• 08.01.2013, 20:59:31
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Aushängeschild droht der Ausverkauf

Innsbruck (OTS/TT) - Von Peter Nindler

Untertitel: Das Land muss endlich auf die Abwanderung von Ärzten an
der Innsbrucker Klinik reagieren und gemeinsam mit der Medizinischen
Universität ein Gesamtpaket für eine leistungsgerechte Entlohnung der
Jungmediziner schnüren.

Text: Es ist nicht der erste Aufschrei im heimischen
Gesundheitswesen, doch die bisherigen Vorstöße blieben unerhört: Dem
Landeskrankenhaus Innsbruck droht ein massiver Aderlass an jungen
Ärzten. Zwar wurden die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren
verbessert und die Mediziner von Verwaltungsaufgaben entlastet, doch
es hapert weiter an der Bezahlung. Deshalb wandern die jungen Ärzte
in andere Bundesländer, ins Ausland oder in Privatkliniken ab.
Natürlich geht es immer weiter, doch insgesamt hat sich die Situation
dramatisch verschlechtert. Der Klinik bricht schlichtweg der Unterbau
weg.
Während die arrivierten Vorstände und Klinikleiter weidlich ihr
Auskommen finden und ihre Einkommen mit Privathonoraren von
Zusatzversicherten massiv aufbessern, fehlen den Landesärzten die
Perspektiven. Schon längst hätte die Gesundheitspolitik auf diese
Entwicklung reagieren müssen, denn letztlich geht es um die
Patientenversorgung. Wenn die Unfallchirurgen in die Sanatorien
wechseln, dann kann das doch nicht das Ziel einer gut
funktionierenden öffentlichen medizinischen Versorgung sein. Denn die
Kliniken verlieren dadurch nicht nur Fachärzte, sondern auch
Kompetenz und die Nachwuchsärzte erfahrene Ausbildner.
Der Gehalt ist nur ein Faktor, die hohen Lebenshaltungskosten
speziell im Großraum Innsbruck verschärfen die Situation. Andere
Bundesländer haben aus der drohenden Abwanderung von Medizinern
bereits die Konsequenzen gezogen und die Grundgehälter erhöht.
Zumindest die Landeskrankenanstaltengesellschaft Tilak lässt jetzt
Verhandlungsbereitschaft erkennen, doch es würde stärkere politische
Signale benötigen.
Denn es sind diese Mischformen von Landeskrankenhaus und Klinik,
Bundes- und Landesärzten, Patientenversorgung sowie Lehre und
Forschung, die geradezu nach einer Reform in Innsbruck schreien. Die
Wettbewerbsfähigkeit des Klinik-Standorts hängt massiv von der
Zusammenarbeit von Medizinischer Universität und Land Tirol ab. Doch
die Verhandlungen über eine geradlinige Struktur und eine
verschränkte Organisation in der Patientenversorgung stocken, obwohl
die Unzufriedenheit flächendeckend ist.
Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und Wissenschaftsminister
Karlheinz Töchterle müssen jetzt handeln und die heiße Kartoffel
endlich anfassen, damit die Klinik ein Aushängeschild bleibt und
nicht der Ärzte-Ausverkauf voll einsetzt.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PTT

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