- 20.11.2012, 11:21:17
- /
- OTS0135 OTW0135
LR Ragger: Kärnten springt ein, wo Bund in der Bildung spart
Ministerium agiert realitätsfremd im Bereich Sonderpädagogik - Fehlende Planstellen bezahlt das Land
Utl.: Ministerium agiert realitätsfremd im Bereich Sonderpädagogik -
Fehlende Planstellen bezahlt das Land=
Klagenfurt (OTS/LPD) - "Die Bundesregierung redet gerne von einer
Bildungsoffensive, aber bei der Zuteilung der nötigen Mittel für die
Kinder in Kärntens Pflichtschulen merkt man nichts davon. Die rein
rechnerische Zuteilung geht nicht auf die regionalen Bedürfnisse
ein", stellte heute, Dienstag, Bildungsreferent LR Christian Ragger
fest. Er sieht das Grundproblem darin, dass die Wiener Zentralstellen
ihre Lehrer-Zuteilungen stur nach Kopfzahlen und unrealistischen
Annahmen vornehmen, ohne die Probleme, die an den jeweiligen
Schulstandorten auftreten, zu berücksichtigen.
Insbesondere der Zuteilungsschlüssel in der Sonderpädagogik sei
realitätsfern. So geht der Bund aufgrund der veralteten Berechnung
davon aus, dass in Kärnten rund 1.300 Schüler einen
sonderpädagogischen Förderbedarf benötigen. Tatsächlich sind es aber
2.024, die sowohl in Integrationsklassen als auch in Sonderschulen
unterrichtet und gefördert werden. Somit muss das Land zusätzliche
Sonderpädagogen finanzieren.
Gemeinsam mit Personalreferent LR Harald Dobernig beantragte
Ragger in der heutigen Regierungssitzung 13,5 Millionen Euro, um jene
Lücken schließen zu können, die der Bund durch die unzureichende
Finanzierung der Schulen verursacht. Für die 35.687 Schüler in
Kärntens Pflichtschulen werden 4.079 Lehrer benötigt, davon bezahlt
der Bund jedoch nur 3.700, für die restlichen 360 muss das Land
Kärnten aufkommen.
Die Gründe für den Zusatzbedarf an Lehrern liegen neben der
Sonderpädagogik insbesondere in den Schülerrückgängen und in den
kleinen Klassen in Kärnten. Kärnten hat im Bundesländervergleich die
kleinsten Klassen. So sitzen in einer Kärntner Volksschule
durchschnittlich 16 Kinder, während der Schnitt österreichweit bei 18
liegt. Ebenso ist das zahlenmäßige Lehrer-Schülerverhältnis eines der
besten in Österreich und zwar kommt in Kärnten ein Lehrer auf
durchschnittlich 8,7 Schüler.
"Wenn die Schülerzahlen sinken, kann man nicht, wie vom
Ministerium gefordert, von einem Jahr aufs andere die Klassenzahl so
reduzieren, dass das gewünschte Lehrer-Schülerverhältnis rauskommt",
meinte der Bildungsreferent. Sogar den 63 Neuen Mittelschulen in
Kärnten, deren Ausbau das Ministerium forciert, würde das Ministerium
eine Mangelwirtschaft verordnen. Statt der notwendigen 1.525
Planstellen bekämen sie nur 1.462. Auch diese fehlenden Planstellen
bezahlt das Land.
Benachteiligt werde Kärnten auch bei der Sprachförderung. Für
Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache stellt der Bund 578
Planstellen zur Verfügung, aber nur 12,3 Stellen in Kärnten (2,5
Prozent). Auch hier muss das Land sieben zusätzliche Fachkräfte
engagieren. "Sprachkompetenz muss ein Schwerpunkt unserer
Bildungspolitik sein. Daher stellen wir weitere sieben Lehrkräfte für
Schulen zur Verfügung, welche im Rahmen von Schulversuchen einen
besonderen Schwerpunkt auf Fremdsprachen (Englisch, Italienisch)
setzen", betonte Ragger.
(Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKL






