- 18.01.2013, 12:10:13
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Gesundheitsberufe fordern: Gesundheitswissen verbessern (1)
Gesundheit liegt in den Händen des Einzelnen und der Gesellschaft
Utl.: Gesundheit liegt in den Händen des Einzelnen und der
Gesellschaft =
Wien (OTS) - Das Thema "Kapital Gesundheitskompetenz" stand im
Mittelpunkt des bereits dritten Tages der Gesundheitsberufe, der am
Donnerstag im Festsaal des Gesundheitsministeriums über die Bühne
ging. Vornehmlich wurde diskutiert, was unter Gesundheitskompetenz zu
verstehen sei, wie diese vermittelt werden könne und was sowohl
Individuen als auch die Gesellschaft dazu beitragen könnten, um
Gesundheitskompetenz zu stärken. Einig waren sich alle Beteiligten
darin, dass Gesundheit immer auch in den Händen des Einzelnen liegt,
aber auch in der Verantwortung der Gesellschaft. Dazu brauche es
geeignete Strukturen und Rahmenbedingungen.
Investition in Gesundheit zahlt sich aus
In seinem Eröffnungsvortrag ging Univ. Prof. Gottfried Haber, Leiter
des Zentrums für Management im Gesundheitswesen an der
Donau-Universität Krems, auf die ökonomischen Aspekte von
Gesundheitskompetenz ein. Gesundheit sei ein nach wie vor
unterschätzter Wirtschaftsfaktor, so Haber. Im Hinblick auf die
Gesundheitskompetenz dürfe man sich nicht ausschließlich auf das
"Beheben von Schäden" konzentrieren. "Es geht vielmehr darum,
Krankheiten von Vornherein zu vermeiden", so der Experte. Dazu müsse
aber investiert werden. Als Beispiel nannte Haber das derzeit bei der
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) laufende
Projekt "Selbstständig gesund", bei dem gesunder Lebensstil durch
eine Halbierung des Selbstbehaltes belohnt wird. Dass dadurch
allerdings kurzfristig Kosten gesenkt werden können, glaubt Haber
nicht: "Wenn sich die Menschen früher untersuchen lassen und
Krankheiten eher entdeckt werden, muss auch die Behandlung früher
bezahlt werden. Das kann unter Umständen kurzfristig sogar höhere
Kosten verursachen, die aber langfristig vielfach in Form von
Einsparungen wieder zurückkommen." In jedem Fall sei daher ein
langfristiger Zeithorizont bei der Planung des Gesundheitswesens
unabdingbar; eine Koppelung der Gesundheitsausgaben an das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) hält Haber langfristig für nicht haltbar,
da der Bereich Gesundheit auch einen immer größeren Anteil an der
Wertschöpfung ausmachen werde. Vielmehr müssten die Kosten und das
Beitragsaufkommen der öffentlichen Gesundheitsversorgung langfristig
ausgeglichen sein - auf welchem Niveau sei eine gesundheits- und
gesellschaftspolitisch dringend zu beantwortende Frage.
Gesundheitskompetenz ab dem Kindesalter
Die Teilnehmer der anschließenden Diskussion waren sich zumindest in
einem Punkt einig: Die Gesundheitskompetenz des Einzelnen müsse
gestärkt werden. Ingrid Reitstätter-Haberl, derzeit Vorsitzende der
Gesundheitsberufe-Konferenz (GBK) und Präsidentin des Berufsverbands
logopädieaustria, betonte außerdem die Rolle der Gesundheitsberufe in
der Vermittlung von Gesundheitskompetenz. Hier gebe es noch viel zu
tun, speziell, was die Rahmenbedingungen im extramuralen Bereich
angehe: "Die Sozialversicherung stiehlt sich hier ein bisschen aus
der Verantwortung", so Reitstätter-Haberl. Es sei falsch, auf dem
Rücken der Gesundheitsberufe und der Patienten zu sparen.
Gesundheitskompetenz müsse schon früh aufgebaut werden, am besten
noch in der Kindheit - darin stimmte der GBK-Vorsitzenden auch Hans
Jörg Schelling zu, Vorstandsvorsitzender im Hauptverband der
Sozialversicherungsträger: "Wir müssen ein Bewusstsein dafür
schaffen, dass jeder für seine eigene Gesundheit verantwortlich ist",
so Schelling. Für Gesundheitsminister Alois Stöger ist
Gesundheitsförderung mehr als Vorsorge und hat eine gesellschaftliche
Komponente: "Die Salzmenge im Brot zu reduzieren, schafft der
Einzelne alleine nicht. Hier muss die Gesellschaft bzw. die Politik
eingreifen." Wichtig sei eine Gesundheitsförderung, die bereits in
den Kindergärten und Schulen beginnen müsse, so der Minister, der
auch auf die Rahmen-Gesundheitsziele für Österreich verwies, die im
August 2012 im Ministerrat beschlossen wurden.
(Forts.) (slv)
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