Neues Volksblatt: "Rücktrittsqual" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 15. Dezember 2012

Linz (OTS) - Nein, loben muss man den Salzburger SPÖ-Finanzreferenten David Brenner dafür nicht, dass er den Hut genommen hat (Bericht Seite 4). Noch dazu, wo ihn die Bundes-SPÖ offenbar gerne gehalten hätte. Denn: "Es gab in keinster Weise Druck, im Gegenteil," sagte laut APA SPÖ-Kommunikationschef Oliver Wagner. Das Gegenteil von Druck, zurückzutreten, ist eigentlich die Aufforderung, zu bleiben. Es ist dieser eigenartige Polit-Sprech, den die Menschen zunehmend nicht mehr hören können, geschweige denn verstehen. Wie sagte doch Brenner: "Meine Partei, die Sozialdemokratie, hat es nicht verdient, zum Hauptschauplatz zu werden". Also, um die Partei geht es, nicht um das Land, auf dessen Verfassung auch Brenner angelobt wurde.
Wie sehr die Salzburger SPÖ von Anfang an um die eigene Reinwaschung bemüht war zeigt das sofort gefundene Wording vom "Kriminalfall". Dafür hat es strategisch also gereicht. Gestern hat Burgstaller ihrem gescheiterten Kronprinzen übrigens ungeniert die ganze Verantwortung umgehängt: Die Dinge seien "ohne eigenes Verschulden, aber unter der politischen Zuständigkeit" Brenners passiert, ließ sie wissen. Hoffentlich liest das auch der Linzer SPÖ-Finanzreferent Johann Mayr:
Der fühlt sich in Sachen Swap - möglicher Schaden über 400 Millionen - auch nicht schuldig, politisch zuständig ist er indes unbestritten. Als Aufklärer taugt er sowenig wie Brenner.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001