• 28.11.2012, 09:36:56
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KONSUMENT-Ethiktest: Schlechte Noten für Spielzeughersteller

Nur Hasbro und Playmobil konnten punkten - andere Produzenten kooperierten nicht

Utl.: Nur Hasbro und Playmobil konnten punkten - andere Produzenten
kooperierten nicht =

Wien (OTS/VKI) - Kann man guten Gewissens Barbie-Puppen, Power-Ranger
Actionfiguren, Nicotoy-Plüschtiere oder Lego für seine Kids kaufen?
Ein vor acht Jahren im Testmagazin KONSUMENT veröffentlichter
Ethiktest über die Spielwarenbranche hatte ein düsteres Bild
gezeichnet. Seitdem hat es zwar geringfügige Verbesserungen bei den
Min-destlöhnen, hinsichtlich Kinderarbeit sowie bei Maßnahmen zu
Sicherheit und Gesundheit gegeben. Substanziell waren diese
Veränderungen, wie der aktuelle Ethiktest zeigt, nicht. Lediglich
Hasbro und bedingt Playmobil konnten ein wenig punkten. Die
Testergebnisse gibt es ab dem 29.11. im Dezember-KONSUMENT und auf
www.konsument.at.

Geringe Kooperationsbereitschaft der Spielzeughersteller

Bandai, Brio, Lego, MGA, Mattel, Simba Dickie und Walt Disney
waren nicht kooperativ. Hier war nur die Auswertung von öffentlich
zugänglichen Informationen möglich. Disney hat sich demzufolge zwar
eine relativ gute Sozial- und Umweltpolitik verordnet. In der Praxis
gibt es aber kaum Hinweise für eine Umsetzung, sondern stattdessen
fortgesetzt Berichte über Missstände. Lego wurde vor wenigen Jahren
noch als positive Ausnahme in der Branche gepriesen. Seitdem wurde
die Produktion aber zunehmend in Billiglohnländer ausgelagert und
chinesische Aktivisten berichten von schlechten Arbeitsbedingungen.
Nur Hasbro und Playmobil stellten aktiv Informationen zur Verfügung
und ließen Vor-Ort-Recherchen in insgesamt drei Produktionsstätten
zu. In diesen wird mehr als der dortige gesetzliche Mindestlohn
bezahlt. Andererseits gehören während der Saison
Zwölf-Stunden-Arbeitstage sieben Tage die Woche auch hier zur Regel.
Dazu kommt, dass es auch bei Hasbro und Playmobil kaum Kenntnis über
die Zustände bei den Zulieferern gibt.

Sind die Konsumenten schuld?

"Das häufig strapazierte Argument, die niedrigen Preise seien am
Elend der Arbeiter in den Produktionsländern schuld, erscheint
fragwürdig, wenn man sich die Preisstruktur vor Augen hält. Achtzig
Prozent des Verkaufspreises einer Puppe entfallen auf Marketing,
Handel und Transport, während die Arbeiterinnen mit 0,8 Prozent
abgespeist werden", kritisiert KONSUMENT-Ethikexperte Peter Blazek.
"Würden erstere auch nur auf ein paar Cent ihrer Margen verzichten,
könnte den Arbeiterinnen ein Leben über dem Existenzminimum gesichert
werden." Konsumenten könnten insofern aktiv werden, indem sie
Hersteller und Handel kontaktieren und auffordern, sich für
würdevolle Bedingungen ihrer Arbeitskräfte und Lieferanten zu
engagieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Verzicht auf Spielzeug
dieser Anbieter. Auch (Holz-)Spielzeug aus Österreich oder den
benachbarten Ländern ist eine Option. Hier sind auch die
Transportwege kürzer.

Details zum Ethiktest und weitere Infos zum Thema gibt es auf
www.konsument.at und ab dem 29.11. im Dezember-KONSUMENT.

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