- 15.01.2013, 13:52:46
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Gewerkschaft vida: Hebenstreit einstimmig zum Verkehrssektionsvorsitzenden gewählt
Für Arbeitszeitreduzierungen im Verkehrsbereich: "Entstehung von Sicherheitsmängeln wegen Druck und Übermüdung sind unverantwortlich"
Utl.: Für Arbeitszeitreduzierungen im Verkehrsbereich: "Entstehung
von Sicherheitsmängeln wegen Druck und Übermüdung sind
unverantwortlich" =
Wien (OTS/ÖGB) - Der Bundessektionsvorstand der Sektion Verkehr in
der Gewerkschaft vida hat ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzenden Roman
Hebenstreit heute, Dienstag, in geheimer Wahl einstimmig zum neuen
Sektionsvorsitzenden gewählt. Hebenstreit folgt damit dem im Dezember
2012 zum neuen vida-Vorsitzenden gewählten Gottfried Winkler in
dieser Funktion nach. Zuvor wurde Hebenstreit auch einstimmig zum
Vorsitzenden der Bundesfachgruppe Schiene in der vida gewählt. ****
Im Bereich Verkehr ist die vida für die Interessen von über 210.000
Beschäftigten in den Bereichen Eisenbahnunternehmen,
BerufskraftfahrerInnen, Luftfahrt, Schifffahrt, Lagereibetriebe und
Bewachungspersonal zuständig. Im Bereich Verkehr wurden laut Angaben
der Statistik Austria im Jahr 2010 in 13.900 Unternehmen Umsatzerlöse
in der Höhe von 36,3 Milliarden Euro erzielt.
"Auf das zunehmende Lohn- und Sozialdumping im liberalisierten
europäischen Verkehrsmarkt werden wir als Gewerkschaften auf
nationaler und internationaler Ebene entsprechend antworten",
formuliert Hebenstreit im Rahmen seiner Ernennung zum
Verkehrssektionsvorsitzenden einen der Schwerpunkte der zukünftigen
Gewerkschaftsarbeit. Die ArbeitnehmerInnen müssten sich auch im
Hinblick auf die heuer anstehende Nationalratswahl klar
positionieren: "Es geht dabei auch darum, inwieweit im
liberalisierten Verkehrsmarkt Ausschreibungen und Privatisierungen
von der Politik weiter forciert werden oder auch nicht. Als
Gewerkschaft müssen wir deshalb gut vorbereitet sein."
Ein Schwerpunkt werde auch 2013 die mit den ÖBB vereinbarte
Reduzierung der Arbeitszeit auf 38,5 Stunden sein. Die dazu
notwendigen Sozialpartnerverhandlungen mit der Wirtschaftskammer
werden umgehend weitergeführt, kündigt Hebenstreit an. Schließlich
handle es sich bei dieser Forderung lediglich um eine Angleichung der
Arbeitszeit beispielsweise an die großen Bereiche der Industrie und
des Handels: "Hier gibt es schon weitestgehend keine 40-Stunden-Woche
mehr: "Ich fordere diese Reduktion der Arbeitszeit auch nicht als
Betriebsvereinbarung für die ÖBB, sondern als Rahmenvereinbarung im
entsprechenden Arbeitszeitkollektivvertrag für den gesamten
Schienenbereich", bekräftigt der Gewerkschafter.
"Es ist auch mein Ziel, im gesamten Verkehrsbereich Lenk- und
Flugzeitenreduktionen einzufordern. Es ist unverantwortlich, wenn man
es zulässt, dass übermüdetes Flug- und Fahrpersonal aufgrund von
Leistungsdruck seine eigene und die Sicherheit anderer gefährden."
Diese Auseinandersetzung sei auch vor dem Hintergrund des Verlangens
nach längerem Arbeiten bis zum Pensionsantritt und der daraus
resultierenden Notwendigkeit der Schaffung von alternsgerechten
Arbeitsplätzen und betrieblicher Gesundheitsförderung umso intensiver
zu führen, so Hebenstreit.
Der ausgebildete ÖBB-Triebfahrzeugführer Roman Hebenstreit wurde 1971
im oststeirischen Feldbach geboren und wohnt in Graz - er ist
verheiratet und hat einen Sohn. Nach seinem Lehrabschluss bei den ÖBB
im Jahr 1990 absolvierte der Eisenbahner bis 1992 die Ausbildung zum
ÖBB-Triebfahrzeugführer. Seit 1997 engagiert sich Hebenstreit als
ÖBB-Betriebsrat und Eisenbahnergewerkschafter. Mit Ende 2011 wurde
Roman Hebenstreit zum Vorsitzenden der ÖBB-Konzernvertretung gewählt.
Der ArbeitnehmerInnenvertreter ist Mitglied der Aufsichtsräte von ÖBB
Holding, ÖBB Produktion GmbH und ÖBB RCA AG.
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