JUGENDVERTRETUNG zu Gewalt an Kindern: Kinderrechte brauchen mehr als ein Gesetz!

Anlässlich der aktuellen Gewaltzahlen betont die BJV die Bedeutung von Kinderrechtsbildung und Prävention, um Schutz von Kindern zu verbessern.

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) sieht in den aktuell präsentierten Zahlen zum Thema Gewalt an Kindern großen Handlungsbedarf: "Die Zahlen über Gewalt an Kindern in Österreich sind beschämend und zeigen, wie groß der Handlungsbedarf im Kinderrechtsbereich nach wie vor ist", betont BJV-Vorsitzende Rodaina El Batnigi. "Gewalt gegen Kinder, dazu zählt auch die vielbesagte "Watsche", ist immer ein Verstoß gegen die Rechte des Kindes!"
Die Vorsitzende verweist in diesem Zusammenhang auf das 2011 beschlossene Bundesverfassungsgesetz Kinderrechte: "Kinderrechte auf einem Blatt Papier festzuschreiben ist ein wichtiger, aber nur ein erster Schritt. Doch mit einem Gesetz allein ist es nicht getan. Um die Situation für Kinder und Jugendliche tatsächlich zu verbessern, braucht es ein Bündel an weiterführenden Maßnahmen, damit diese auch verwirklicht werden können."
Außerdem muss das Bundesverfassungsgesetz über die Rechte des Kindes ausgeweitet werden, um alle Kinderrechte abzudecken, inklusive jener im Gesundheitsbereich.

Über Kinderrechte aufklären!

Vor allen Dingen müssten Kinderrechte in Politik und Gesellschaft verankert werden: "Es nützt nichts, ein Bundesverfassungsgesetz zu haben, wenn Betroffene nicht darüber Bescheid wissen. Vielen Erziehungsberechtigten ist gar nicht bewusst, dass sie unrecht handeln und Kindern mit ihrem Verhalten Schaden zufügen", erklärt El Batnigi.

Gewalt beginnt nicht erst bei Schlägen

Die Vorsitzende verweist dabei auf die unterschiedlichen Ebenen von Gewalt, die nicht nur körperliche Gewalt betrifft: "Einerseits haben wir es immer noch mit einer sehr hohen Quote an direkter physischer Gewalt wie Schlägen zu tun. Aber Gewalt geht noch viel weiter: Dies fängt schon damit an, wie mit Kindern geredet wird und ob sie ernst genommen werden. Sätze wie "Geh mir aus den Augen" oder "Das schaffst du sowieso nicht" sind leider für viele Kinder immer noch alltäglich."
Die BJV betont, dass auch das Miterleben von häuslicher Gewalt für Kinder immer traumatisierend ist: "Wenn Kinder mitbekommen müssen, dass ihre Eltern streiten oder einem Elternteil Gewalt zugefügt wird, ist das immer traumatisierend. Beispielsweise ist Gewalt an Frauen in Familien immer auch Gewalt an Kindern", so El Batnigi.

Prävention und Kinderrechtsbildung gefordert

Die Bundesjugendvertretung fordert jetzt den Ausbau präventiver Maßnahmen: "Einerseits muss Eltern in Belastungssituationen mehr Unterstützung geboten werden, die leicht zugänglich ist. Andererseits muss der Bereich Kinderrechtsbildung noch ausgebaut werden. Das heißt, dass sowohl Erziehungsberechtige, PädagogInnen und andere Personen, die mit Kindern arbeiten, über Kinderrechte aufgeklärt werden müssen. Nur so können die Kinderrechte letztendlich auch direkt bei den Kindern ankommen", betont El Batnigi abschließend.

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