- 03.02.2013, 18:12:52
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"DER STANDARD"-Kommentar zu österreichischen Soldaten für Mali: "Auf nach Afrika" von Conrad Seidl
Ausgabe vom 4.2.2013
Utl.: Ausgabe vom 4.2.2013 =
Wien (OTS) - Nur zwei Wochen nach der Volksbefragung zur Wehrpflicht
wird dem Bundesheer ein Einsatz in Mali zugemutet. Für die ÖVP ist
das eine Gelegenheit, das Thema Sicherheit in Diskussion zu halten -
und eine Doppelmühle zu eröffnen: Geht alles gut, dann kann ÖVP-Chef
und Außenminister Michael Spindelegger darauf hinweisen, dass eine
Wehrpflichtigenarmee ja doch die beste Basis für alle denkbaren
Einsätze ist - obwohl natürlich kein einziger Grundwehrdiener für
einen Auslandseinsatz vorgesehen ist. Und wenn es nicht klappt, dann
wird man die Verantwortung auf den ungeliebten Ressortchef Norbert
Darabos abwälzen.
Der rote Minister im Verteidigungsressort weiß um diese Fallen - er
hat aber auch die Erfahrungen des Tschad-Einsatzes, in den er
ebenfalls von Spindelegger gedrängt wurde und der vom Heer sehr
erfolgreich bewältigt wurde. Er weiß um die internationalen
Mechanismen bei der Vorbereitung eines solchen Einsatzes, kennt auch
die Profilierungsmöglichkeiten, die sich für ihn persönlich bieten.
Vor allem aber weiß Darabos, dass er sich auf das Bundesheer
verlassen kann. Auch wenn Experten bezweifeln, dass er ohne Weiteres
zehn Mediziner mit Jagdkommando-Qualifikation nach Afrika schicken
kann - der Einsatz ist durchaus chancenreich: Nach und nach
entwickelt das Bundesheer neue Kompetenzen und gewinnt Ansehen -
jenseits vom kleinlichen Parteienstreit.
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