ÖGJ: Fachkräftestipendium durch Fachkräftemilliarde ergänzen

Ausbildungskosten fair verteilen: Auch die Ausbildungsverweigerer unter den Betrieben sollen zahlen

Wien (OTS/ÖGB) - "Das von der Regierung heute beschlossene Bildungspaket beinhaltet wichtige Maßnahmen wie das Fachkräftestipendium. Darüber darf aber eines nicht vergessen werden:
Hauptsächlich sollte die Wirtschaft für die Ausbildung der von ihr dringend benötigten Fachkräfte zuständig sein, doch in der Realität ziehen sich viele Betriebe aus der Lehrlingsausbildung zurück", sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), und erinnert an die Forderung nach einer Fachkräftemilliarde.++++

Statt Lehrlinge aufzunehmen, zieht sich die Wirtschaft aus der Fachkräfteausbildung zurück. "Seit 1980 ist die Zahl der Lehrstellen um ein Drittel zurückgegangen, gerade 20 Prozent der Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden könnten, tun das auch. Die Zahlen machen klar, dass vor allem auf der Seite der Wirtschaft einiges getan werden muss, damit die Zahl der Ausbildungsverweigerer unter den Unternehmen wieder sinkt. Die Gewerkschaftsjugend hat ihr Modell für eine Fachkräftemilliarde längst auf den Tisch gelegt. Es umfasst Qualitätsförderung sowie Anreize, wieder mehr Lehrlinge auszubilden."

Fachkräftemilliarde für mehr Lehrausbildung und bessere Qualität

Zur fairen Aufteilung der Ausbildungskosten zwischen Unternehmen mit Lehrlingen auf der einen und Ausbildungsverweigerern auf der anderen Seite fordert die ÖGJ eine Fachkräftemilliarde. Ein Prozent der Bruttoentgeltsumme soll von den Unternehmen eingehoben werden. 2009 wären so aus der Lohnsumme der Vollzeitbeschäftigten 756,2 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Rechnet man die Teilzeitbeschäftigten mit, kommt man auf eine Milliarde Euro für die Fachkräfte-Aus- und Weiterbildung - Mehreinnahmen von 850 Millionen Euro im Vergleich zum derzeitigen Modell, wonach die Betriebe in den Insolvenzfonds Geld für die Lehrstellenförderung einzahlen. Geld aus der Fachkräftemilliarde soll dann an jene (derzeit gerade 20 Prozent der) Unternehmen fließen, die Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen aus der Fachkräftemilliarde die Plätze in überbetrieblichen Ausbildungsplätzen finanziert werden, die derzeit der Bund (über das AMS) finanziert. Ersparnis für die SteuerzahlerInnen: 150 Millionen Euro pro Jahr.

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