- 20.11.2012, 12:58:04
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Armutskonferenz: Mehr bedrückende Lebenssituationen, Sozialstaat bremst Abstieg, Konzentration der Vermögen
Drei Erkenntnisse aus dem Sozialbericht: Bedrückende Lebenssituationen steigen. Sozialstaat bremst soziale Folgen der Krise. Hohe Konzentration des Vermögens ganz oben.
Utl.: Drei Erkenntnisse aus dem Sozialbericht: Bedrückende
Lebenssituationen steigen. Sozialstaat bremst soziale Folgen
der Krise. Hohe Konzentration des Vermögens ganz oben.=
Wien (OTS) - Aus dem gestern präsentierten Sozialbericht zur sozialen
Lage in Österreich können drei Schlüsse gezogen werden, so die
Armutskonferenz, das österreichische Netzwerk gegen Armut und soziale
Ausgrenzung:
1. Bedrückende und ausgrenzende Lebenssituationen steigen. Die
manifeste Armut und die Dauer der Armut nimmt zu. Steigende Ausgaben
in den zentralen Positionen Wohnen, Energie und Ernährung machen
große Probleme, gesundheitliche Beeinträchtigungen und psychische
Erkrankungen, schlechte und prekäre Jobs, Einsamkeit und Beschämung
machen einer wachsenden Zahl von Mensch en zu schaffen. Einschränkung
in zentralen Lebensbereichen heißt: Die Betroffenen können
abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen
warm halten, geschweige denn unerwartete Ausgaben tätigen. Außerdem
sind arme Menschen häufiger krank und leben in feuchten, schimmligen
Wohnungen, weil beispielsweise das Geld für eine Wohnraumsanierung
fehlt. Chronische Armut nimmt Zukunft. Menschen, die am Limit leben,
haben geringere Aufstiegschancen. Ihre Zukunft wird von der sozialen
Herkunft bestimmt. In Österreich haben Kinder armer Menschen eine
schlechtere Chance auf eine gute Ausbildung - der soziale Status der
Eltern beeinflusst in den meisten Fällen die Bildungs- und damit die
Einkommenschancen der Kinder.
2. Sozialstaatliche Instrumente können soziale Folgen der Krise
bremsen. Die Haushalteinkommen bleiben insgesamt stabil. Die
Einkommensarmut wird sogar reduziert. Ohne Sozialleistungen wären
auch mittlere Haushalte massiv unter Druck und stark
abstiegsgefährdet. Was wir bei der Einkommensmessung aber nicht
sehen, sind die Ausgaben. Besonders die Bereiche Wohnen, Energie und
Ernährung sind inflationsbedingt am stärksten gestiegen. Das sind
genau jene Ausgaben, die in Armutshaushalten den größten Teil des
Monatsbudgets ausmachen.
3. Soziale Schere geht auf. Sowohl innerhalb der Lohneinkommen,
aber besonders was das Vermögen betrifft. Es zeigt sich eine äußerst
hohe Konzentration der Vermögen ganz oben. Die obersten 5% besitzen
die Hälfte des gesamten Vermögens, die untersten 50% gemeinsam bloß
4%.. Erben ist einer der wichtigsten Vermögensquellen. Die
Nationalbank weist darauf hin, dass Besitzer hoher Geldvermögen nur
eingeschränkt erfasst werden. Die tatsächliche Ungleichverteilung ist
demnach noch viel größer.
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