• 15.01.2013, 11:20:25
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Bevölkerung hat zu wenig Gesundheitswissen (1)

Gesundheitsberufe fordern Konsequenzen - Versäumnisse haben schwerwiegende ökonomische Folgen

Utl.: Gesundheitsberufe fordern Konsequenzen - Versäumnisse haben
schwerwiegende ökonomische Folgen =

Wien (OTS) - Das Gesundheitswissen der Österreicherinnen und
Österreicher lässt stark zu wünschen übrig: Im internationalen
Vergleich schneidet unser Land sehr schlecht ab, was die individuelle
Gesundheitskompetenz angeht. Wer viel über sich und seine Gesundheit
weiß, kann aber entsprechend viel für die Gesundheit tun und aktiv
dazu beitragen, diese so lange wie möglich zu erhalten. Wie
Gesundheitskompetenz gestärkt werden kann, welche Zusammenhänge mit
der Gesundheitsreform bestehen und welche ökonomischen Folgen eine
schwach ausgeprägte Gesundheitskompetenz hat, war am Dienstag
Gegenstand einer Pressekonferenz der Gesundheitsberufe-Konferenz.
Diese hat die Gesundheitskompetenz in den Mittelpunkt des dritten
Tages der Gesundheitsberufe gestellt.

Ingrid Reitstätter-Haberl, Vorsitzende der
Gesundheitsberufe-Konferenz und Präsidentin des Berufsverbands
logopädieaustria:
Die Rolle der Gesundheitsberufe

- Patienten sollen ermutigt werden, sich Gesundheitskompetenz
anzueignen bzw. diese einzusetzen.
- Gesundheitsberufe müssen entsprechend gestärkt und in die
Gesundheitsreform eingebunden werden - die Reform agiert derzeit an
den Gesundheitsberufen und damit an den Menschen vorbei. Sparpläne
machen es schwierig bis unmöglich, Versorgungsauftrag zu erfüllen
bzw. die Patienten beim Erwerb von Gesundheitskompetenz zu
unterstützen
- Die Gesundheitsreform läuft auf eine Entmündigung der Patienten
hinaus, denen vorgeschrieben wird, wo sie sich wann und von wem
behandeln lassen dürfen.

Gesundheitskompetenz - was ist das?

Im Wesentlichen bedeutet Gesundheitskompetenz, dass ein Mensch in der
Lage ist, sich selbst um seine Gesundheit zu kümmern bzw. dass er
über entsprechendes Wissen verfügt, um seine Gesundheit zu erhalten
und zu verbessern. Wer gut informiert ist und die eigene Gesundheit
selbst in die Hand nimmt, lebt länger und kann mit Krankheiten besser
umgehen. In Österreich ist es um die Gesundheitskompetenz des
Einzelnen schlecht bestellt: Über 50 Prozent der für eine EU-weite
Studie in Österreich Befragten erklärten, Angaben auf
Lebensmittelverpackungen nur schwer zu verstehen (EU-Schnitt: 36
Prozent). Knapp 60 Prozent sehen sich nicht in der Lage, zu
beurteilen, ob Informationen über eine Krankheit in den Medien
vertrauenswürdig sind (EU-Schnitt: 47 Prozent). Nach Belgien hat
Österreich die schlechteste Gesundheitskompetenz. Ausschlaggebend
dafür sind verschiedene Faktoren:
- Soziales Umfeld
- Finanzielle Situation
- Alter
- Bildung

Benachteiligte soziale Schichten weisen eine schlechtere
Gesundheitskompetenz auf als beispielsweise gebildete Schichten. Sie
treiben weniger Sport, haben im Schnitt einen höheren BMI, ernähren
sich tendenziell schlechter und haben teilweise auch keinen Zugang zu
relevantem Wissen.

Wie kann Gesundheitskompetenz positiv beeinflusst werden?

- Die gesetzlich anerkannten Gesundheitsberufe helfen ihren Patienten
dabei, das Wissen um Gesundheit zu verbessern. Eine
Grundvoraussetzung dafür ist, dass den Gesundheitsberufen die
Möglichkeit geboten wird, sich stetig fortzubilden und dieses Wissen
an die Patienten weiterzugeben.
- Die Dienstleistungen, Angebote und Produkte der unterschiedlichen
Gesundheitsberufe müssen niederschwellig zugänglich sein.
- (Soziale) Ungleichheiten müssen ausgemerzt werden. Dazu gehört
auch, Risikogruppen wie schlecht Gebildete, Armutsgefährdete oder
Migranten gezielt zu fördern (Stichwort Empowerment).
- Den Menschen muss bewusst gemacht werden, dass man Gesundheit nicht
bei den Gesundheitsberufen "abholen" kann, sondern dass man sich
selbst täglich darum kümmern muss (Stichwort Eigenverantwortung).
- Gesundheitserziehung ab dem Kindergarten kann die Basis für
Gesundheitskompetenz schaffen.

(Forts.)

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