• 18.01.2013, 13:05:49
  • /
  • OTS0196 OTW0196

Landwirtschaft hat Anrecht auf faire Leistungsabgeltung

Mehraufwendungen bei Bewirtschaftung müssen honoriert werden

Utl.: Mehraufwendungen bei Bewirtschaftung müssen honoriert werden =

Wien (OTS) - (18. Jänner 2013) Die Grüne Woche in Berlin, die
weltgrößte Verbraucherschau für Ernährung und Landwirtschaft, bildet
jährlich den agrarpolitischen Auftakt in Mitteleuropa. Die
bevorstehende Wintertagung des Ökosozialen Forums in Wien steht ganz
unter dem Motto "Intensivierung? Ja, aber nachhaltig!". Anlässlich
dieser zwei agrarpolitischen Hotspots und der aktuellen
Weichenstellungen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) betonen die
Land&Forst Betriebe Österreich, dass es die heimischen
Landbewirtschafter sind, die seit Generationen die
Lebensmittelversorgung garantieren und vielfältige Leistungen für den
ländlichen Raum, die Umwelt und die Gesellschaft erbringen. Eine
entsprechende Leistungsabgeltung für Betriebe ist gerecht, wobei
größere Betriebe bei Zahlungen nicht länger diskriminiert werden
dürfen.

Neue GAP braucht ausreichende Finanzierung

Derzeit laufen wichtige Weichenstellungen für die Reform der GAP.
Parallel dazu wird der Mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen
Union (2014-2020) verhandelt. Das übergeordnete Ziel der GAP-Reform
ist, den EU-Agrarsektor marktorientierter, nachhaltiger, innovativer
und wettbewerbsfähiger zu gestalten. Dabei stehen die notwendige
Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion als Reaktion auf das
Bevölkerungswachstum und die Anforderungen durch Umweltschutz,
Biodiversität, Klima sowie der Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum
und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Vordergrund. Weitere
Faktoren, wie stark schwankende Rohstoffpreise, rückläufiges
landwirtschaftliches Einkommen, steigende Produktionsauflagen und
Standards, zunehmender Budgetdruck, machen eine starke, umfassende
und effiziente Agrarpolitik für Landwirte, Konsumenten und Umwelt
unerlässlich.

"Damit die Ziele der GAP erfolgreich umgesetzt werden können, muss
das Agrarbudget mindestens in derselben Höhe bestehen bleiben. Denn
die neuen Herausforderungen verlangen von den landwirtschaftlichen
Betrieben ein Mehr an Leistung. Diese Leistungen müssen entsprechend
abgegolten werden. Dies ist nicht der Fall, wenn ab bestimmten Größen
Betriebe durch Regelungen wie die Modulation oder Deckelung bei
Prämien auf Zahlungen verzichten müssen, obwohl genau diese Betriebe
mehr Leistungen erbringen. Hier werden größere Betriebe ganz klar
diskriminiert und das muss sich in der neuen Reform unbedingt
ändern", fordert der Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, DI
Felix MONTECUCCOLI.

"In diesem Zusammenhang ist es auch an der Zeit klarzustellen,
dass der Begriff Agrarindustrie in Österreich leider oft falsch
verwendet wird. Unter Agrarindustrie fallen industrielle Verarbeiter
oder Zulieferer, wie Pflanzenschutzmittel- und Düngemittelhersteller
bzw. Maschinenhersteller, die losgelöst von der Ertragskraft des
Bodens wirtschaften. Größere heimische Betriebe mit Agrarindustrie zu
bezeichnen ist vollkommen falsch und wird auf das Schärfste
zurückgewiesen. Davon unabhängig bringen alle landwirtschaftlichen
Betriebe in Österreich enorme Leistungen für die Gesellschaft - und
das nachhaltig und umweltgerecht in der Verantwortung für Grund und
Boden", räumt DI Felix MONTECUCCOLI mit dem Mythos "Agrarindustrie in
Österreich" auf.

Public Goods sind keine Selbstverständlichkeit

Im Zuge der GAP-Reform werden derzeit auf nationaler und
europäischer Ebene Themenbereiche wie Direktzahlungen, einheitliche
Marktordnung, Förderung der ländlichen Entwicklung sowie künftige
Finanzierung und Kontrolle der GAP intensiv diskutiert. MONTECUCCOLI
gibt anlässlich dieser Debatten zu bedenken: "Agrarpolitik ist
Politik für alle Europäer: Themen wie Preisstabilität,
Lebensmittelsicherheit und Wirtschaftswachstum müssen - auch im
Interesse der Konsumenten - weiterhin im Vordergrund stehen, um den
Tisch der Bevölkerung auch in schwierigen Zeiten zu decken. Zudem
muss sehr viel stärker die Abgeltung von Arbeit ohne Markt -
Stichwort Public Goods - und die damit verbundenen vielfältigen
Leistungen für Gesellschaft und Umwelt diskutiert werden."

Nachhaltige Landbewirtschaftung durch Familienbetriebe

Durch Jahrhunderte lange Landnutzung und -bewirtschaftung durch
private Familienbetriebe kann Österreich auf eine Landwirtschaft
stolz sein, die ökologiegerecht qualitativ hochwertige Lebensmittel
produziert. Gleichzeitig bewirtschaften diese seit Generationen nach
dem Konzept der Nachhaltigkeit und Multifunktionalität und
ermöglichen dadurch eine Kulturlandschaft mit Artenvielfalt und
Biodiversität. Fundamente für diese seit Generationen gelebte
nachhaltige Landbewirtschaftung sind Familie, starkes Eigentumsrecht
und ein stabiler Staat. Diese sind auch die Wurzeln der symbolischen
"Pflanze der Nachhaltigkeit und Multifunktionalität". Damit dieses
"Pflänzchen" Jahr für Jahr in einer ökologischen Kulturlandschaft
wächst, Früchte zum Ernten produziert, und damit die
Lebensmittelversorgung für die Bevölkerung sichert, ist nachhaltiges
Management die Grundvoraussetzung in der Landbewirtschaftung.

Professionelle und wettbewerbsfähige Landwirtschaft braucht
Leitbetriebe

"Es geht letztlich um das Interesse an leistbaren, sicheren und
qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, die Infrastruktur im
ländlichen Raum, die Vielfalt von Betriebsstrukturen, den
Umweltschutz, die Biodiversität und energiepolitischen
Herausforderungen, die Lebensqualität, die Landschaftsgestaltung und
den Tourismus. Und es sind die Leitbetriebe, die Arbeitsplätze in
strukturarmen Regionen sichern, technischen Fortschritt und
Innovationen vermitteln und über ihre effiziente und professionelle
Arbeit die verschiedenen gesellschafts- und umweltpolitischen
Zielsetzungen auf großen Einheiten sicherstellen können. Daher
sollten agrarische Zahlungen als das gesehen werden, was sie sind:
Ein Ausgleich von Leistungen im öffentlichen Interesse. Wer viel
leistet, muss dafür auch entsprechend abgegolten werden", so DI Felix
MONTECUCCOLI abschließend.

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige
Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter mit der Zielsetzung,
Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und
gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die
Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren
Tätigkeit und Verantwortung zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der
Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen ein Drittel
des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne
österreichisches Getreide.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LUF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel