Gewerkschaft vida: Hebenstreit einstimmig zum Verkehrssektionsvorsitzenden gewählt

Für Arbeitszeitreduzierungen im Verkehrsbereich: "Entstehung von Sicherheitsmängeln wegen Druck und Übermüdung sind unverantwortlich"

Wien (OTS/ÖGB) - Der Bundessektionsvorstand der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida hat ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzenden Roman Hebenstreit heute, Dienstag, in geheimer Wahl einstimmig zum neuen Sektionsvorsitzenden gewählt. Hebenstreit folgt damit dem im Dezember 2012 zum neuen vida-Vorsitzenden gewählten Gottfried Winkler in dieser Funktion nach. Zuvor wurde Hebenstreit auch einstimmig zum Vorsitzenden der Bundesfachgruppe Schiene in der vida gewählt. ****

Im Bereich Verkehr ist die vida für die Interessen von über 210.000 Beschäftigten in den Bereichen Eisenbahnunternehmen, BerufskraftfahrerInnen, Luftfahrt, Schifffahrt, Lagereibetriebe und Bewachungspersonal zuständig. Im Bereich Verkehr wurden laut Angaben der Statistik Austria im Jahr 2010 in 13.900 Unternehmen Umsatzerlöse in der Höhe von 36,3 Milliarden Euro erzielt.

"Auf das zunehmende Lohn- und Sozialdumping im liberalisierten europäischen Verkehrsmarkt werden wir als Gewerkschaften auf nationaler und internationaler Ebene entsprechend antworten", formuliert Hebenstreit im Rahmen seiner Ernennung zum Verkehrssektionsvorsitzenden einen der Schwerpunkte der zukünftigen Gewerkschaftsarbeit. Die ArbeitnehmerInnen müssten sich auch im Hinblick auf die heuer anstehende Nationalratswahl klar positionieren: "Es geht dabei auch darum, inwieweit im liberalisierten Verkehrsmarkt Ausschreibungen und Privatisierungen von der Politik weiter forciert werden oder auch nicht. Als Gewerkschaft müssen wir deshalb gut vorbereitet sein."

Ein Schwerpunkt werde auch 2013 die mit den ÖBB vereinbarte Reduzierung der Arbeitszeit auf 38,5 Stunden sein. Die dazu notwendigen Sozialpartnerverhandlungen mit der Wirtschaftskammer werden umgehend weitergeführt, kündigt Hebenstreit an. Schließlich handle es sich bei dieser Forderung lediglich um eine Angleichung der Arbeitszeit beispielsweise an die großen Bereiche der Industrie und des Handels: "Hier gibt es schon weitestgehend keine 40-Stunden-Woche mehr: "Ich fordere diese Reduktion der Arbeitszeit auch nicht als Betriebsvereinbarung für die ÖBB, sondern als Rahmenvereinbarung im entsprechenden Arbeitszeitkollektivvertrag für den gesamten Schienenbereich", bekräftigt der Gewerkschafter.

"Es ist auch mein Ziel, im gesamten Verkehrsbereich Lenk- und Flugzeitenreduktionen einzufordern. Es ist unverantwortlich, wenn man es zulässt, dass übermüdetes Flug- und Fahrpersonal aufgrund von Leistungsdruck seine eigene und die Sicherheit anderer gefährden." Diese Auseinandersetzung sei auch vor dem Hintergrund des Verlangens nach längerem Arbeiten bis zum Pensionsantritt und der daraus resultierenden Notwendigkeit der Schaffung von alternsgerechten Arbeitsplätzen und betrieblicher Gesundheitsförderung umso intensiver zu führen, so Hebenstreit.

Der ausgebildete ÖBB-Triebfahrzeugführer Roman Hebenstreit wurde 1971 im oststeirischen Feldbach geboren und wohnt in Graz - er ist verheiratet und hat einen Sohn. Nach seinem Lehrabschluss bei den ÖBB im Jahr 1990 absolvierte der Eisenbahner bis 1992 die Ausbildung zum ÖBB-Triebfahrzeugführer. Seit 1997 engagiert sich Hebenstreit als ÖBB-Betriebsrat und Eisenbahnergewerkschafter. Mit Ende 2011 wurde Roman Hebenstreit zum Vorsitzenden der ÖBB-Konzernvertretung gewählt. Der ArbeitnehmerInnenvertreter ist Mitglied der Aufsichtsräte von ÖBB Holding, ÖBB Produktion GmbH und ÖBB RCA AG.

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