- 29.01.2013, 10:20:31
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AUGE/UG zu gescheiterten KV Verhandlungen im Sozial- und Gesundheitsbereich: "Reden wir über Streik!"
Abschluss unter Inflationsrate für Beschäftigte im unterbezahlten privaten Sozial- und Gesundheitsbereich "nicht verkraftbar".
Utl.: Abschluss unter Inflationsrate für Beschäftigte im
unterbezahlten privaten Sozial- und Gesundheitsbereich "nicht
verkraftbar". =
Wien (OTS) - Am 24. Jänner scheiterte die zweite
Kollektivvertrags-Verhandlungsrunde für den 120.000 Beschäftigte
umfassenden privaten Gesundheits- und Sozialbereich.
"Allen Beteiligten, sowohl dem Arbeitgeberverband
"Sozialwirtschaft Österreich" auf der einen Seite und GPA-DJP und
Vida auf der anderen Seite ist klar, dass es sich um einen
unterbezahlten Bereich mit hohen Arbeitsanforderungen handelt.
Trotzdem haben die Arbeitgeber, allen voran Vorsitzender Wolfgang
Gruber eine Lohnerhöhung unter der Inflationsrate vorgeschlagen. Eine
Situation, die für die betroffenen MitarbeiterInnen, zumeist Frauen
und Teilzeitbeschäftigte, nicht verkraftbar ist. Hier geht es nicht
ums wollen, es ist einfach nicht zumutbar!" kommentiert Stefan Taibl,
Betriebsratsvorsitzender der PSZ GmbH und AUGE/UG-Vertreter im
Wirtschaftsbereich 17 der Sozial- und Gesundheitsberufe in der
GPA-djp, die Unterbrechung der KV-Verhandlungen.
Zwt.: Einkommen im Sozial- und Gesundheitsbereich rund 20 % unter
Schnitt!
Stefan Taibl - er ist auch Arbeiterkammerrat der Alternativen,
Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) in der AK
Niederösterreich - erinnert in diesem Zusammenhang an den aktuellen
Einkommensbericht des Rechnungshofs: demnach liegen die mittleren
Jahreseinkommen im Sozial- und Gesundheitsbereich mit 20.263 Euro
rund 20 % unter den mittleren ArbeitnehmerInneneinkommen insgesamt
und reiht sich damit auf Platz 13 von 18 ein. Mit einem Frauenanteil
von 78 % und einem Anteil an Teilzeitbeschäftigten von 56 % belegt
der Sozial- und Gesundheitsbereich jeweils Platz 1 unter allen
Branchen.
Zwt.: Reden wir über Streik!
Angesichts dieser Einkommensunterschiede ist die Forderung nach
einem Reallohnzuwachs, wie er von den Gewerkschaften vertreten wird,
nur selbstverständlich, soll die Einkommensschere zwischen den
Branchen verkleinert werden.
Das sei zwar auch der Arbeitgeberseite einsichtig, allerdings
würde es keine Bereitschaft geben, die Einkommen entsprechend zu
erhöhen. "Wollen uns die Arbeitgeber noch weiter ins 'working poor'
treiben? Was sind das dann für Leute, die da in den
Geschäftsführungen 'sozialer' Vereine sitzen?" fragt Taibl.
Volle Unterstützung gebe es auch seitens der AUGE/UG und aller
Unabhängiger GewerkschafterInnen im ÖGB für die Demonstrationen am
30. Jänner. "Nicht zuletzt, weil es nicht nur um faire Abschlüsse im
privaten Sozial- und Gesundheitsbereich geht, sondern auch um die
Abwehr von Nulllohnrunden im öffentlichen und kommunalen Sozial- und
Gesundheitssektor," zeigt sich Taibl solidarisch. Der
AUGE/UG-Vertreter erinnert daran, "dass es nach wie vor jede Menge
privater sozialer Vereine - etwa im Jugendbereich - gibt, deren
Lohnentwicklung nicht an Kollektivverträge, sondern an jene der
öffentlichen Dienste gekoppelt ist. Wir gehen daher auch für die und
mit den betroffenen KollegInnen in den öffentlichen Diensten und
angehängten Vereinen auf die Straße".
Sollten diese Proteste allerdings keine Wirkung auf die nächste
Verhandlungsrunde am 4. Februar zeigen, sollten Streiks ins Auge
gefasst werden, so BR-Vorsitzender Taibl.
"Wenn nichts weitergeht, wird es notwendig werden, eben über
Arbeitsniederlegungen auf die soziale und wirtschaftliche Bedeutung
unserer Arbeit hinzuweisen. Dann können sich alle ein Bild darüber
machen - Geschäftsführungen wie öffentliche Fördergeber - was es
bedeutet, wenn Pflege und Betreuung plötzlich wieder von Angehörigen
übernommen werden müssen. Oder wenn professionelle Hilfe nur in
eingeschränktem Umfang zur Verfügung steht, wenn nur noch Notdienst
gemacht wird. Wenn öffentliche Hand und Geschäftsführungen mit ihrem
Sparkurs gegenüber MitarbeiterInnen und sozialen Diensten so
weitermachen wie bisher, droht mittelfristig ohnehin der soziale
Notstand. Wir sind es unseren MitarbeiterInnen, unseren KlientInnen
und den sozialen Diensten schuldig, dass wir uns zur Wehr setzen.
Jetzt, um noch Schlimmeres zu verhindern," schließt Taibl.
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