Gewerbe und Handwerk: Gedämpfte Erwartungen für 2013

Pauschalierung für Kleinstbetriebe zu begrüßen - Handwerker-Bonus richtiges Instrument in konjunkturell schwieriger Zeit

Wien (OTS/PWK) - "Die konjunkturelle Abschwächung, die in ganz Europa vorherrscht, macht natürlich auch vor unseren Gewerbe- und Handwerksbetrieben nicht Halt. Das Minus von 0,6 Prozent in den ersten drei Quartalen bei Auftragseingängen und Umsatz macht uns daher keine besondere Freude, bereitet aber auch keine übertriebene Angst", betonte heute, Dienstag, der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Konrad Steindl, im Rahmen der Konjunkturpressekonferenz. Wichtig sei für die Betriebe, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen vorzufinden. Deshalb seien die nun verlängerte Schwellenwerte-Verordnung für Vergaben der öffentlichen Hand ebenso zu begrüßen, wie die Novelle der Gewerbeordnung, die Erleichterungen im Anlagenrecht für Betriebsnachfolger mit sich bringt. Diese führe dazu, dass die betriebliche Struktur in Gewerbe und Handwerk weiterhin vorhanden bleibe und Anreize gegeben seien, die Betriebe auch weiterhin zu übernehmen, so der Geschäftsführer der Bundessparte, Helmut Heindl.

Die sich insbesondere im Bau- und Baunebenbereich abzeichnende rückläufige Entwicklung 2013 will Steindl durch die Einführung eines Handwerkerbonus abfedern. "Die privaten Aufträge haben bisher Ausfälle durch Aufträge der öffentlichen Hand kompensiert. Der Handwerkerbonus könnte daher dabei helfen, das Investitionsniveau der Privaten stabil zu halten oder sogar zu heben", so der Spartenobmann.

Deutlich positiv sieht Steindl auch die von Finanzministerin Maria Fekter angekündigte Pauschalierung für Kleinstunternehmer mit einem Umsatz von bis zu 255.000 Euro: "Das würde für rund 70.0000 Gewerbe-und Handwerksbetriebe zu massiven Verwaltungsvereinfachungen in der Buchhaltung führen. Gleichzeitig sehe ich keinen nennenswerten Entfall für die öffentliche Hand, da bereits jetzt 40 Prozent unserer 122.000 Betriebe keine Gewinne schreiben." Anwender dieser Pauschalierung wären vor allem persönliche Dienstleister, EPU und andere Kleinstunternehmen mit bis zu 4 Mitarbeitern.

Die Geschäftslage im 4. Quartal beurteilen 23 Prozent der Betriebe mit ''gut'' (Vorjahr: 24 %), 59 Prozent mit ''saisonüblich'' (Vorjahr: 58 %) und 18 Prozent der Betriebe mit ''schlecht'' (Vorjahr: 18 %). Im Vergleich zum Vorquartal habe sich das Stimmungsbarometer verschlechtert, berichtet Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria. In den investitionsgüternahen Branchen ist der durchschnittliche Auftragsbestand im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres um 0,5 % gesunken. 80 Prozent der Aufträge gehen dabei auf private oder gewerbliche Auftraggeber zurück, 12 Prozent auf die öffentliche Hand und 8 Prozent auf Direktvergaben durch Bund, Länder und Gemeinden. Im konsumnahen Bereich verzeichneten 14 Prozent der Betriebe Umsatzsteigerungen gegenüber dem 4. Quartal 2011, 66 Prozent keine Veränderung und
20 Prozent Umsatzrückgänge. "Betrachtet man die Umsatzentwicklung über die 4 Quartale 2012 erwarte ich für die endgültig vorliegenden Zahlen im März Plus/Minus Null für das Gewerbe", so Bornett.

Die Erwartungen für 2013 der Betriebe seien insofern positiv zu bewerten, als 80 Prozent mit einer Verbesserung bzw. mit einer stabilen Situation rechnen und genau diese Betriebe dazu beitragen werden, den Beschäftigtenstand stabil zu halten, so der KMU-Direktor. 20 Prozent rechnen aber mit einer Verschlechterung. "Das bedeutet, dass 2013 kein einfaches Jahr für die Gewerbe- und Handwerksbetriebe sein wird. Ich persönlich bin aber zuversichtlich, da sich Tourismus und auch die Industrie gut bzw. stabil entwickeln", unterstreicht Bornett. (us)

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