BIO AUSTRIA Bauerntage unter dem Motto "Wachsen und gut leben"

Wels (OTS) - Die größte Weiterbildungsveranstaltung in der Bio-Landwirtschaft in Österreich macht mit mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Schloss Puchberg für drei Tage zum Zentrum der Bio-Landwirtschaft.

"Wohin wächst die Bio-Landwirtschaft?", "Stehen betriebliches Wachstum und Lebensqualität im Widerspruch?", "Wachstum in der Wirtschaft versus Wachstum in der Natur" - diesen Fragen widmen sich die neunten BIO AUSTRIA Bauerntage am heutigen Eröffnungstag im Schloss Puchberg bei Wels. BIO AUSTRIA-Obmann Stellvertreter Manfred Siller fordert, den längst fälligen Paradigmenwechsel einzuleiten:
"Es ist höchste Zeit, dass Politik und Wirtschaft erkennen, dass ein Lebensmittelmarkt, der unter immer härteren, unökologischen und unsozialen Bedingungen immer billigere Lebensmittel produziert, die dann zu einem Drittel im Müll landen, keine Zukunft hat. Die Bio-Landwirtschaft zeigt auf, wie qualitatives Wachstum die Bedürfnisse der Bäuerinnen und Bauern, der KonsumentInnen und der Gesellschaft erfüllen kann".

Wachstumsbranche Bio

Mit knapp 20% Flächenanteil und 16,3% Anteil der landwirtschaftlichen Betriebe hat die biologische Landwirtschaft in Österreich eine in jeder Hinsicht relevante Größe erreicht. Der Bio-Markt ist unbestritten ein erfolgreicher Wachstumsmarkt und verzeichnete zuletzt Umsatzzuwachsraten von 7,7% (Österreich, 2011) bzw. 8% (EU, 2010). Eine aktuelle Umfrage der KeyQUEST Marktforschungs GmbH bescheinigt ein weiteres Wachstum: 6% der konventionell geführten Betriebe können sich vorstellen, bei guten Förderbedingungen auf Bio umzustellen, für weitere 27% ist ein Umstieg eventuell denkbar. Eine repräsentative Befragung der ÖsterreicherInnen belegt deren hohe Wertschätzung für Bio und deren eindeutige, positive Haltung, wenn es darum geht, die Bio-Landwirtschaft im besonderen Maße zu fördern. Der Einkauf von Bio-Lebensmitteln liegt in Österreich bei 118 Euro pro Kopf und Jahr und damit weltweit an vierter Stelle.

Spannungsfeld Wirtschaft und Lebensqualität

Unter dem Generalmotto "Wachsen und gut leben" beleuchten die Redner des Eröffnungstages das Spannungsverhältnis zwischen wirtschaftlichem und eigenem Anspruch, gut zu wirtschaften und sich betrieblich und persönlich zu entwickeln. PD Dr. Leopold Kirner von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft: "Wachstum ist unter den allgemeinen Wirtschaftsverhältnissen auch für Bio-Betriebe ein fixer Bestandteil strategischer Überlegungen. Es muss jedoch nicht immer das quantitative Wachstum in Richtung größere Flächen oder Tierbestände sein, es gibt auch qualitatives Wachstum wie die Vernetzung mit anderen Betrieben (Kooperationen), die Veredelung von Produkten (Wertschöpfung) oder die Kombination von Betriebszweigen (Diversifizierung)."

Em. Univ.-Prof. Dr. Peter Heintel, Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universität Klagenfurt stellt fest:
"Die Landwirtschaft bedarf einer gesonderten Wirtschaftsform, BIO AUSTRIA hat sich auf den Weg begeben. Es wird zu diskutieren sein, wie sie aussehen kann."

Fortbildung auf hochkarätig besetzten Fachtagen

Christa Größ, Leiterin des Geschäftsfelds Landwirtschaft bei BIO AUSTRIA: "Fast 100 Referentinnen und Referenten bringen bei den heurigen BIO AUSTRIA Bauerntagen ihr Wissen und ihre Erfahrung ein. Bei der Auswahl ist uns der Mix aus VertreterInnen aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis wichtig. Denn wir sind überzeugt, dass eine

Weiterentwicklung der Bio-Landwirtschaft nur aus einer gedeihlichen Zusammenarbeit all dieser ExpertInnen erfolgen kann. Neben Inhalten aus Produktion, Betriebswirtschaft und Vermarktung legen wir auch Wert auf Themen aus den Bereichen Persönlichkeitsbildung und Lebensqualität, denn diese beeinflussen wesentlich den Betriebserfolg."

Innovationen für die Zukunft fördern

Bereits zum vierten Mal verleiht BIO AUSTRIA am Eröffnungsabend der Bauerntage den von BIO AUSTRIA ausgeschriebenen Innovationspreis "BIO AUSTRIA-Fuchs" an die ErfinderInnen von drei besonders innovativen Lösungen für die landwirtschaftliche Praxis. Der erste Preis und die Bio-Fuchs Skulptur gehen an Stefan Edlmayr aus dem oberösterreichischen Niederneukirchen für seine Kombination von Pflug und Mulchsaat. Diese bietet in Regionen, in denen pflugloser Ackerbau problematisch ist, eine gute, die Bodenfruchtbarkeit erhöhende, vor Erosion schützende Lösung. Der zweite Preis geht an Marion Aigner-Filz aus Porrau, Niederösterreich, für ihre Erfindung einer multifunktionalen Gemüsewaschmaschine. Die ergonomisch bedienbare Konstruktion ermöglicht gleichzeitiges, Ressourcen schonendes Waschen verschiedener Gemüsesorten bei deutlich reduziertem Arbeitskräfteaufwand. Siegfried Fürst aus Neumarkt im Mühlkreis wird für die Entwicklung eines Ab- und Aufbaugerätes für Weidezäune mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Seine Erfindung ermöglicht ein automatisches, effizientes, zeitsparendes und komplikationsfreies Auf- und Abspulen von Zaundrähten.

Gestiftet wurden die Preise von den Firmen Schachinger aus Seitenstetten (1.Preis) und Hörmann aus St. Peter/Au (2. Preis) sowie der Österreichischen Hagelversicherung (3.Preis).

Rückfragen & Kontakt:

Eva Straka, Pressesprecherin BIO AUSTRIA
Tel.: +43/676/842 214 214
E-Mail: eva.straka@bio-austria.at

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