"Aufruf zur Demo ist Pseudo-Interessensvertretung!"

NÖ Hilfswerk-Geschäftsführer Christoph Gleirscher kann den Aufruf der Gewerkschaft zu Protesten nicht nachvollziehen.

St. Pölten (OTS) - "Als Beteiligter der Kollektivertragsverhandlungen fühle ich mich gefrotzelt. Ein Abschluss etwas über der Inflationsrate wäre bei anderer Verhandlungstaktik in den letzten Wochen möglich gewesen", bringt es Christoph Gleirscher auf den Punkt. Der NÖ Hilfswerk-Geschäftsführer ist Mitglied des 20-köpfigen Verhandlungsteams auf Arbeitgeberseite bei den Kollektivvertragsverhandlungen für Arbeitnehmer/innen in Sozial- und Gesundheitsberufen (BAGS).

"Als Geschäftsführer fühle ich mich persönlich verpflichtet, alles dafür zu tun, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zumindest die Inflationsrate abzugelten und darüber hinaus reale Lohnzuwächse zu ermöglichen. Diesen Handlungsspielraum muss man sich aber erst erwirtschaften, gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern im Land und bei den Gemeinden", erläutert Gleirscher.

Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wurden nach mehreren Runden, die jeweils bis spät in die Nacht dauerten, bei einem Angebot von unter 2,4% Gehaltsanpassung einerseits bzw. einer Forderung von über 3% Lohnerhöhung andererseits abgebrochen. Es ist also unschwer auszurechnen, wo sich die beiden Seiten am Ende des Tages ungefähr treffen werden. Ändern wird eine Kundgebung nach Meinung Gleirschers am zu erwartenden Verhandlungsergebnis nichts.

Die Durchführung der Kundgebung wenige Wochen vor der Landtagswahl ist nur parteipolitisch zu erklären. Dies ist umso unverständlicher, als die NÖ Landesregierung immer signalisiert hat, die Autonomie der Kollektivvertragspartner zu akzeptieren und eine argumentierbare Lohnerhöhung mitzutragen. In anderen Bundesländern wie z.B. Wien oder Salzburg ist diese Haltung nicht so eindeutig wahrzunehmen.

"Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der mobilen Pflege leisten großartige Arbeit", ist Gleirscher überzeugt. "Schade dass sie keine besseren Interessensvertreter in der Gewerkschaft mobilisieren können. Sie hätten es sich verdient."

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