ÖGJ: 40 Jahre jugendliche Mitbestimmung im Betrieb

Seit 1973 dürfen Lehrlinge Jugendvertrauensräte wählen

Wien (OTS/ÖGJ) - Seit 1. Jänner 1973 vertreten Jugendliche die Interessen von Jugendlichen. An diesem Tag trat das Gesetz in Kraft, das die Wahl zum Jugendvertrauensrat (JVR) regelt. "Ein Meilenstein für die Mitbestimmung der Jugendlichen am Arbeitsplatz", sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ): "Ein guter Jugendvertrauensrat vertritt die Lehrlinge und alle anderen jugendlichen ArbeitnehmerInnen. Er kümmert sich um alles, von den Arbeitsbedingungen im Betrieb bis zu Freizeitangeboten." Oder, wie es das Gesetz ausdrückt: "Der Jugendvertrauensrat ist berufen, die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der jugendlichen ArbeitnehmerInnen des Betriebes wahrzunehmen."++++

"Aktion M - wie Mitbestimmung"

Das Recht, einen Jugendvertrauensrat wählen zu dürfen, konnte erst durch die Gewerkschaftsbewegung verwirklicht werden. Sie hat Anfang der 1970er Jahre in der "Aktion M - wie Mitbestimmung" mehr als 50.000 Unterschriften für dieses heute selbstverständliche Recht auf Mitbestimmung gesammelt - und schließlich so viel Druck auf die Politik ausgeübt, dass das Parlament schließlich das Jugendvertrauensrätegesetz verabschiedet hat, das im Juli 1972 beschlossen wurde und mit 1. Jänner 1973 in Kraft trat.

ÖGJ-Erfolg: JVR-Wahlen auch in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen

Die ÖGJ setzt sich auch erfolgreich für die laufende Verbesserung der entsprechenden Gesetzesregelungen ein. Großer Erfolg 2010: Auch in den überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, die sich um jene Jugendlichen kümmern, die keine Lehrstelle in einem Betrieb finden können, werden Jugendvertrauensräte gewählt. Das wurde von der ÖGJ gefordert, weil sich wegen der Wirtschaftskrise immer mehr junge Menschen in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen befinden.

Wahlrecht auch für ältere Lehrlinge

2011 wurde der Begriff "jugendliche ArbeitnehmerInnen" gesetzlich neu geregelt. Davor galten alle ArbeitnehmerInnen bis zum 18. Lebensjahr als jugendlich. Nun fallen in diese Definition auch Lehrlinge bis zum 21. Lebensjahr. Durch die neue Regelung können nun alle Lehrlinge bis 21 ihren JVR wählen. Das passive Wahlalter wurde durch die Novelle "bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres" erhöht. "Diese Wahlrechtsänderung war deshalb so wichtig, weil immer mehr Jugendliche ihre Lehre nicht mehr mit 15 Jahren beginnen, sondern erst, wenn sie ein paar Jahre älter sind", sagt Michlmayr.

SERVICE: Alle rechtlichen und praktischen Infos zur Jugendvertrauensratswahl finden Sie unter www.oegj.at/jugendvertrauensrat

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