• 04.12.2012, 10:28:33
  • /
  • OTS0074 OTW0074

MedUni Wien: Ein Faktor für schmerzhafte Gelenksabnützung entdeckt

Wien (OTS) - Unter entzündlicher Gelenkserkrankung (Arthritis) leiden
immer mehr, und vor allem ältere Menschen. In einer aktuellen Umfrage
von Statistik Austria gaben 39 Prozent der Über-60-Jährigen an, eine
Form der Arthritis zu haben. Eine spezielle Form ist die
Osteo-Arthrose, die Abnützung der Gelenke. Ein Forscherteam der
Universitätsklinik für Orthopädie der MedUni Wien unter der Leitung
von Stefan Tögel beschäftigt sich mit der Glykobiologie in der
Orthopädie und hat nun einen Faktor entdeckt, der bei der Entstehung
der Osteo-Arthrose eine wichtige Rolle spielt.

Die WissenschafterInnen der MedUni Wien sind dabei, die Funktion
der Glykobiologie bei orthopädischen Erkrankungen zu untersuchen.
"Die Glykobiologie ist in unserem Fachgebiet weitgehend unerforscht,
wir sind an der MedUni Wien die ersten weltweit, die das in diesem
systematischen Ausmaß tun", so Tögel. Die Glykobiologie beschäftigt
sich mit der biologischen Relevanz von Zuckerketten für die
verschiedensten Zellen des menschlichen Körpers.

Die Ursache der Osteo-Arthrose ist - neben gewissen Risikofaktoren
wie Alter oder früheren Verletzungen - noch nicht geklärt. Die
ForscherInnen der MedUni Wien stellten aber fest, dass bei der
schmerzhaften Gelenksabnützung bestimmte Proteine, die Lektine, und
insbesondere die Galektine, eine Rolle spielen.

"Je stärker der Knorpel eines Gelenks abgenützt ist, desto höher
ist die Ausschüttung von Galektinen", fasst Tögel das Ergebnis
zusammen. "Galektine setzen degenerative und entzündliche Prozesse in
den Knorpelzellen in Gang." In der Glykobiologie "übersetzen" die
Lektine den so genannten Zuckercode, indem sie an Zuckerketten an der
Zelloberfläche andocken und dadurch ein zelluläres Signal auslösen.
In diesem Fall verursachen sie dabei die unerwünschten Reaktionen.

Die neuen Erkenntnisse könnten, so die Vision der MedUni
Wien-ForscherInnen, dazu führen, Galektine künftig sowohl in der
Therapie als auch als Biomarker in der Prognose von Osteo-Arthrose
einzusetzen.

Medizinische Universität Wien - Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
31 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und
zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den
bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im
biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über
48.000m2 Forschungsfläche zur Verfügung.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MEU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel