Gemeinnützige Wohnbauvereinigungen warnen: Widmungsstatistik rückläufig!

Zu wenige bebaubare Grundstücke treiben die Preise in die Höhe.

Wien (OTS) - In der aktuell polarisierenden Debatte rund um das Mietpreisniveau am Wiener Wohnungsmarkt mahnt Herbert Ludl, Wiener Landesgruppenobmann der gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen, eine stärkere Berücksichtigung der städtischen Flächenwidmungsstatistik ein. "Im internationalen Vergleich befindet sich Wien grundsätzlich in einer hervorragenden Situation. Ich bin aber sehr besorgt darüber, dass seit rund zwei Jahren die Anzahl der Widmungsakten stark rückläufig ist. Wir haben uns genau die Flächenwidmungen angesehen, die in diesem Jahr im Wiener Gemeinderat beschlossen wurde und das Ergebnis ist aus unserer Sicht nicht sehr zufriedenstellend", verweist Ludl darauf, dass 2010 im Durchschnitt noch 7,3 Widmungen pro Sitzung beschlossen wurden und dieser Wert in den Folgejahren 2011 (6,3) und 2012 (4,5) stark gesunken ist.

Die gemeinnützigen Bauvereinigungen verantworten als Hausverwalter mehr als 185.000 Wohnungen und sind neben der Gemeinde Wien die größte private Anbietergruppe von leistbarem Wohnraum. Die Wiener Gemeinnützigen sind aber vor allem auch die mit Abstand wichtigsten Errichter von preiswerten Neubauwohnungen und haben derzeit rd. 7.000 Wohnungen in Bau. Sie planen für 2013 und 2014 eine nennenswerte Erhöhung der Neubautätigkeit. "Wenn wir aber für die Folgejahre nicht ausreichend gewidmete und leistbare Grundstücke für Bauprojekte vorfinden, wird sich der Wohnungsneubau reduzieren und das trotz der steigenden Nachfrage", warnt Ludl.

Es gelte zudem nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität der Widmungstätigkeit zu blicken. Immerhin würde es privaten Investoren absolut nichts bringen, wenn nur sogenannte "Briefmarkenwidmungen" beschlossen werden: also die Umwidmung so kleiner Flächen, dass diese für eine nennenswerte Wohnbebauung absolut ungeeignet sind. "Wer dem Wohnbaumarkt das notwendige Flächenangebot verknappt, wird steigende Mietpreise ernten. Der soziale Wohnbau in Wien braucht mehr geeignetes Bauland", bringt es Landesgruppenobmann Ludl auf den Punkt.

Widmungsübersicht:

Jahr Sitzungen Anzahl Durchschnitt pro Sitzung 2010 7 51 7,3 2011 11 69 6,3 2012 12 54 4,5

Rückfragen & Kontakt:

Prof. Dr. Herbert Ludl
Obmann, Landesgruppe Wien der gemeinnützigen Bauvereinigungen
c/o: Sozialbau
Tel. 512 95 / 201

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