- 11.01.2013, 08:00:34
- /
- OTS0005 OTW0005
Mauthausen Komitee und Antifa-Netzwerk zeigen Neonazi-Hetze auf: Früherer FPÖ-Kandidat will "Kanacken" nach Auschwitz schicken
Welser Freiheitliche im braunen Sumpf

Utl.: Welser Freiheitliche im braunen Sumpf =
Wels (OTS) - Erst vor wenigen Tagen wurde der Linzer Robert Hauer als
Waffenschieber verhaftet. Er war viele Jahre Gemeinderat der FPÖ und
kandidierte noch 2009 für diese Partei. Bis heute steht Hauer
gemeinsam mit FPÖ-Landesrat Manfred Haimbuchner an der Spitze des
rechtsextremen "Witikobundes", der ein Großdeutschland einschließlich
Österreichs und der Sudetengebiete fordert.
Jetzt hat die FPÖ auch in Wels Erklärungsbedarf. Auf der
rassistischen Facebook-Seite "I mog Wels nimma!" tauschte sich ein
Jochen Lageder mit dem bekannten Rechtsextremisten Ludwig Reinthaler
(Bürgerliste "Die Bunten") aus. Dabei postete Lageder, 2003 Kandidat
der FPÖ bei der Welser Gemeinderatswahl: "mit dem kanackengesindel
und der dazugehoerigen sympathisierenden stadtregierung koits etc
muss aufgeraeumt werden. ich waere für eine gezielte umsiedlung weit
in den osten zB ins kurhotel ausschwitz" (siehe Screenshot im Anhang;
Rechtschreibung laut Original).
"Die Vernichtungsdrohung eines Neonazis, an Hass und
Menschenverachtung kaum zu überbieten", nennt das Willi Mernyi,
Bundesvorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ): "Dass
solche Umtriebe immer und immer wieder im Dunstkreis der FPÖ
geschehen, ist natürlich kein Zufall, sondern hat mit dem
ewiggestrigen Gedankengut dieser Partei zu tun."
Beweise dafür liefern gerade die Welser Blauen zur Genüge: Als die
Stadtwahlbehörde 2009 Reinthalers Bürgerliste "Die Bunten" wegen
Wiederbetätigung von der Gemeinderatswahl ausschloss, stimmte die FPÖ
als einzige Partei dagegen. Mittlerweile wurde der Ausschluss vom
Verfassungsgerichtshof bestätigt. Noch weiter ging
FPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Wieser bei der "Nationalen
Volkspartei": Er unterschrieb persönlich für ihre Wahlzulassung, als
längst bekannt war, dass diese rechtsextreme Gruppierung ihr Programm
zum Teil aus einem Schulungspapier der SS abgeschrieben hat.
Wie der Rechtsextremismus-Experte Hans-Henning Scharsach in seinem
kürzlich erschienenen Buch "Strache im braunen Sumpf" schildert,
pflegt auch der freiheitliche Welser Stadtrat Andreas Rabl
einschlägige Kontakte. Rabl war via Facebook mit einem erklärten
FPÖ-Fan befreundet, obwohl dieser mit "88" (Code für "Heil Hitler")
grüßte und Neonazi-Hetze verbreitete: "Ich mag Adolf und sein Reich
..." oder "Türken klatschen, das ist fein, drum lade ich euch alle
ein".
"Wir fordern den Verfassungsschutz und die Strafjustiz auf, gegen
solche Hasspropaganda endlich wirksam vorzugehen", sagt Robert Eiter,
Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rassismus
(Antifa-Netzwerks). "Bisher wird hauptsächlich weggeschaut und
verharmlost. Das muss sich ändern."
"Konsequenzen ziehen müssen auch die demokratischen Parteien",
betont Willi Mernyi. "Die FPÖ steckt in Wels und anderswo tief im
braunen Sumpf. Da braucht es eine konsequente Abgrenzung. Es geht
nicht an, heute entsetzt zu sein und morgen wieder über politische
Geschäfte oder gar Koalitionen nachzudenken."
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MHK






