- 08.02.2013, 13:04:21
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GdG-KMSfB-Wohlmut: "Ja!" zum Schutz kommunaler Betriebe in Wien
Liberalisierungen bei der Daseinsvorsorge bringen schlechtere Dienstleistungen und kosten Arbeitsplätze
Utl.: Liberalisierungen bei der Daseinsvorsorge bringen schlechtere
Dienstleistungen und kosten Arbeitsplätze =
Wien (OTS/ÖGB) - "In den meisten Bereichen der Daseinsvorsorge
bringen Liberalisierungen Verschlechterungen bei der Qualität der
Dienstleistungen und drastischen Personalabbau. Deshalb ist bei der
kommenden Wiener Volksbefragung ein klares 'Ja!' zum Schutz
kommunaler Betriebe die einzig richtige Antwort", erklärte heute,
Freitag, der Jugendvorsitzenden der GdG-KMSfB (Gewerkschaft der
Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe), Nicolai
Wohlmuth.++++
"Nicht zuletzt belegt das dreijährige europäische Forschungsprojekt
'pique' die negativen Auswirkungen von Privatisierungen im kommunalen
Bereich", sagte Wohlmuth. Angestrebte Produktivitätssteigerungen
zahlen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit wachsendem Druck,
steigender Verunsicherung, schlechteren Arbeitsverhältnissen und
niedrigeren Einkommen.
Die Beispiele Portugal, London oder Großbritannien zeigen, dass sich
eine Privatisierung langfristig nicht im Geringsten rechnet.
Wohlmuth: Die Wasserprivatisierung in Portugal brachte trotz
jährlicher Staatszuschüsse aufgrund der Gewinnmaximierung eine
Kostenerhöhung für Endverbraucher von 400 Prozent. Wenn es keine
dieser jährlichen Valorisierungen gibt, würden wie in London der
Fall, Unmengen an Trinkwasser aufgrund von maroden Leitungen
versickern." In Großbritannien gibt es nach der Privatisierung der
Eisenbahn die teuersten Bahntickets Europas und eine zerfallende
Infrastruktur.
"Unter einer Privatisierung würde aber auch die duale Ausbildung in
Österreich, beziehungsweise in Wien leiden", stellte Wohlmuth klar.
Während in Wien im Jahr 2012 nur 8,5 Prozent der Privatunternehmen
(Ein-Personen-Unternehmen ausgenommen) Lehrlinge aufgenommen hatten,
werden in Wien in öffentlichen Betrieben und überbetrieblichen
Lehrwerkstätten mehr als ein Drittel der gesamten Lehrlinge
ausgebildet. Wohlmuth: "Gerade in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit
sollte daher die Ausbildung für Lehrlinge aber auch Gesundheits- und
Krankenpflegerschüler/-innen sichergestellt werden. Nicht zuletzt
aufgrund des Fachkräftemangels."
Eine klare Absage erteilt die GdG-KMSfB-Jugend dem seitens der
FPÖ/ÖVP öffentlich und populistisch geforderten Gebührenstopp. "Das
läuft auf eine taktische Privatisierung durch die Hintertüre hinaus",
warnte Wohlmuth. Wie die Ausverkäufe unter der schwarz-blauen bzw.
orangen-Bundesregierung zeigen (siehe BUWOG oder Austria Tabak), ist
der Kosten-Nutzen-Faktor minimal, und zukünftige Generationen haben
gar nichts mehr davon. Wasser, Kanal, Müllabfuhr, Energie, Spitäler,
Gemeindebauten, öffentliche Verkehrsmittel und alle anderen
Gemeindebetriebe müssen in öffentlicher Hand bleiben. Daher braucht
es bei der kommenden Wiener Volksbefragung von 7. bis 9. März ein
eindeutiges JA zum Schutz der kommunalen Betriebe.
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