- 23.11.2012, 09:59:47
- /
- OTS0059 OTW0059
BM Berlakovich muss mit gefülltem Geldkoffer nach Doha fahren
Allianz für Klimagerechtigkeit fordert mindestens 80 Millionen Euro jährlich
Utl.: Allianz für Klimagerechtigkeit fordert mindestens 80 Millionen
Euro jährlich=
Wien (OTS) - Vor der am Montag beginnenden UN-Weltklimakonferenz in
Doha/Katar fordern die Organisationen der Österreichischen Allianz
für Klimagerechtigkeit Bundesminister Nikolaus Berlakovich auf, nach
Doha einen gut gefüllten Geldkoffer mitzubringen. "Unabhängig vom
Verteilungsschlüssel unter den EU-Staaten muss der 'Klimasünder'
Österreich mindestens 80 Millionen Euro jährlich für den
internationalen Klimaschutz und die Bewältigung der globalen Folgen
des Klimawandels auf den Tisch legen", so die 23 österreichischen
Entwicklungshilfe-, Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen.
Zur Allianz für Klimagerechtigkeit gehören Organisationen wie GLOBAL
2000, WWF, CARE, das Rote Kreuz und die Dreikönigsaktion der
Katholischen Jungschar.
"Österreich muss sich in der EU dafür einsetzen, dass Klimaziele im
Einklang mit der Wissenschaft gesetzt werden. Das EU-Ziel von 20
Prozent ist nicht vereinbar mit der Vorgabe die globale Erwärmung auf
zwei Grad einzudämmen. Es ist außerdem heute schon fast erreicht",
kritisiert Johannes Wahlmüller von Global 2000. Nach einer Studie der
Europäischen Umweltagentur sind die EU-Treibhausgasemissionen
gegenüber 1990 bereits um 17,6 Prozent gesunken. Die EU präsentiert
also das nicht sehr rühmliche Ziel von minus 2,4 Prozent für die
kommenden acht Jahre.
Um den Klimawandel zu stoppen und seine schon jetzt eingetretenen
dramatischen Auswirkungen zu bewältigen, braucht es Geld. "Die
Industriestaaten haben den Entwicklungsländern eine vage Zusage von
100 Milliarden Dollar jährlich ab dem Jahr 2020 gemacht. Jetzt müssen
sie beweisen, dass dies nicht bloßes Verhandlungskalkül war. Die zur
Verfügung gestellten Klimamittel müssen jährlich anwachsen. Im
Augenblick droht das Gegenteil: Die 2009 in Kopenhagen versprochene
"Anschubfinanzierung" läuft heuer aus. Wird in Doha nichts Handfestes
vereinbart, gibt es gar nichts mehr. Wir fordern, dass Österreich
mindestens 80 Millionen Euro jährlich verbindlich zusagt und ab 2013
zusätzlich zu den Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit bezahlt", so
Herbert Wasserbauer von der Dreikönigsaktion.
"Der Klimawandel ist eine tickende Zeitbombe. Er gefährdet schon
jetzt das Überleben von Millionen Menschen", warnt Andrea
Wagner-Hager, Geschäftsführerin der Hilfsorganisation CARE. "Doha
muss als Chance genutzt werden, diese Bombe zu entschärfen, die
Erderwärmung unter zwei Grad zu begrenzen und den schon heute massiv
vom Klimawandel betroffenen Ländern bei der Anpassung an veränderte
Umweltverhältnisse zu helfen." Österreich muss sein beschämend
geringes Budget für Entwicklungshilfe schnellstmöglich durch
zusätzliche Klimagelder verstärken und die Agentur der
Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) mit der
Durchführung beispielgebender bilateraler Klimaprojekte beauftragen.
Max Santner, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit des
Österreichischen Roten Kreuzes, fordert zudem eine Aufstockung des
Auslandskatastrophenfonds sowie zusätzliche Gelder für die
Katastrophenvorsorge ein: "Naturkatastrophen wie Dürren,
Überschwemmungen und tropische Stürme nehmen seit Jahren signifikant
zu - die Politik muss darauf endlich reagieren!"
"Wenn die Emissionen aus der globalen Entwaldung nicht zurück gehen,
können wir die Klimaschutzziele niemals erreichen, denn bis zu einem
Fünftel der Treibhausgase stammen weltweit aus der Zerstörung unserer
Wälder", erklärt WWF-Geschäftsführer Gerald Steindlegger. Der WWF
fordert deshalb einen totalen Stopp der Netto-Entwaldung bis zum Jahr
2020. Das bedeutet, dass in den Wäldern aller Länder zukünftig nicht
mehr Bäume gefällt werden dürfen als nachwachsen können. "Als
waldreiches Land muss besonders Österreich in Doha sich dafür
einsetzen, dass die Emissionen aus der Entwaldung gestoppt werden",
so Steindlegger.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF






