- 28.01.2013, 09:00:02
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2013 Ausweitung der Investitionen in der Sachgütererzeugung - Bauunternehmen erwarten Stagnation
Ergebnisse des WIFO-Investitionstests vom Herbst 2012
Utl.: Ergebnisse des WIFO-Investitionstests vom Herbst 2012 =
Wien (OTS/WIFO) - Die Unternehmen der Sachgütererzeugung planen laut
WIFO-Investitionstest für 2013 eine Ausweitung der Investitionen um
nominell 13%. Diese Rate zählt EU-weit zu den höchsten. Angesichts
der Konjunkturlage scheinen diese Pläne optimistisch. Allerdings
sprechen der hohe Cash-Flow der Unternehmen und das nach wie vor
niedrige Zinsniveau für eine Belebung der Investitionen. Die
österreichischen Bauunternehmen sehen für 2013 eine Stagnation der
Investitionen vor (nominell +1%). Im Vorjahr kürzten sie die
Investitionen massiv. Hier machte sich bereits die heuer
bevorstehende Abkühlung im Hochbau bemerkbar.
In der Sachgütererzeugung sollen die Investitionen 2013 nominell
um 13% ausgeweitet werden, nachdem sie 2012 kaum gestiegen sind
(+3%). Dennoch bleiben sie um 6% unter dem Wert von 2008 und
erreichen nicht das Niveau des letzten Konjunkturhöhepunktes. Dies
sind die Ergebnisse des jüngsten WIFO-Investitionstests.
Die Investitionspläne für 2013 sind angesichts der mäßigen
Konjunkturaussichten in der Sachgütererzeugung und in der
Gesamtwirtschaft beachtlich und möglicherweise etwas zu optimistisch.
Allerdings sprechen einige Faktoren für ein Anziehen der
Investitionsnachfrage: Die Unternehmen verfügen über einen relativ
hohen Cash-Flow, und die Zinssätze für Unternehmenskredite sind
weiterhin niedrig.
Wie ein Vergleich mit den Investitionstest-Ergebnissen aus den
anderen EU-Ländern zeigt, gehört die in Österreich für 2013 geplante
Ausweitung der Investitionen EU-weit zu den höchsten. Nur in Belgien,
Spanien und einigen osteuropäischen EU-Ländern planen die Unternehmen
der Sachgütererzeugung eine stärkere Ausweitung der Investitionen als
in Österreich. Insgesamt lassen die EU-weiten Investitionstests 2013
eine Stagnation der Investitionen der europäischen Sachgütererzeugung
erwarten (nominell +1%).
Im Zuge des WIFO-Investitionstests wurden die österreichischen
Sachgütererzeuger auch nach dem Zweck ihrer Investitionen
("Investitionsmotive") gefragt. 77% der Unternehmen nannten hier den
Ersatz alter Anlagen und 62% die Rationalisierung. Beide Werte liegen
im Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Etwas unter dem Durchschnitt
bleibt dagegen das Motiv der Kapazitätsausweitung: 43% der
Unternehmen investieren 2013, um ihre Kapazitäten zu vergrößern
(Mehrfachnennungen möglich).
Im Gegensatz zu den Sachgütererzeugern wollen die österreichischen
Bauunternehmen 2013 ihre Investitionen nicht ausweiten, sondern auf
dem Niveau des Vorjahres halten (nominell +1%), nachdem sie sie 2012
gekürzt haben (-18%). Dies sind die Vorboten einer abflauenden
Dynamik in der Bauwirtschaft. So wurden 2012 weniger Baubewilligungen
erteilt als im Jahr davor, dies wird 2013 zu einer Abkühlung der
Baukonjunktur beitragen.
Der Ersatz alter Anlagen wird von den Bauunternehmen seit einigen
Jahren bei weitem am häufigsten als Investitionsmotiv genannt (2013:
92%). 2013 werden Rationalisierungsinvestitionen wieder an Bedeutung
gewinnen, ein Hinweis auf die erwartete Eintrübung der Baukonjunktur
(42% der Bauunternehmen, 2012: 33%). Lediglich 15% der Bauunternehmen
nennen Kapazitätsausweitung als treibende Kraft für ihre
Investitionspläne (Mehrfachnennungen möglich).
Am WIFO-Investitionstest beteiligten sich im Oktober und November
2012 720 Unternehmen aus den Bereichen Sachgütererzeugung und
Bauwirtschaft. Der WIFO-Investitionstest wird seit 1963 durchgeführt
und ist seit 1996 Teil des gemeinsamen harmonisierten Programmes für
Konjunkturumfragen in der Europäischen Union. Dieses Programm wird
von der Europäischen Kommission (DG ECFIN) auch finanziell
unterstützt.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
1/2013 (http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/46144).
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