- 03.01.2013, 11:49:24
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Greenpeace-Erfolg: Anbauverbot von Gentech-Pflanzen in Polen
EU-Zulassungsverfahren muss grundlegend verbessert werden
Utl.: EU-Zulassungsverfahren muss grundlegend verbessert werden =
Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt den Beschluss der polnischen
Regierung nationale Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen
zu erlassen. Die Regelung tritt mit 28. Jänner 2013 in Kraft und
verbietet den Anbau des gentechnisch veränderten Mais "MON810" sowie
der Gentech-Kartoffel "Amflora", die EU-weit zugelassenen sind.
"Damit werden alle Gentechnik-Pflanzen von polnischen Feldern
verbannt", zeigt sich Dagmar Urban, Gentechnik-Sprecherin bei
Greenpeace in Österreich erfreut. "Der jahrelange Widerstand der
Konsumenten, Bauernvertreter und Greenpeace zeigt Wirkung: Mit Polen
hat ein wichtiges EU-Land den Gentechnik-Anbau verboten. Ein
Meilenstein für die europaweite Bewegung gegen die Agro-Gentechnik."
Damit spricht sie Joanna Mis, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace
Polen, aus dem Herzen: "Das Anbauverbot ist ein historischer Erfolg.
Jetzt müssen wir sicherstellen, dass dieses Gesetz auch kontrolliert
und eingehalten wird", so Mis.
Seit acht Jahren hat Greenpeace Polen gemeinsam mit anderen
Umweltschutzorganisationen, BäuerInnen und WissenschafterInnen auf
die Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen hingewiesen.
Bereits seit 2005 ist der Handel mit gentechnisch verändertem Saatgut
in Polen verboten. Gentech-Saatgut konnte aber im Ausland gekauft und
in Polen verwendet werden. Das bestehende Gesetz wurde nun durch die
Anbauverbote ersetzt. Auf ca. 3.000 Hektar wächst in Polen aktuell
der Gentechnik-Mais "MON810". Die antibiotikaresistente
Gentech-Kartoffel "Amflora" wurde von Chemie- und Gentechnikkonzern
BASF vom europäischen Markt genommen. Auch in Österreich,
Deutschland, Frankreich, Ungarn, Luxemburg, Griechenland, Italien und
Bulgarien gibt es Anbauverbote für "MON810" beziehungsweise
"Amflora".
"Die Europäerinnen und Europäer wollen keine Gentechnik-Pflanzen auf
ihren Feldern und schon gar nicht auf ihren Tellern. Das hat gute
Gründe: Gentech-Pflanzen gehen Hand in Hand mit industrieller
Intensivlandwirtschaft und dem Einsatz von Pestiziden. Mögliche
gesundheitliche Risiken sind weiterhin ungeklärt. Die bisher so
Gentechnik-freundliche EU-Kommission sollte endlich ihre Politik
überdenken und das EU-Zulassungsverfahren muss grundlegend verbessert
werden", fordert Urban abschließend.
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