- 21.01.2013, 10:44:17
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Wintertagung 2013: Intensivierung und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch
60. Wintertagung des Ökosozialen Forums von 21. bis 25. Jänner 2013 mit acht Schwerpunkten an sieben Veranstaltungsorten - Generalthema: Intensivierung? Ja, aber nachhaltig!

Utl.: 60. Wintertagung des Ökosozialen Forums von 21. bis 25. Jänner
2013 mit acht Schwerpunkten an sieben Veranstaltungsorten -
Generalthema: Intensivierung? Ja, aber nachhaltig! =
Wien (OTS) - "Wir stehen vor der globalen Herausforderung, einer
stetig wachsenden Weltbevölkerung genügend Lebensmittel und
erneuerbare Energie zur Verfügung zu stellen. Die EU fordert
gleichzeitig eine Stilllegung von sieben Prozent der produktiven
Flächen. Darüber hinaus müssen wir davon ausgehen, dass die
produktiven Flächen abnehmen werden. Die Frage ist: Wie soll das
zusammenpassen? Und genau diese Frage stellen wir uns bei der
heurigen Wintertagung mit dem Motto "Intensivierung? Ja, aber
nachhaltig!". Eine nachhaltige Intensivierung der
landwirtschaftlichen Produktion ist aus meiner Sicht die einzige
Lösung auf diesen Widerspruch. Das gilt auch für Österreich", so der
Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf heute anlässlich
der Eröffnung der 60. Wintertagung.
Der Intensivierung der Produktion widmet sich auch ein Modul der
breit angelegten Initiative "Unternehmen Landwirtschaft 2020" von
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich. Sie zielt auf
Wettbewerbsfähigkeit, gesunde und sichere Lebensmittel, Umwelt- und
Klimaschutz sowie erneuerbare Energie. "Damit die Bäuerinnen und
Bauern für die kommenden Herausforderungen optimal gerüstet sind,
müssen wir ihre Unternehmerkompetenz stärken. Mit den Bildungs- und
Beratungsangeboten aus Unternehmen Landwirtschaft 2020 geben wir
ihnen das notwendige Rüstzeug mit. Wesentlicher Bestandteil ist zudem
die Forcierung des Eiweißfuttermittel-Anbaus in Österreich.
Dadurch werden wir weniger von Importen abhängig, schaffen
Einkommensfenster für die Bäuerinnen und Bauern, stellen Qualität
sicher und tragen so schließlich zu einer insgesamt nachhaltigen
Landwirtschaft im Sinne des globalen Klima- und Umweltschutzes bei",
so Berlakovich.
Dass eine ökologische Intensivierung durch Nutzung des
Züchtungsfortschritts oder durch Verwendung moderner Technologien -
etwa precision farming - möglich ist, zeigt ein österreichisches
Beispiel: Bei der Zuckerrübe ist es gelungen, innerhalb von drei
Jahrzehnten die Stickstoffdüngung zu halbieren und den Ertrag zu
verdoppeln.
Auch FAO und OECD setzen auf eine nachhaltige Intensivierung. Ken
Ash, Direktor der Abteilung für Landwirtschaft und Handel der OECD in
Paris ergänzt: "Bis 2050 geschätzte 70 Prozent mehr Lebensmittel und
Futtermittel zu erzeugen - bei höheren, jedoch zunehmend volatilen
Güterpreisen - , etwas gleich viel Land und höchstwahrscheinlich
weniger Wasser zu verwenden, bedeutet, dass "business-as-usual" nicht
reichen wird. Wir brauchen neue politische Konzepte: ein verbessertes
Klima für Handel und Investitionen, effektive Risikomanagement-Tools
für gefährdete Hersteller, Konsumenten und Länder, die nachhaltige
Nutzung unserer endlichen Land-, Wasser- und Biodiversitätsressourcen
sowie stark verbesserte landwirtschaftliche Innovationssysteme",
ergänzt Ken Ash, der Direktor der Abteilung für Landwirtschaft und
Handel von der OECD in Paris. OECD und FAO fordern schon länger eine
nachhaltige Intensivierung auf den bestehenden Flächen.
Bildung und Beratung für mehr Erfolg
Um eine nachhaltige Intensivierung erfolgreich umsetzen zu können,
ist neben verstärkten Forschungsaktivitäten auch unternehmerisches
Denken der bäuerlichen Betriebe gefragt. Dass Innovation für die
österreichischen Bäuerinnen und Bauern längst kein Fremdwort mehr
ist, beweisen zahlreiche Beispiele aus ganz Österreich. Wer hätte je
gedacht, dass der beste Wodka der Welt aus heimischen Bioweizen
gemacht wird? Oder dass ein Wiener Jungbauer für seine
Weinbergschnecken den Innovationspreis der EU für Junglandwirte
bekommt? Einige dieser innovativen Projekte - wie etwa die Chilifarm
vom Niederösterreicher Richard Fohringer oder das Green Care Projekt
der Wiener Gärtnerin Anneliese Schippani - werden auch im Rahmen der
Wintertagung vor der Vorhang geholt.
"Wer am Markt Erfolg haben will, muss für den Wettbewerb gewappnet
sein. Die Landwirtschaftskammern und mit ihnen das LFI, und die
Organisationen der Meister, der Bäuerinnen und der Landjugend bieten
den Bäuerinnen und Bauern ein umfassendes Bildungs- und
Beratungsprogramm an. Dieses deckt die konventionellen Bereiche in
allen Sparten ebenso ab, wie den Biolandbau, es umfasst
Direktvermarktung, Ab-Hof-Verkauf und Urlaub am Bauernhof genauso wie
die Suche nach Innovationen oder neuen Modellen der betrieblichen
Zusammenarbeit. Ziel ist es, mit jedem interessierten bäuerlichen
Unternehmer ein maßgeschneidertes Betriebsmodell zu entwickeln, damit
dieser erfolgreich die Anforderungen der nächsten Jahre meistern
kann", kündigt der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich
Gerhard Wlodkowski eine noch stärkere Betonung des Schwerpunktes Aus-
und Weiterbildung an.
Auch Andreas Klauser, Präsident und CEO von Case IH & Steyr sowie
COO Fiat Industrial EMEA spricht sich für eine Intensivierung aus:
"Nachhaltig intensivieren heißt die Produktivität zu steigern und
gleichzeitig den Verbrauch zu senken. Mit Hilfe unserer innovativen
Landtechniklösungen und gemeinsam mit unseren Kunden stehen wir für
Verantwortungsbewusstsein in der Landwirtschaft."
Die Wintertagung des Ökosozialen Forums, die heuer bereits zum 60.
Mal stattfindet, ist die größte agrarische Informations- und
Diskussionsveranstaltung Österreichs. Bis Freitag finden an sieben
Veranstaltungsorten Veranstaltungen zu acht Schwerpunktthemen statt:
Angefangen von Ackerbau, Geflügel- und Schweineproduktion über Gemüse
bis hin zu Grünland- und Viehwirtschaft. Ein besonderes Highlight der
Fachtag Unternehmen Bauernhof, der die unternehmerische Kompetenz und
Innovationskraft der bäuerlichen Betriebe in den Mittelpunkt stellt.
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