Bevölkerung bezahlt für Atomkatastrophe
Utl.: Opfer bis heute nicht entschädigt - Japans Bevölkerung bezahlt
für Atomkatastrophe =
Tokio/Wien (OTS) - Die Atomkatastrophe von Fukushima setzt sich bis
heute für hunderttausende Menschen in Japan fort. Noch immer sind
kaum Entschädigungen für die Opfer des nuklearen Unglücks ausbezahlt
- und auch die Folgekosten des Reaktorunfalls werden der Bevölkerung
aufgebürdet. Schuld daran ist ein Haftungsregime, das der
Atomindustrie in die Taschen spielt und die monetäre Verantwortung
für Atomunfälle auf die Steuerzahler abwälzt. Ein neuer
Greenpeace-Report "Fukushima Fallout: Nuclear business makes people
pay and suffer", der heute in Tokio präsentiert wurde, zeigt auf,
dass die bestehenden nuklearen Haftungskonventionen nicht die
Menschen sondern die Atomindustrie schützen. "Das Desaster von
Fukushima zeigt deutlich die Grausamkeit von internationalen
Haftungsregimes, mit denen AKW-Betreiber nur für einen Bruchteil der
wahren Folgekosten eines nuklearen Unfalls gerade stehen müssen. Ganz
zu schweigen von den Zulieferbetrieben für Reaktoren, die von der
Haftung gänzlich ausgeschlossen sind," ist Aslihan Tumer,
Atomexpertin von Greenpeace International, bestürzt. "Die
Konsequenzen dieses ungerechten Systems zeigen sich heute in
Fukushima, wo hunderttausende Opfer ohne auch nur annähernd
ausreichende Schadensersatzzahlungen zurückgelassen wurden."
Durch die derzeit geltenden Abkommen werden in den wenigsten
Ländern AKW-Betreiber und Zulieferbetriebe angemessen haftbar
gemacht. So können sich Haftungs-Katastrophen, wie wir sie auch in
Fukushima erleben, jederzeit und weltweit wiederholen. Die
bestehenden Konventionen schützen nicht die Menschen, sondern die
Atomindustrie. So sehen sie eine Übernahme der Haftung im
Schadensfall zwischen 350 Millionen und 1,5 Milliarden Euro vor -
Zulieferbetriebe sind in den Konventionen vollständig von der Haftung
ausgekommen. "Wie wir heute wissen, liegen die Folgekosten der
Katastrophe von Fukushima bei rund 250 Milliarden Dollar. Dass die
Betreiber nur einen Bruchteil der Kosten übernehmen müssen, ist ein
Freifahrtschein für Spekulationen mit der Sicherheit von AKW", setzt
Tumer fort. TEPCO, der Betreiber von Fukushima wurde verstaatlicht,
um einen Konkurs abzuwehren. Grund für die Beinahe-Bankrotterklärung:
TEPCO konnte nicht einmal die ersten Zahlungen unmittelbar nach dem
Unfall begleichen.
General Electric, Hitachi und Toshiba, die für die Lieferung der
Reaktoren, deren Design sich als fehlerhaft herausgestellt hat,
verantwortlich zeichnen, mussten bis heute keinen einzigen Yen für
Kompensationszahlungen auf den Tisch legen. Ganz im Gegenteil, sie
schneiden zudem auch bei den Dekontaminierungsarbeiten und der
Abrüstung von Fukushima kräftig mit. "Die japanische Bevölkerung,
darunter auch die hunderttausend Opfer der Katastrophe werden als
Steuerzahler schlussendlich auch noch diese Folgekosten übernehmen,
anstatt selbst Geld zu erhalten. Das ist schlicht ungerecht. Die
Atomindustrie ist für die Katastrophe verantwortlich - und muss
deshalb zahlen", schließt Tumer.
Greenpeace ruft weltweit dazu auf, die Haftpflicht für Betreiber
und Lieferanten von Atomkraftwerken anzuheben. Unterstützen Sie die
Petition unter: www.greenpeace.at/petition-fukushima
Vollständiger Bericht "Fukushima Fallout: Nuclear business makes
people pay and suffer" unter:
www.greenpeace.org/international/fukushima-fallout
Bildmaterial schicken wir gerne auf Anfrage
([email protected]) zu.
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