- 29.01.2013, 13:20:36
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ÖGJ: Fachkräftestipendium durch Fachkräftemilliarde ergänzen
Ausbildungskosten fair verteilen: Auch die Ausbildungsverweigerer unter den Betrieben sollen zahlen
Utl.: Ausbildungskosten fair verteilen: Auch die
Ausbildungsverweigerer unter den Betrieben sollen zahlen =
Wien (OTS/ÖGB) - "Das von der Regierung heute beschlossene
Bildungspaket beinhaltet wichtige Maßnahmen wie das
Fachkräftestipendium. Darüber darf aber eines nicht vergessen werden:
Hauptsächlich sollte die Wirtschaft für die Ausbildung der von ihr
dringend benötigten Fachkräfte zuständig sein, doch in der Realität
ziehen sich viele Betriebe aus der Lehrlingsausbildung zurück", sagt
Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), und erinnert an die Forderung nach einer
Fachkräftemilliarde.++++
Statt Lehrlinge aufzunehmen, zieht sich die Wirtschaft aus der
Fachkräfteausbildung zurück. "Seit 1980 ist die Zahl der Lehrstellen
um ein Drittel zurückgegangen, gerade 20 Prozent der Unternehmen, die
Lehrlinge ausbilden könnten, tun das auch. Die Zahlen machen klar,
dass vor allem auf der Seite der Wirtschaft einiges getan werden
muss, damit die Zahl der Ausbildungsverweigerer unter den Unternehmen
wieder sinkt. Die Gewerkschaftsjugend hat ihr Modell für eine
Fachkräftemilliarde längst auf den Tisch gelegt. Es umfasst
Qualitätsförderung sowie Anreize, wieder mehr Lehrlinge auszubilden."
Fachkräftemilliarde für mehr Lehrausbildung und bessere
Qualität
Zur fairen Aufteilung der Ausbildungskosten zwischen Unternehmen mit
Lehrlingen auf der einen und Ausbildungsverweigerern auf der anderen
Seite fordert die ÖGJ eine Fachkräftemilliarde. Ein Prozent der
Bruttoentgeltsumme soll von den Unternehmen eingehoben werden. 2009
wären so aus der Lohnsumme der Vollzeitbeschäftigten 756,2 Millionen
Euro zur Verfügung gestanden. Rechnet man die Teilzeitbeschäftigten
mit, kommt man auf eine Milliarde Euro für die Fachkräfte-Aus- und
Weiterbildung - Mehreinnahmen von 850 Millionen Euro im Vergleich zum
derzeitigen Modell, wonach die Betriebe in den Insolvenzfonds Geld
für die Lehrstellenförderung einzahlen. Geld aus der
Fachkräftemilliarde soll dann an jene (derzeit gerade 20 Prozent der)
Unternehmen fließen, die Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen aus der
Fachkräftemilliarde die Plätze in überbetrieblichen
Ausbildungsplätzen finanziert werden, die derzeit der Bund (über das
AMS) finanziert. Ersparnis für die SteuerzahlerInnen: 150 Millionen
Euro pro Jahr.
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