• 29.11.2012, 12:57:10
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ZEICHEN, GEFANGEN IM WUNDER. Auf der Suche nach Istanbul heute

Hüseyin Bahri Alptekin, "Heimat-Toprak", 2001

Wien (OTS) - Mit der Ausstellung "Zeichen, gefangen im Wunder. Auf
der Suche nach Istanbul heute" (MAK-Ausstellungshalle, 23. Jänner -
21. April 2013) präsentiert das MAK eine einmalige, gegenwärtige
Momentaufnahme zeitgenössischer Kunstproduktion im Kontext Istanbuls.
Werke von KünstlerInnen aus drei Generationen, geboren in den 1930er
bis 1980er Jahren, skizzieren eine erfinderische Erzählung zur Kultur
und die Geschichte einer facettenreichen, von europäischen,
orientalischen und asiatischen Einflüssen geprägten Metropole und
verwandeln die MAK-Ausstellungshalle in ein subtiles Stimmungsbild zu
Istanbul.

Ermöglicht wird die Realisierung dieses wegweisenden
Ausstellungsprojekts durch das integrierte, internationale Öl- und
Gasunternehmen OMV, das sich im Kultursponsoring auf den
Kulturaustausch zwischen ihren Kernmärkten Österreich, Rumänien und
Türkei im Bereich der zeitgenössischen bildenden Kunst konzentriert.
Die OMV möchte damit über ihr wirtschaftliches Engagement hinaus
einen Beitrag zum kulturellen Dialog leisten.

Narration als Thema der zeitgenössischen Kunst ist, ausgehend von
der Relevanz von Literatur für das Entstehen kollektiver
Vorstellungen über fremde Kulturen, das bestimmende kuratorische
Moment der Ausstellung. Inspirationen für diese Herangehensweise
beziehen die AusstellungskuratorInnen insbesondere aus einem Aufsatz
des Kulturwissenschaftlers Homi K. Bhabha, der den Moment des Wunders
und des Erstaunens beim Kennenlernen einer neuen, fremden Sprache und
Kultur beschreibt. Ähnlich analysiert Franco Moretti in seinem Buch
"Signs Taken for Wonders" (London, 1983) die Relation von
Weltliteratur, Kultur und "Weltbildern". Verweise dazu finden sich
auch in Texten der türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk oder
Mario Levi sowie internationaler Literaten wie Pierre Loti.

"Zeichen, gefangen im Wunder" präsentiert singuläre künstlerische
Welten, entstanden in einer Zeit rasanter Globalisierung. Vorgestellt
werden Werke, die sich mit Innenschau, persönlicher wie visionärer
Narration und Dialog auseinandersetzen und eine weitreichende äußere
und innere Bewegung und Wandlung dokumentieren. Dabei finden Arbeiten
türkischer KünstlerInnen ein synergetisches Gegenüber in Beispielen
internationaler Gegenwartskunst, die das kulturelle Gedächtnis
Istanbuls beleuchten.

"Auf der Suche nach Istanbul heute" wird von KünstlerInnen
reflektiert, die in dieser Stadt leben und arbeiten (einschließlich
internationaler Auswanderer), türkischen KünstlerInnen, die im
Ausland leben, sowie internationalen KünstlerInnen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Intervention des mit dem
Nam June Paik Award 2012 ausgezeichneten Künstlers Cevdet Erek. In
der zentralen, durch eine spezielle Oberlichtkonstruktion
illuminierten Ausstellungshalle entwickelt er eine minimalistische,
raumgreifende Installation. In Anspielung auf die Geschichte und
bauliche Struktur des Museums erklärt Erek das Tageslicht zum
gestalterischen Medium und schafft durch eine ephemere Architektur
ein metaphorisches Statement, das sein immanentes Interesse an Raum
und Rhythmus verdeutlicht.

In der Fülle der künstlerischen Ansätze der Ausstellung spiegeln
sich der Auftrag des MAK als universelles Museum für angewandte Kunst
und der hier verfolgte grenzüberschreitende Dialog und Austausch
zwischen angewandter Kunst, Design und Architektur sowie bildender
Gegenwartskunst wider. Präsentiert werden Arbeiten, die sich mit
Keramik, Textil, Design, Architektur sowie unterschiedlichen
Produktionstechniken (Installation, Malerei, Skulptur, Fotografie
oder Film) beschäftigen.

Eine großzügige Installation zeigt etwa Emre Hüner mit der Arbeit
"A Little Larger Than the Entire Universe" (2012), die die Welt aus
Relikten diverser Kulturen nachbildet und zuvor im Rahmen der
Manifesta 9 zu sehen war. Seine Referenzen an das
NASA-Space-Shuttle-Programm, an Skulpturen aus Keramik nach dem
Vorbild der Natur oder an einfaches Werkzeug fungieren als
Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Fortschritt und Utopie. Der
deutsche Künstler Marcel Odenbach dokumentiert dagegen in einer
filmischen Arbeit ein traditionelles männliches Ritual. In
"Männergeschichten 1" (2003) zeigt er, untermalt mit Szenen der Stadt
Istanbul und historischen Verweisen, das Rasieren beim Barbier.

Spannende neue Kontexte eröffnen unter anderem die Künstlerinnen
Füsun Onur und CANAN, die in ihren Arbeiten traditionelle
Kunstfertigkeiten und gegenwärtige Produktionstechniken miteinander
verbinden. Speziell für die MAK-Ausstellung plant Füsun Onur eine
Skulptur bestehend aus handgefertigter Perlenstickerei. Onur, die in
ihrer Kunst spielerisch mit der Bewahrung der eigenen Weltsicht und
der Betrachtung von Kunst ohne ideologische Vorzeichen umgeht, nimmt
als Vertreterin der feministischen Avantgarde eine wichtige Rolle in
der türkischen Gegenwartskunst ein. Im Stil traditioneller
Mogul-Miniaturmalerei erzählt die Künstlerin CANAN in der
Videoanimation "Ibretnüma/Exemplary" (2009) die Geschichte einer
jungen Frau vor dem Hintergrund moralischer Vorstellungen des Islam
im 20. Jahrhundert und thematisiert dabei auch Brüche in ihrem
eigenen bewegten Leben.

Teilnehmende KünstlerInnen: Hamra Abbas / Murat Akagündüz / Yesim
Akdeniz / Eylem Aladogan / Meric Algün Ringborg / Hüseyin Bahri
Alptekin / Halil Altindere / Kutlug Ataman / CANAN / Asli Çavusoglu /
Cengiz Çekil / Banu Çennetoglu / Mutlu Çerkez / Antonio Cosentino /
Canan Dagdelen / Lukas Duwenhögger / Erdem Ergaz / Cevdet Erek /
Murat Gök / Nilbar Güres / Sibel Horada / Emre Hüner / Aki Naga-saka
/ Marcel Odenbach / Füsun Onur / Ahmet Ögüt / Mario Rizzi / Nasra
Simmes / Günes Terkol / Erdem Tasdelen / Cengiz Tekin / Irem Tok /
Uygur Yilmaz.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, MAK Wien / Hatje Cantz,
Ostfildern.

Presseunterlagen sowie Pressefotos stehen unter MAK.at/presse zum
Download bereit.

PRESSEDATEN:

Pressekonferenz: Dienstag, 22. Jänner 2013, 10:30 Uhr
Eröffnung: Dienstag, 22. Jänner 2013, 19:00 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle, Weiskirchnerstraße 3, Wien 1
Ausstellungsdauer: 23. Jänner - 21. April 2013

KuratorInnen: Simon Rees, MAK
Bärbel Vischer, Kustodin MAK-Sammlung Gegenwartskunst

Hauptsponsor: OMV

Publikation: Zur Ausstellung erscheint die Publikation
"ZEICHEN, GEFANGEN IM WUNDER. Auf der Suche nach Istanbul heute in
der zeitgenössischen Kunst" (deutsch/englisch), MAK Wien / Hatje
Cantz, Ostfildern.

Rahmenprogramm: In Vorbereitung

Öffnungszeiten: Di 10:00-22:00 Uhr, Mi-So 10:00-18:00 Uhr.
Jeden Dienstag 18:00-22:00 Uhr Eintritt frei
MAK-Eintritt: Euro 7,90 / ermäßigt Euro 5,50 / Familienkarte Euro 11
/ Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 19

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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