- 07.02.2013, 10:49:37
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AUGE/UG zum KV-Abschluss im Sozialbereich: Armut trotz Arbeit!
Gestrige Kollektivvertragsabschlüsse im Gesundheits- und Sozialbereich vergrößern die Einkommensschere zu den anderen Branchen
Utl.: Gestrige Kollektivvertragsabschlüsse im Gesundheits- und
Sozialbereich vergrößern die Einkommensschere zu den anderen
Branchen =
Wien (OTS) - Dabei hat es doch fast kämpferisch begonnen. Der
Anfang der Verhandlungen im Gesundheits- und Sozialbereich, erstmals
gemeinsam für 3 Kollektivverträge (Sozialwirtschaft Österreich -
vormals BAGS, Caritas und Diakonie) geführt, begann mit einem Affront
gegen die Gewerkschaften und Beschäftigten. Die Arbeitgeberseite
begann die Verhandlungen mit einem Anbot weit unter der
Inflationsrate, 1,8% Lohnerhöhung. Und das, obwohl das Einkommen der
Branche 20% unter dem Durchschnittseinkommen der Privatbeschäftigten
liegt. "Diese Geschäftsführungen zeigen keinerlei Verantwortung für
ihre MitarbeiterInnen, und sind als Geschäftsführungen eigentlich
nicht tragbar!" so Stefan Taibl, Betriebsratsvorsitzender der PSZ
GmbH in NÖ und für die AUGE/UG im Verhandlungsgremium.
Die Sozial- und Gesundheitsbranche hat, neben einem hohen
Arbeitsdruck, eine hohe Teilzeitquote und einen hohen Frauenanteil.
Die BetriebsrätInnen berichten immer öfter von akuter Not der
Beschäftigten. Gewandtauschbörsen, Delogierungen und ähnliches sind
Begleiterscheinungen der Armut trotz Arbeit. 120 000 MitarbeiterInnen
sind von diesen Kollektivverträgen betroffen.
Zwt.: Die Gewerkschaften und ihre FunktionärInnen zeigten sich
Kampfbereit.
Bei der Demo am 30.2.2013 wurde von führenden
GewerkschaftsfunktionärInnen und dem Vorsitzenden der GPA-djp noch
vollmundig kein Abschluss unter 3% bei sonstigen Kampfmaßnahmen
verkündet. Ein Reallohnzuwachs sei nötig.
Zwt.: Abschluss zementiert Armut trotz Arbeit
Der am 4.2. getätigte Abschluss der KV-Verhandlungen mit 2,75%
zeigt sich in keiner Weise geeignet, die Einkommensschere zu
verringern, und schon gar nicht, der Armut entgegen zu wirken. Er
gehört zu den niedrigsten Abschlüssen, die in jüngster Zeit erzielt
wurden. Dabei war das Abstimmungsergebnis innerhalb des großen
Verhandlungsgremiums der zuständigen Wirtschaftsbereiche in der
GPA-djp und Vida fast schon historisch knapp: "Mit 21 : 19 stimmten
die anwesenden BetriebsrätInnen für diesen Abschluss - alle
anwesenden AUGE/UG-VertreterInnen stimmten übrigens dagegen.",
erzählt Stefan Taibl. Er konstatiert weiter: "Die vorrangegangenen
Diskussionen wurden heiß geführt. Auch über Streikmaßnahmen wurde
diskutiert."
Zwt.: Es besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf, um die
Situation der Beschäftigten zu verbessern!
"Der Abschluss ist kein Ruhmesblatt für uns und unsere
Gewerkschaften, aber auch nicht für die ArbeitgeberInnen, die
anscheinend nicht fähig sind, mit den Fördergebern - Bund, Städten
und Gemeinden - Tacheles über benötigte finanzielle und personelle
Ressourcen zu reden! Viele BetriebsrätInnen sind durchaus zu mehr
Kampfmaßnahmen bereit. Der dringende Handlungsbedarf gegen Armut
trotz Arbeit und die Forderung "Soziale Arbeit ist mehr wert!"
besteht weiterhin." schließt Taibl als Resümee über die
Verhandlungen.
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