- 22.11.2012, 09:46:04
- /
- OTS0042 OTW0042
AUGE/UG und KIV/UG: "Nulllohnrunde in Wien noch lange nicht gegessen!"
Unabhängige GewerkschafterInnen in Wien bauen auf Rückkehr "ökonomischer Vernunft" und Nachverhandlungen auf Druck der Gewerkschaftsbasis
Utl.: Unabhängige GewerkschafterInnen in Wien bauen auf Rückkehr
"ökonomischer Vernunft" und Nachverhandlungen auf Druck der
Gewerkschaftsbasis=
Wien (OTS) - Zwt.: AUGE/UG, Koza: "Nulllohnrunde spart uns noch
tiefer in die Krise!"
Markus Koza, Bundessekretär der Alternativen und Grünen
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen (AUGE/UG) in der
GPA-djp kritisiert die Nulllohnrunde bei den Wiener
Gemeindebediensteten einmal mehr als sozial- wie wirtschaftspolitisch
kurzsichtig. "Die
Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung auf Bundesebene - und hier
insbesondere die Nulllohnrunde und die Pensionsanpassung unter der
Inflationsrate - kosten laut Budgetanalyse der Arbeiterkammer rund
0,4 prozentpunkte an Wachstum, und das mitten in der Krise.
Nulllohnrunden bei den Wiener Gemeindebediensteten schwächen
zusätzlich Einkommen und damit die Nachfrage. Damit wird noch stärker
in die Krise hineingespart," warnt Koza.
Zusätzlich verweist Koza auf den hohen "Selbstfinanzierungsgrad"
von Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst: "Rund 40 % der
Lohnerhöhungen kommen unmittelbar in Form von Lohnsteuern und
Sozialabgaben zurück," so Koza. Natürlich brauche es endlich
Vermögenssteuern in Österreich, um die Finanzierung kommunaler und
sozialer Dienstleistungen weiterhin sicherzustellen. "Jammern alleine
reicht da allerdings nicht: da muss die Gemeinde Wien schon in die
Offensive gehen. Etwa bei einer sozial gerechten Reform der
Grundsteuer. Eine derartige Offensive vermissen wir allerdings
derzeit - auch von der SPÖ-Grünen Stadtregierung", so Koza.
Zwt.: Trotz Beschlussfassung: Nulllohnrunden noch lange nicht
"gegessen"
Mit der Beschlussfassung des Wiener Budgets - inklusive
eingepreister Nulllohnrunde - sei die Nulllohnrunde für die
Unabhängigen GewerkschafterInnen noch lange nicht "gegessen". Koza:
"Es ist nie zu spät, klüger zu werden. Budgets können auch wieder
aufgeschnürt und neu verhandelt werden. Es ist zu hoffen, dass mit
Verschärfung der Krise die gebotene ökonomische Vernunft wieder
zurückkehrt - bei Stadtregierung wie Gewerkschaftsspitze - und
Maßnahmen zur Stabilisierung von Einkommen und Nachfrage getroffen
werden. Wir werden entsprechend weiter Druck auf Verhandlungen
machen."
Zarte, zaghafte Signale, dass es doch noch zu Verhandlungen kommen
könnte, würden bereits kolportiert, so der Alternativgewerkschafter.
"Wir sagen: Lieber später als nie. Das ist ein erster Erfolg der
aufsässigen Gewerkschaftsbasis. Was allerdings auch klar sein sollte:
mit Einmalzahlungen wird es jedenfalls nicht getan sein. Was es
braucht sind nachhaltig wirkende und konjunkturbelebende
Lohnsteigerungen."
Zwt.: KIV/UG Kerschbaum: "Wir fordern nachhaltige Gehaltserhöhungen,
welche Einkommen sichern!"
Das betont auch Thomas Kerschbaum, Personalvertreter der Stadt
Wien und Bundessprecher der Konsequente
Interessenvertretung/Unabhängige GewerkschafterInnen, zweitstärkste
Gewerkschaftsfraktion bei den Wiener Gemeindebediensteten: "Die
Wiener Gemeindebediensteten erwarten sich, wie alle öffentlich
Bediensteten, eine nachhaltige Kaufkraftsteigerung. Viele
Personalvertretungsausschüsse und Betriebsräte fordern in bereits
gefassten Beschlüssen eine Gehaltserhöhung über der Inflationsrate,
sowie endlich den Beginn von Gehaltsverhandlungen und - wenn
notwendig - deren Durchsetzung mit allen gewerkschaftlich zur
Verfügung stehenden Mitteln ein".
Zwt.: Druck der Basis muss weiter verstärkt werden!
Im Rahmen der Kampagne der Unabhängigen GewerkschafterInnen "Null
Bock auf Nulllohnrunden" haben bereits mehr als 2 200 KollegInnen
gegen Nulllohnrunden und für eine faire Gehaltserhöhung im
Öffentlichen Dienst unterschrieben. Dabei nicht mitgezählt sind die
Unterschriftenaktionen gegen die Nulllohnrunde, welche
überfraktionell bzw. von Personalvertretungen gemeinsam in diversen
Dienststellen und Bereichen der Stadt Wien gestartet wurden - die
Zahlen der Unterstützungsunterschriften gehen in die Tausende. In den
Dienststellen und Einrichtungen der Stadt Wien und ausgegliederten
Bereichen diskutieren die Bediensteten heftig die zwangsverordnete
Nulllohnrunde für 2013.
"Der Druck der Basis muss - gerade jetzt und trotz bereits
erfolgten Budgetbeschlusses - weiter verstärkt werden!" so
Kerschbaum. "Wir werden die Kampagne gegen Nulllohnrunden weiter
führen und die Bediensteten der Gemeinden wie auch die Beschäftigten
der ausgegliederten Bereiche und der privaten Vereine, die direkt
oder über Aufträge der öffentlichen Hand an Gehaltserhöhungen im
Öffentlichen Dienst gekoppelt sind, weiter informieren, um den Druck
auf Gewerkschaftsführung und Politik zu erhöhen", schließen Koza und
Kerschbaum.
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen rufen die Beschäftigten der
öffentlichen Dienste wie der Privatwirtschaft auf, gemeinsam und
solidarisch gegen Nulllohnrunden aufzutreten und die Kampagne "Null
Bock auf Nulllohnrunden" zu unterstützen.
Weiterführende Informationen zur Kampagne auf
http://www.nullbockaufnulllohn.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGG






