- 26.11.2012, 11:01:18
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Überparteiliches Aktionskomitee fordert: Weg mit dem Selbstbehalt!
Selbstbehalt gefährdet Gesundheit und Existenz vieler Selbstständiger
Utl.: Selbstbehalt gefährdet Gesundheit und Existenz vieler
Selbstständiger=
Wien (OTS) - SWV-Wien-Präsident Fritz Strobl präsentierte heute,
Montag, im Zuge einer Pressekonferenz ein überparteiliches
Aktionskomitee zur Abschaffung des SVA-Selbstbehaltes für
Selbstständige.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden und Unternehmen
schlossen sich zusammen, um die restlose Abschaffung des
Selbstbehaltes beim Arztbesuch durchzusetzen, und die SVA und das
Wirtschaftsparlament dazu zu bewegen, die soziale, wirtschaftliche
und gesellschaftliche Lage von Selbstständigen, insbesondere
Eine-Person-Unternehmen und Kleinstunternehmen, zu verbessern.
Unter den Unterstützern der Initiative "Weg mit dem Selbstbehalt":
LAbg. GR Fritz Strobl, Präsident des SWV Wien, Hans Arsenovic,
Landessprecher der Grünen Wirtschaft Wien, Univ.-Prof. Dr. Thomas
Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, LAbg. GR Katharina
Schinner, Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsverbandes, Margit
Gugitscher, Eine-Person-Unternehmerin und Vertreterin der Amici delle
SVA, Paul Kessler, Eine-Person-Unternehmer und Geschäftsführer von
Webquartett, sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter anderer
Initiativen, Organisationen und Plattformen als auch
Eine-Person-Unternehmen.
Fritz Strobl: "SVA-Selbstbehalt ist ungerecht und muss restlos
abgeschafft werden!"
Initiator und Gründer des Aktionskomitees, Fritz Strobl, erklärte
seine Beweggründe: "Vor allem Eine-Person- und Kleinunternehmen
können sich den SVA-Selbstbehalt nicht leisten und verzichten im
Zweifel auf den Arztbesuch. Allein in Wien gibt es 60.000
Eine-Person-Unternehmen, von denen ein Großteil am oder unter dem
Existenzminimum lebt. Mit ihrer Regelung bestraft die SVA die Wiener
Unternehmerinnen und Unternehmer zusätzlich und erschwert damit den
Zugang zu ärztlichen Leistungen." Für den SWV-Wien-Präsidenten sei
der SVA-Selbstbehalt eine "soziale Ungerechtigkeit", die "restlos
abgeschafft werden" müsse.
Hans Arsenovic: "Selbstbehalt ist Strafe und Hürde für
Selbstständige!"
Auch der Landessprecher der Grünen Wirtschaft Wien, Hans Arsenovic,
sprach sich für die Abschaffung des SVA-Selbstbehaltes aus. Für ihn
stelle dieser eine "Strafe und unnötige Hürde für Selbstständige"
dar. "Selbstständige tragen ein gleich hohes Armutsrisiko wie
Hilfsarbeiterinnen und Hilfsarbeiter - es kann und darf daher nicht
sein, dass der Arztbesuch für diese Personen aufgrund des
Selbstbehaltes zusätzlich erschwert wird", betonte er.
Thomas Szekeres: "Medizinische Leistungen müssen für alle
erschwinglich sein"
Für den Präsidenten der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, sind
Selbstbehalte im Gesundheitssystem klare Signale in die falsche
Richtung: "Vor allem Betreiber von kleinen Eine-Personen-Unternehmen
verschieben möglicherweise viele Arztbesuche oder lassen diese ganz
aus, weil sie sich Selbstbehalte schlicht und einfach nicht leisten
können." Aus medizinischer Sicht unterstütze er daher den Vorstoß
des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Wien für eine
Abschaffung des SVA-Selbstbehalts für Selbstständige. Szekeres:
"Medizinische Leistungen müssen für alle Patientinnen und Patienten
gleichermaßen erschwinglich sein."
Katharina Schinner: "Es geht um die Zukunft der Unternehmerinnen und
Unternehmer!"
Als Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsverbandes Wien vertritt LAbg.
GR Katharina Schinner die Interessen junger Unternehmerinnen und
Unternehmer. Sie erklärt, dass Selbstständige es sich in den ersten
Jahren ihrer unternehmerischen Tätigkeit nicht leisten könnten, krank
zu werden. Da diese ohnehin unter einem enormen Druck stünden, wäre
es umso wichtiger, sie von dieser Mehrbelastung zu befreien. Zum
einen würde der Arztbesuch dadurch "leistbar" gemacht werden, zum
anderen könnten Selbstständige sensibilisiert werden, "früh auf ihre
Gesundheit zu achten". "Junge Unternehmerinnen und Unternehmer haben
einen langen Weg vor sich, den sie möglichst gesund bestreiten
sollen. Diese Präventionsmaßnahmen wirken sich nicht nur positiv auf
die einzelnen Personen, sondern vor allem auf die Wirtschaft aus",
sagte Katharina Schinner.
Paul Kessler: "Kranksein darf keine Kostenfrage sein!"
Eine-Person-Unternehmer Paul Kessler zum Selbstbehalt: "Wenn ich mich
als Einzelunternehmer fragen muss, ob ich mir den Arztbesuch
überhaupt leisten kann, dann ist das System, für das ich monatlich
Beiträge zahle, verbesserungsbedürftig. Kranksein darf keine
Kostenfrage sein!"
Margit Gugitscher: "Hohe SVA-Beiträge plus Selbstbehalt verschärfen
Prekariat!"
Margit Gugitscher, selbst Eine-Person-Unternehmerin und Vertreterin
der Amici delle SVA, kennt die prekäre Lage der "Kleinen" und setzt
sich - zusammen mit den Amici delle SVA - seit Langem für ein
gerechteres Sozialversicherungssystem für Selbstständige ein.
"Besonders in der Kreativ- und Dienstleistungsbranche sind die
Einkünfte gering und stark schwankend. Der Konkurrenzdruck ist enorm
hoch - wenn ich krank bin, kann ich nicht arbeiten. Ein
Verdienstentgang durch Krankheit oder Unfall ist daher doppelt
belastend. Ich bin verpflichtet die vollen SVA-Beträge zu zahlen und
werde darüber hinaus noch mit einem 20% SVA-Selbstbehalt belastet.
Von Fairness kann hier nicht die Rede sein", betonte sie.
Ziel sind 10.000 Unterschriften in Wien
Es wurden mehrfach Anträge im Wirtschaftsparlament eingebracht, die
vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband als auch von den Grünen
unterstützt wurden. Der ÖVP-nahe Wirtschaftsbund schmetterte diese
Anträge auf allen Ebenen ab.
Um der gemeinsamen Forderung den nötigen Nachdruck zu verleihen, hat
sich das Aktionskomitee daher das Ziel gesetzt, 10.000 Unterschriften
zu sammeln.
Fritz Strobl: "Wir werden alles daran setzen, so viele Unterschriften
wie nur möglich zu sammeln. Der SVA-Selbstbehalt ist ungerecht - er
gefährdet die Existenz und Gesundheit vieler Selbstständiger. Wir
werden so lange kämpfen, bis der Selbstbehalt fällt."
Aktion statt Reaktion
Mit Straßenaktionen, Betriebsbesuchen, Veranstaltungen und
Presseauftritten wird das Aktionskomitee das gemeinsame Anliegen in
den nächsten Monaten verstärkt in die Öffentlichkeit bringen.
Die Aktionstage mit Aktionszelt (Unterschriftensammelaktionen) sind:
29.November, 16.30 - 19.00 Uhr
11. Dezember, 17.00 - 19.00 Uhr
17. Dezember, 17.00 - 19.00 Uhr
Aktionsort: Mariahilfer Straße 77/ Ecke Amerlingstrasse, 1060 Wien
Weitere Informationen unter www.wegmitdemselbstbehalt.at
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