• 22.11.2012, 10:58:46
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WWF zu Doha: Klimaschutz darf nicht zu Wüstenbasar werden

Mangel an Vertrauen gefährdet die Zukunft der Welt

Utl.: Mangel an Vertrauen gefährdet die Zukunft der Welt=

Wien/Doha, Katar. (OTS) - Wenn die Verhandlungen auf der am Montag
beginnenden UN-Klimarahmenkonferenz in Doha (COP 18) scheitern, droht
uns eine "Vier-Grad-Plus-Welt, warnt die Umweltorganisation WWF, die
mit einer internationalen Delegation im Wüstenstaat Katar vertreten
sein wird. "Derzeit sind die Verhandlungen durch einen Mangel an
Vertrauen der Staaten in einer Zwickmühle blockiert. Die
Industriestaaten wollen die Entwicklungsländer zu hohen
Reduktionszielen verpflichten, kamen aber selber ihren finanziellen
Verpflichtungen für die Bekämpfung der Folgen in den armen Ländern
noch nicht ausreichend nach. Es geht um die Zukunft des Planeten. Die
Entscheidungen in Doha sind zu wichtig, dass sie zum Wüstenbasar
werden", saget WWF-Geschäftsführer Gerald Steindlegger. Der WWF
fordert den nahtlosen Übergang des Kyoto-Protokolls in die zweite
Periode, einen globalen Klimaschutzvertrag zur Reduktion der
Treibhausgase bis spätestens 2020, eine ausreichende Finanzierung der
Anpassungsmaßnahmen und die Regulierung der Emissionen aus dem Flug-
und Schiffsverkehr.

Das Jahr 2012 war ein Jahr der Wetterextreme, die die verhandelnden
Regierungsvertreter aufwecken sollten. Dürren und massive
Ernteausfälle in Afrika und den USA, Superstürme, das Abschmelzen des
arktischen Eises und das Schmelzen der Gletscher sind Alarmsignale
für eine veränderte Welt. Gleichzeitig erreichte die Konzentration
von Treibhausgasen in der Atmosphäre heuer ihren Höhepunkt. "Diese
Warnsignale waren erst Schüsse vor den Bug im Vergleich zu dem was
uns noch in den nächsten Jahrzehnten droht, wenn die Verhandlungen
erfolglos bleiben", so Steindlegger.

Der WWF fordert für die Klimakonferenz in Doha den nahtlosen Übergang
des Kyoto-Protokolls in seine zweite Verpflichtungsperiode ab 1.
Jänner 2013. Bisher haben nur die EU, die Schweiz, Liechtenstein,
Monaco, Island, Norwegen, Kroatien, Kasachstan, die Ukraine,
Weißrussland und Australien für die zweite Periode zugesagt. Diese
Staaten emittieren aber nur 15 Prozent der weltweiten Treibhausgase.
Die Staaten, die für die anderen 85 Prozent zuständig sind, müssen
bis 2015 ein faires, ambitioniertes und bindendes Abkommen für alle
Länder beschließen, das 2020 in Kraft treten muss. Besonders die USA,
Japan, Russland und Kanada sind verantwortlich, diesen Prozess in
Doha anzuführen.

Eine wichtige Forderung des WWF ist der Stopp der weltweiten
Entwaldung bis 2020 durch das Waldschutzinstrument REDD+ (Reduktion
der Emissionen aus der Waldzerstörung). Durch die Abholzung der
Wälder entstehen derzeit bis zu 20 Prozent aller Treibhausgase und
dadurch wird der Lebensraum zahlloser Tiere und Pflanzen vernichtet.
"Wälder sind die Schatzkammern des Lebens. Ohne Waldschutz gibt es
keinen Klimaschutz und kein Überleben für Tausende Tier- und
Pflanzenarten. Die Staatengemeinschaft muss wirksame
Schutzmechanismen beschließen um den Raubbau sofort zu stoppen",
fordert Steindlegger. Konkret muss die Langzeitfinanzierung von REDD+
und die Einbindung in den Grünen Klimafonds sichergestellt werden.

Für die Finanzierung des globalen Klimaschutzes fordert der WWF einen
konkreten Finanzierungsplan ab 2013. Bis 2020 müssen jährlich 100
Milliarden US-Dollar im Grünen Klimafonds für die Reduktion der
Treibhausgase und die Anpassung an die verheerenden Folgen der
Erderwärmung in Entwicklungsländern bereit stehen. Ein Teil des dafür
benötigten Geldes muss aus der Bepreisung der Flug- und
Schiffsemissionen kommen. Denn diese verursachen zehn Prozent der
weltweiten Treibhausgase jährlich. "Anstatt diese
Verbrennungsmaschinerie von fossilen Treibstoffen mit Steuergeldern
zu subventionieren, müssen sich die Unternehmen zu ihrer
Klimaverantwortung bekennen und von den Staaten in die Pflicht
genommen werden", so Steindlegger.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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