- 28.12.2012, 11:55:57
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Greenpeace: Japans Walfang belastet Umwelt und Staatshaushalt
Millionen Subventionen für Walabschuss, während unverkäufliches Walfleisch in Kühlhäusern lagert
Utl.: Millionen Subventionen für Walabschuss, während
unverkäufliches Walfleisch in Kühlhäusern lagert =
Wien/Tokio (OTS) - Anlässlich des heutigen Auslaufens der japanischen
Walfangflotte zur "wissenschaftlichen" Wal-Jagd im Südpolarmeer,
fordert Greenpeace gemeinsam mit 18 weiteren
Nichtregierungsorganisationen die japanische Regierung erneut auf,
das für Natur und Staat kostspielige Walfangprogramm endlich zu
beenden. Die Fangflotte plant in den nächsten drei Monaten den
Abschuss von bis zu 935 Zwergwalen. Zusätzlich stehen auch 50
Finnwale auf der Abschussliste, die auf der Roten Liste der
Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingestuft sind. Seit
Jahren hält Japan am Walfang fest. Wie Greenpeace Recherchen ergeben,
widmete die japanische Regierung im letzten Jahr umgerechnet 16,3
Millionen Euro (1,8 Milliarden Yen) aus dem Fond zum Wiederaufbau
nach der Tsunami-Katastrophe um, um die Schulden der tief in die
roten Zahlen geratenen Walfangindustrie zu bezahlen.
"Eigentlich soll der Verkauf von Walfleisch die Kosten für das
Forschungs-Walfangprogramm im Südpolarmeer abdecken, doch das
funktioniert schon seit 2001 nicht mehr. In Kühlhäusern lagern
derzeit mehr als 5.000 Tonnen unverkäufliches Walfleisch, dafür
wurden über 1.200 Wale sinnlos getötet", stellt Antje Helms,
Meeresbiologin bei Greenpeace, die weiteren Ergebnisse der
Greenpeace-Recherche vor. "Pro Kopf isst jeder Japaner
durchschnittlich nur 25 Gramm Walfleisch im Jahr, das entspricht
einem Viertel Tafel Schokolade - der Verzehr von Walfleisch in Japan
ist damit auf ein Rekordtief gesunken."
Weiters ergeben Greenpeace-Recherchen, dass eine finanzielle
Vereinbarung der Regierung mit der Japanischen Fischereibehörde (FAJ)
besteht. Bis zu 90 Prozent des Defizits der Walfangflotte sollen in
den nächsten drei Jahren aus Steuergeldern bezahlt werden. Hierfür
wird Geld aus dem so genannten "Profitable Fisheries Support Project"
angezapft, das eigentlich dafür bestimmt ist, rentabel arbeitenden
Kleinfischern ein Darlehen für die Umrüstung auf treibstoffsparende
Schiffsmotoren zu geben und ihre Investitionsdefizite für drei Jahre
lang aufzufangen.
Das "Japanische Institut für Walforschung" (ICR), Betreiber der
Walfangflotte, wurde ebenfalls mit Subventionen durch Steuergeld
unterstützt, um das völlig veraltete Walfangfabrikschiff Nisshin
Maru für die nächsten zehn Jahre seetüchtig zu erhalten. "Die
japanische Walfangindustrie hält sich nur deshalb noch über Wasser,
weil sie quasi verstaatlicht wurde - freigekauft mit Steuergeldern,
die eigentlich für wichtigere Zwecke verwendet werden sollten, wie
für den Wiederaufbau in der Katastrophenregion nach dem verheerenden
Tsunami", kommentiert Helms.
Anfang des Monats zog Südkoreas Regierung seine Pläne für ein
wissenschaftliches Walfangprogramm zurück. "Dies zeigt eindeutig,
dass der Forschungswalfang am Ende ist", so Helms abschließend. "Die
japanische Regierung muss endlich der Realität ins Auge schauen und
seinen internationalen Ruf wiederherstellen, indem sie das
Walfang-Affentheater ein für allemal beendet."
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