- 28.01.2013, 10:19:09
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BIO AUSTRIA Bauerntage unter dem Motto "Wachsen und gut leben"
Wels (OTS) - Die größte Weiterbildungsveranstaltung in der
Bio-Landwirtschaft in Österreich macht mit mehr als 1.000
Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Schloss Puchberg für drei Tage
zum Zentrum der Bio-Landwirtschaft.
"Wohin wächst die Bio-Landwirtschaft?", "Stehen betriebliches
Wachstum und Lebensqualität im Widerspruch?", "Wachstum in der
Wirtschaft versus Wachstum in der Natur" - diesen Fragen widmen sich
die neunten BIO AUSTRIA Bauerntage am heutigen Eröffnungstag im
Schloss Puchberg bei Wels. BIO AUSTRIA-Obmann Stellvertreter Manfred
Siller fordert, den längst fälligen Paradigmenwechsel einzuleiten:
"Es ist höchste Zeit, dass Politik und Wirtschaft erkennen, dass ein
Lebensmittelmarkt, der unter immer härteren, unökologischen und
unsozialen Bedingungen immer billigere Lebensmittel produziert, die
dann zu einem Drittel im Müll landen, keine Zukunft hat. Die
Bio-Landwirtschaft zeigt auf, wie qualitatives Wachstum die
Bedürfnisse der Bäuerinnen und Bauern, der KonsumentInnen und der
Gesellschaft erfüllen kann".
Wachstumsbranche Bio
Mit knapp 20% Flächenanteil und 16,3% Anteil der
landwirtschaftlichen Betriebe hat die biologische Landwirtschaft in
Österreich eine in jeder Hinsicht relevante Größe erreicht. Der
Bio-Markt ist unbestritten ein erfolgreicher Wachstumsmarkt und
verzeichnete zuletzt Umsatzzuwachsraten von 7,7% (Österreich, 2011)
bzw. 8% (EU, 2010). Eine aktuelle Umfrage der KeyQUEST
Marktforschungs GmbH bescheinigt ein weiteres Wachstum: 6% der
konventionell geführten Betriebe können sich vorstellen, bei guten
Förderbedingungen auf Bio umzustellen, für weitere 27% ist ein
Umstieg eventuell denkbar. Eine repräsentative Befragung der
ÖsterreicherInnen belegt deren hohe Wertschätzung für Bio und deren
eindeutige, positive Haltung, wenn es darum geht, die
Bio-Landwirtschaft im besonderen Maße zu fördern. Der Einkauf von
Bio-Lebensmitteln liegt in Österreich bei 118 Euro pro Kopf und Jahr
und damit weltweit an vierter Stelle.
Spannungsfeld Wirtschaft und Lebensqualität
Unter dem Generalmotto "Wachsen und gut leben" beleuchten die
Redner des Eröffnungstages das Spannungsverhältnis zwischen
wirtschaftlichem und eigenem Anspruch, gut zu wirtschaften und sich
betrieblich und persönlich zu entwickeln. PD Dr. Leopold Kirner von
der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft: "Wachstum ist unter den
allgemeinen Wirtschaftsverhältnissen auch für Bio-Betriebe ein fixer
Bestandteil strategischer Überlegungen. Es muss jedoch nicht immer
das quantitative Wachstum in Richtung größere Flächen oder
Tierbestände sein, es gibt auch qualitatives Wachstum wie die
Vernetzung mit anderen Betrieben (Kooperationen), die Veredelung von
Produkten (Wertschöpfung) oder die Kombination von Betriebszweigen
(Diversifizierung)."
Em. Univ.-Prof. Dr. Peter Heintel, Fakultät für Interdisziplinäre
Forschung und Fortbildung der Universität Klagenfurt stellt fest:
"Die Landwirtschaft bedarf einer gesonderten Wirtschaftsform, BIO
AUSTRIA hat sich auf den Weg begeben. Es wird zu diskutieren sein,
wie sie aussehen kann."
Fortbildung auf hochkarätig besetzten Fachtagen
Christa Größ, Leiterin des Geschäftsfelds Landwirtschaft bei BIO
AUSTRIA: "Fast 100 Referentinnen und Referenten bringen bei den
heurigen BIO AUSTRIA Bauerntagen ihr Wissen und ihre Erfahrung ein.
Bei der Auswahl ist uns der Mix aus VertreterInnen aus Wissenschaft
und Forschung, Wirtschaft, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis
wichtig. Denn wir sind überzeugt, dass eine
Weiterentwicklung der Bio-Landwirtschaft nur aus einer
gedeihlichen Zusammenarbeit all dieser ExpertInnen erfolgen kann.
Neben Inhalten aus Produktion, Betriebswirtschaft und Vermarktung
legen wir auch Wert auf Themen aus den Bereichen
Persönlichkeitsbildung und Lebensqualität, denn diese beeinflussen
wesentlich den Betriebserfolg."
Innovationen für die Zukunft fördern
Bereits zum vierten Mal verleiht BIO AUSTRIA am Eröffnungsabend
der Bauerntage den von BIO AUSTRIA ausgeschriebenen Innovationspreis
"BIO AUSTRIA-Fuchs" an die ErfinderInnen von drei besonders
innovativen Lösungen für die landwirtschaftliche Praxis. Der erste
Preis und die Bio-Fuchs Skulptur gehen an Stefan Edlmayr aus dem
oberösterreichischen Niederneukirchen für seine Kombination von Pflug
und Mulchsaat. Diese bietet in Regionen, in denen pflugloser Ackerbau
problematisch ist, eine gute, die Bodenfruchtbarkeit erhöhende, vor
Erosion schützende Lösung. Der zweite Preis geht an Marion
Aigner-Filz aus Porrau, Niederösterreich, für ihre Erfindung einer
multifunktionalen Gemüsewaschmaschine. Die ergonomisch bedienbare
Konstruktion ermöglicht gleichzeitiges, Ressourcen schonendes
Waschen verschiedener Gemüsesorten bei deutlich reduziertem
Arbeitskräfteaufwand. Siegfried Fürst aus Neumarkt im Mühlkreis wird
für die Entwicklung eines Ab- und Aufbaugerätes für Weidezäune mit
dem dritten Preis ausgezeichnet. Seine Erfindung ermöglicht ein
automatisches, effizientes, zeitsparendes und komplikationsfreies
Auf- und Abspulen von Zaundrähten.
Gestiftet wurden die Preise von den Firmen Schachinger aus
Seitenstetten (1.Preis) und Hörmann aus St. Peter/Au (2. Preis) sowie
der Österreichischen Hagelversicherung (3.Preis).
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