• 17.02.2013, 17:48:33
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Neues Volksblatt: "Selbstkritik" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 18. Februar 2013

Utl.: Ausgabe vom 18. Februar 2013 =

Linz (OTS) - "Dummheit, die man bei den anderen sieht, wirkt meist
erhebend aufs Gemüt", meint Wilhelm Busch. Wie recht er hat sieht man
immer dann, wie viel Lob und Zuspruch Personen oder Institutionen,
zum Beispiel der Rechnungshof, bekommen, wenn sie Dummheit und
Fehlverhalten aufdecken. Bei den anderen. Mit dem Lob ist es nämlich
schnell vorbei, wenn man selber in der Kritik steht; das wirkt sich
gar nicht erhebend aufs Gemüt aus und hat oft recht heftige
Reaktionen zur Folge.
Die Angriffe der SPÖ im Zusammenhang mit dem Salzburger Finanzskandal
auf den Rechnungshof zeigen uns, wie schnell aus einer fachlich und
moralisch über jede Kritik erhabenen Institution eine Ansammlung von
Stümpern werden kann; von "Prüfungsversagen" war sogar die Rede.
Nun könnte man sagen, das sei eine Sache zwischen SPÖ und
Rechnungshof. Stimmt nicht; denn mit solchen Angriffen wird das
Ansehen des obersten Prüforgans der Republik demoliert. Was nicht
gerade von staatspolitischer Reife und Verantwortungsbewusstsein
zeugt. Und es zeigt, wie die SPÖ mit der von ihren Leuten zu
verantwortenden gigantischen Verschleuderung von Steuergeld umgeht:
Keine Spur von Selbstkritik, dafür der Versuch, andere anzupatzen und
so von der eigenen Misswirtschaft abzulenken.
Wenn es stimmt, dass Selbstkritik der erste Weg zur Besserung ist,
dann schaut es für die Zukunft nicht sehr rosig aus.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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