- 06.12.2012, 12:29:11
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ÖH an Kuntzl: Es gibt viele Gründe warum Protest gegen die geplanten Gesetze gerechtfertigt ist
Studierende aus aller Welt demonstrierten gegen die Verschlechterungen
Utl.: Studierende aus aller Welt demonstrierten gegen die
Verschlechterungen =
Wien (OTS) - Die Wissenschaftssprecherin der SPÖ, Andrea Kuntzl, hat
anscheinend keine Ahnung von den Auswirkungen der neuen Gesetze zu
Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. Dass die Proteste dagegen
für sie "unverständlich" sind, zeugt von Ahnungslosigkeit gegenüber
der Lebensrealitäten von Studierenden. Gerne klärt sie Christoph
Huber, Generalsekretär der Österreichischen HochschülerInnenschaft,
über die Ursachen des Protestes auf:
"Erstens ist die neue Studiengebührenregelung keine Abschaffung,
sondern verdoppelt die Belastung für viele ausländische Studierende.
Zweitens sind es genau diese Studierenden, die die größten
finanziellen Probleme haben und nur sehr wenig arbeiten dürfen.
Drittens betreffen Studiengebühren auch diejenigen, die sich durch
Arbeit ihr Studium erst leisten können und so das Studium nicht in
Mindestzeit durchpeitschen können. Viertens führt dieser Teufelskreis
für viele zum Abbruch des Studiums - nicht zuletzt weil Beihilfen für
Studierende seit Jahren nicht mehr an die Inflation angepasst werden.
Fünftens werden mit dem Gesetz die autonom eingehobenen
Studiengebühren legalisiert - und somit der Verfassungsgerichtshof
übergangen. Sechstens werden durch Zugangsbeschränkungen viele jungen
Menschen ihr Wunschstudium nicht mehr studieren können. Siebtens sind
Zugangsbeschränkungen jeder Art sozial selektiv und benachteiligen
Menschen aus sozial schwachen Schichten. Achtens führt die
Studienplatzfinanzierung langfristig zu einer Reduktion von 100.000
Studierenden. Neuntens ist die Definition von "prüfungsinaktiv" für
Studierende die arbeiten müssen oder ein Doppelstudium belegen, eine
Frechheit. Zehntens gehören alle Gesetze die uns Studierende
betreffen mit uns ausverhandelt, und nicht hinter verschlossenen
Türen! Wer sich da noch wundert oder sogar die Legitimität unseres
Protests bezweifelt, hat grundlegende Elemente der Demokratie nicht
verstanden!"
Gestern waren trotz des Eisregens viele Menschen auf der Straße, um
gegen diese Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Huber berichtet:
"Flüchtlinge aus Traiskirchen - von denen viele Studierende sind,
haben sich mit uns solidarisiert. Studierende aus unzähligen Ländern
wie der Türkei, dem Iran, Bosnien etc. haben ihre Probleme im
Studienalltag geschildert. Viele Menschen haben ihre Wut gegen die
Ungerechtigkeiten, die von dieser Regierung seit Jahren wie Hagel auf
uns herabfällt, ausgedrückt. Das werden wir auch weiter tun - egal ob
es PolitikerInnen gefällt oder nicht!"
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