• 10.12.2012, 09:43:37
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Umweltdachverband: Atom-Birne 2012 geht an ÖBB und VERBUND

- Während die Bundesregierung aussteigen will, steigt ÖBB-Chef Kern mit seiner ÖBB erst richtig in das Atomgeschäft ein!

Utl.: - Während die Bundesregierung aussteigen will, steigt ÖBB-Chef
Kern mit seiner ÖBB erst richtig in das Atomgeschäft ein! =

Wien (OTS) - Verbund Billigststrom-Schiene verursacht mehr als drei
Tonnen radioaktiven Abfall

Der Umweltdachverband vergibt wie jedes Jahr auf Basis des e-control
Stromkennzeichnungsberichtes die Atom-Birne für den dreckigsten
Strommix. "Die Atom-Birne 2012 geht wie in den letzten Jahren wieder
an den Verbund mit seiner Billig-Schiene Verbund Sales GmbH. Der
Verbund, der sich bei den KonsumentInnen immer wieder als grüner
Wasserkraftriese anbiedert, lieferte an seine Industriekunden 30 %
Atomstrom und 55 % Strom aus fossilen Energieträgern. In Summe hat
die Verbund Billig-Schiene mit rund 4.000 GWh Stromabsatz mehr als
drei Tonnen radioaktive Abfälle und 1,7 Mio. Tonnen CO2-Emissionen zu
verantworten. Damit verursacht die Verbund Billig-Schiene gleich hohe
CO2-Emissionen wie die gesamte österreichische Abfallwirtschaft. Das
ist echter Müll", erklärt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher
Präsident des Umweltdachverbandes.

ÖBB-Chef Kern steigt massiv ins Atomgeschäft ein!

Während Bundeskanzler Werner Faymann bemüht ist, Österreich
atomstromfrei zu machen, steigt die staatliche ÖBB erst richtig ins
Atomstromgeschäft ein. Unter der Verantwortung von ÖBB-Chef Kern ist
die ÖBB Infrastruktur AG der jüngste Rohrkrepierer, wenn es um den
Atom-Ausstieg geht. Laut Stromkennzeichnungsbericht hat die ÖBB
Infrastruktur AG im vergangenen Jahr zu 100 % Graustrom geliefert!
"Das ist ein Skandal! Damit stammt der Strom zu 64 % aus fossiler und
35 % aus Nuklearenergie. Die Loks laufen zwar mit Grünstrom, doch an
die ÖBB-Konzerngesellschaften und an Großkunden wird Atomstrom
verkauft. Wie sich diese Geschäftspraxis mit den Slogans von der
sauberen ÖBB verträgt, muss Kern - der von 1997 bis 2007 im Verbund
tätig war, zuletzt als Vorstand für das inzwischen äußerst
verlustreiche Auslandsgeschäft - erst erklären", so Heilingbrunner.

Kelag - in Kärnten nichts Neues

Ähnlich schmutzig wie der Verbund wirtschaftet in Österreich in
Sachen Atomstrom nur noch die Kärntner Kelag, bei der der Verbund
und der deutsche Atom- und Kohlekonzern RWE in hohem Maß beteiligt
sind. Die Kelag lieferte 2011 zu 19 % Atomstrom und 35 % Strom aus
fossilen Energieträgern und ist für über 1.500 kg radioaktive Abfälle
und 0,9 Mio. Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich.

UWD fordert Beschluss zum "Aus für Atomstromhandel" im
Ministerrat

"Es ist hoch an der Zeit, dass der Verbund endlich aus seinen
schmutzigen Geschäften aussteigt. Solange der Verbund als größte
Dreckschleuder ungeniert mit Atomstrom handelt und Atomstrom
ungehindert zum Betreiben von Pumpspeicherkraftwerken verwendet,
werden Österreichs Bemühungen um eine glaubwürdige Anti-Atompolitik
zum Scheitern verurteilt sein", betont Heilingbrunner. Der
Umweltdachverband fordert daher Bundeskanzler Werner Faymann und
Vizekanzler Michael Spindelegger zum wiederholten Mal auf, einen
Ministerratsbeschluss zu fassen und den definitiven Ausstieg aus dem
Atomstromhandel der staatseigenen Verbundgesellschaft festzulegen.
"Wir verlangen, dass der Verbund-Vorstand einen verbindlichen
Ausstiegs-Fahrplan aus seinem Graustrom-Vertrieb und dem Handel mit
Strom unbekannter Herkunft auf den Tisch legt und endlich aus den
Atomgeschäften aussteigt", so Heilingbrunner.

Stromkennzeichnungsbericht 2012 bringt Verbesserungen, lebt
aber mit Mängeln des Systems

Der Stromkennzeichnungsbericht 2012 weist jetzt dezidiert den
Atomstromanteil aus und stellt damit eine deutliche Verbesserung für
die KonsumentInnen dar. Der Umweltdachverband stellt jedoch klar,
dass das existierende Stromkennzeichnungssystem Lücken hat, nicht den
Kraftwerkspark der einzelnen Stromlieferanten widerspiegelt und
außerdem nicht sicherstellen kann, dass das österreichische Netz frei
von Atomstrom ist.

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