• 11.02.2013, 10:16:29
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GPA-djp-Peschek: Jeder fünfte Wiener Lehrling fällt bei Lehrabschlussprüfung durch

Statt Wurstsemmel holen benötigt es mehr Qualität in der Lehrausbildung

Utl.: Statt Wurstsemmel holen benötigt es mehr Qualität in der
Lehrausbildung =

Wien (OTS/ÖGB) - "Das Jahr 2012 brachte leider einen traurigen
Rekordwert an nicht bestandenen Lehrabschlussprüfungen, denn 19
Prozent aller Wiener Lehrlinge fielen durch und dies ist seit 1975
der Höchstwert. Offenbar verwechseln einige Betriebe Ausbildung und
Ausbeutung! Denn wenn jemand drei Jahre im Betrieb tatsächlich gemäß
Berufsbild ausgebildet wird, dann müssten den Ausbildnern doch die
Defizite auffallen. Wir müssen endlich dem Missbrauch von Lehrlingen
als billige Arbeitskraft einen Riegel vorschieben, denn dieser
bedeutet Zukunftsraub! Wenn berufsfremde Tätigkeiten wie Wurstsemmel
holen oder die Schwerpunkte in der Lehre Kaffe kochen, kopieren oder
aufkehren sind, dann müssen alle Alarmglocken läuten. Es freut mich,
wenn einzelne Lehrlinge diverse Berufsmeisterschaften gewinnen, doch
wir wollen eine weltmeisterliche Ausbildung für alle. Dementsprechend
braucht es dringend mehr Qualität in der Lehrausbildung, damit ein
starkes Fundament zur Verwirklichung von Träumen in der Arbeitswelt
geschaffen wird und die Jugendlichen ein selbstbestimmtes Leben in
Würde führen können! Die Wirtschaftskammer ist gefordert, endlich
Maßnahmen zu setzen, denn schließlich sind ihre Lehrlingsstellen für
die Überwachung der betrieblichen Ausbildung zuständig", so Christoph
Peschek, Wiener Jugendsekretär der Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) zu der
aktuellen Prüfungsstatistik der Wirtschaftskammer Österreich.

"Offenbar ist das Problem von mangelnder Qualität in der
Lehrausbildung nicht nur auf Wien reduzierbar, denn in Tirol fielen
19,7 Prozent und in Oberösterreich 19,1 Prozent der Jugendlichen bei
der Lehrabschlussprüfung durch. In Wien werden wir uns besonders die
Sparten 'Gewerbe & Handwerk' sowie 'Bank & Versicherung' ansehen
müssen, schließlich sind dort mit 29,5 Prozent die meisten negativen
Ergebnisse. Daher braucht es einen Mix aus regionaler, bundes- und
branchenweiter Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. Wir wollen
verpflichtende betriebliche Ausbildungspläne und
Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrlinge, eine Ausweitung der
Berufsschulzeit, laufende externe Qualitätskontrollen und Überprüfung
der Ausbildungsfähigkeit der Betriebe, regelmäßige Weiterbildung der
Ausbildner und standardisierte Feedbackverfahren. Auch die
Forderungen der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) nach der
bundesweiten Schaffung eines Qualitätszentrums zur Kontrolle der
Lehrausbildung sowie Teilprüfungen und eine elektronische
Ausbildungsdokumentation nach standardisierten Vorgaben sind zu
unterstützen. Die Lehrausbildungsbetriebe erhalten insgesamt
Förderungen von über 150 Millionen Euro, dementsprechend muss auch
Qualität verlangt werden", so der Junggewerkschafter.

"Auf Wiener Landesebene wäre die Einführung eines "Lehrlingsawards"
eine wichtige Maßnahme. Mit dem Lehrlingsaward und einer damit
verbundenen regelmäßig notwendigen Rezertifizierung (bei Einhaltung
von Qualitätsstandards) sollen tolle Ausbildungsbetriebe vor dem
Vorhang gebeten, Best-Practise-Beispiele gezeigt und das Image der
dualen Berufsausbildung verbessert werden. Gleichzeitig hätten die
lehrstellensuchenden Jugendlichen eine wichtige Orientierung, welchen
Betrieben eine gute Ausbildung ein echtes Anliegen ist. Wien und die
Unternehmen brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, daher hoffe ich auf
die baldige Umsetzung unseres Modells mit der Wiener
Wirtschaftskammer, schließlich ist unser Modell seit letztem Jahr
bekannt und die Notwendigkeit von Reformen aufgrund der
kontinuierlichen Negativentwicklung offensichtlich!", so Peschek
abschließend.

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