- 31.01.2013, 12:07:43
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JUGENDVERTRETUNG zu Gewalt an Kindern: Kinderrechte brauchen mehr als ein Gesetz!
Anlässlich der aktuellen Gewaltzahlen betont die BJV die Bedeutung von Kinderrechtsbildung und Prävention, um Schutz von Kindern zu verbessern.
Utl.: Anlässlich der aktuellen Gewaltzahlen betont die BJV die
Bedeutung von Kinderrechtsbildung und Prävention, um Schutz
von Kindern zu verbessern. =
Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) sieht in den aktuell
präsentierten Zahlen zum Thema Gewalt an Kindern großen
Handlungsbedarf: "Die Zahlen über Gewalt an Kindern in Österreich
sind beschämend und zeigen, wie groß der Handlungsbedarf im
Kinderrechtsbereich nach wie vor ist", betont BJV-Vorsitzende Rodaina
El Batnigi. "Gewalt gegen Kinder, dazu zählt auch die vielbesagte
"Watsche", ist immer ein Verstoß gegen die Rechte des Kindes!"
Die Vorsitzende verweist in diesem Zusammenhang auf das 2011
beschlossene Bundesverfassungsgesetz Kinderrechte: "Kinderrechte auf
einem Blatt Papier festzuschreiben ist ein wichtiger, aber nur ein
erster Schritt. Doch mit einem Gesetz allein ist es nicht getan. Um
die Situation für Kinder und Jugendliche tatsächlich zu verbessern,
braucht es ein Bündel an weiterführenden Maßnahmen, damit diese auch
verwirklicht werden können."
Außerdem muss das Bundesverfassungsgesetz über die Rechte des Kindes
ausgeweitet werden, um alle Kinderrechte abzudecken, inklusive jener
im Gesundheitsbereich.
Über Kinderrechte aufklären!
Vor allen Dingen müssten Kinderrechte in Politik und Gesellschaft
verankert werden: "Es nützt nichts, ein Bundesverfassungsgesetz zu
haben, wenn Betroffene nicht darüber Bescheid wissen. Vielen
Erziehungsberechtigten ist gar nicht bewusst, dass sie unrecht
handeln und Kindern mit ihrem Verhalten Schaden zufügen", erklärt El
Batnigi.
Gewalt beginnt nicht erst bei Schlägen
Die Vorsitzende verweist dabei auf die unterschiedlichen Ebenen von
Gewalt, die nicht nur körperliche Gewalt betrifft: "Einerseits haben
wir es immer noch mit einer sehr hohen Quote an direkter physischer
Gewalt wie Schlägen zu tun. Aber Gewalt geht noch viel weiter: Dies
fängt schon damit an, wie mit Kindern geredet wird und ob sie ernst
genommen werden. Sätze wie "Geh mir aus den Augen" oder "Das schaffst
du sowieso nicht" sind leider für viele Kinder immer noch
alltäglich."
Die BJV betont, dass auch das Miterleben von häuslicher Gewalt für
Kinder immer traumatisierend ist: "Wenn Kinder mitbekommen müssen,
dass ihre Eltern streiten oder einem Elternteil Gewalt zugefügt wird,
ist das immer traumatisierend. Beispielsweise ist Gewalt an Frauen in
Familien immer auch Gewalt an Kindern", so El Batnigi.
Prävention und Kinderrechtsbildung gefordert
Die Bundesjugendvertretung fordert jetzt den Ausbau präventiver
Maßnahmen: "Einerseits muss Eltern in Belastungssituationen mehr
Unterstützung geboten werden, die leicht zugänglich ist. Andererseits
muss der Bereich Kinderrechtsbildung noch ausgebaut werden. Das
heißt, dass sowohl Erziehungsberechtige, PädagogInnen und andere
Personen, die mit Kindern arbeiten, über Kinderrechte aufgeklärt
werden müssen. Nur so können die Kinderrechte letztendlich auch
direkt bei den Kindern ankommen", betont El Batnigi abschließend.
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