• 16.11.2012, 11:00:39
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VKI/EVZ: Skipässe deutlich teurer als im Vorjahr

Durchschnittliche Teuerung von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - 30 Prozent seit der ersten Erhebung im Jahr 2003

Utl.: Durchschnittliche Teuerung von 3,9 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr - 30 Prozent seit der ersten Erhebung im Jahr 2003=

Wien (OTS/VKI) - Rechtzeitig zum Saisonstart präsentierten das
Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) und der Verein für
Konsumenteninformation (VKI) heute bei einer Pressekonferenz die
Skigebiete-Preiserhebung.

Zum mittlerweile zehnten Mal wurde die Erhebung österreichweit
durchgeführt. Zusätzlich wurden in der bis dato umfassendsten
Erhebung des VKI und des EVZ die Preise von rund 400
Wintersportgebieten in 22 europäischen Ländern für die Saison
2012/2013 erfasst. Neben Angeboten für Alpinski wurden erstmals auch
Langlauf- und Indoor-Angebote erhoben.

80 der 400 Skigebiete finden sich in Österreich. Hier gab es im
Vergleich zum Vorjahr einen starken Preisschub. Die durchschnittliche
Teuerung der 6-Tage-Karte für Erwachsene lag bei 3,9 Prozent und
damit über der Inflation. "Skifahren wird damit für viele zum Luxus.
Das gilt nicht nur für die von uns festgestellte Preissteigerung,
sondern auch für die mangelnde Flexibilität hinsichtlich der
Preisgestaltung bei Skiverbünden. Hier sind oft automatisch mehrere
hundert Pistenkilometer zu einem entsprechend höheren Preis
inkludiert, ob man das will oder nicht", kritisiert
VKI-Geschäftsführer Dr. Josef Kubitschek. "Insbesondere für Familien
mit kleinen Kindern, die auch mit der lokalen Piste ihr Auslangen
finden würden, wäre eine flexiblere preisliche Staffelung
wünschenswert", ergänzt Projektleiter Mag. Peter Blazek.

Im europaweiten Vergleich sind je nach Pistenkilometeranzahl
Destinationen in der Schweiz, Österreich und auch Italien verstärkt
unter den teuersten Skigebieten zu finden", erläutert Mag. Georg
Mentschl, Leiter des Europäischen Verbraucherzentrums in Österreich.
"Preisgünstige Optionen bieten für Skifahrer aus dem Osten
Österreichs alternativ auch Skigebiete in Tschechien und der
Slowakei."

EVZ - Europaweiter Preisvergleich

Die europaweite Erhebung wurde in Zusammenarbeit mit den
Europäischen Verbraucherzentren in den jeweiligen Ländern
durchgeführt. Anders als im nationalen Vergleich wurden keine
Ermäßigungen für Familienpakete, sondern ausschließlich die Preise
für Tageskarten erfasst. Für Skifahrer aus dem Osten Österreichs, für
die elf bis 25 Pistenkilometer ausreichend sind, stellen Skigebiete
aus der Slowakei und Tschechien eine mögliche, preisgünstige Option
dar. Vier der fünf billigsten Skigebiete sind dort zu finden
(Tageskarte für Erwachsene: 20 bis 23,40 Euro).

Bei Skigebieten mit 51 bis 100 Pistenkilometer belegt ein
österreichisches Skigebiet Platz 5 der günstigsten Skigebiete im
europaweiten Vergleich: Reschenpass/Nauders (36 Euro/Tageskarte
Erwachsener). In dieser Kategorie nehmen zwei Schweizer Skigebiete
die vordersten Ränge der teuersten Skigebiete ein: Flumserberg (50
Euro) und Motta Naluns/Scuol (45,80 Euro). Auf Platz drei landet das
Salzburger Skigebiet Schmittenhöhe mit 44,50 Euro pro Tageskarte.

Starker Preisschub

In vielen österreichischen Skigebieten sind die Skipässe deutlich
teurer als in der letzten Saison. Die 6-Tage-Karte für Erwachsene
kostet durchschnittlich um 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Nur in
einigen wenigen Gebieten sind die Skipasspreise im Vergleich zum
Vorjahr unverändert geblieben (z.B. Emberger Alm, Kärnten). Etwas
günstiger wurde bei den 6-Tage-Tarifen für Erwachsene - unter
Berücksichtigung der Gästekartenermäßigung - lediglich die Turracher
Höhe (Kärnten/Steiermark) mit 192 statt 194 Euro.

Die Preise für eine 6-Tage-Karte für einen Erwachsenen stiegen
seit dem Beginn der Preiserhebungen vor zehn Jahren um
durchschnittlich rund 30 Prozent.

Die günstigsten und die teuersten österreichischen Skigebiete
Wer mit weniger Pistenkilometern zufrieden ist, kann die Urlaubskasse
schonen: In den zehn preiswertesten Gebieten der Preiserhebung kostet
das Familienpaket 6-Tage-Karten zwischen 274 Euro (Wenigzell,
Steiermark) und 408 Euro (Petzen, Kärnten). All diese Gebiete sind
klein (7 bis 23 Pistenkilometer), die meisten davon zudem relativ
niedrig gelegen. Nur auf der Muttereralm und dem Rangger
Köpfl/Oberperfuss (beide Tirol) bzw. auf der Weinebene
(Kärnten/Steiermark) reichen die Pisten bis 1.800 Meter Seehöhe oder
darüber.

Im Ranking der teuersten Skigebiete finden sich wie in den
Vorjahren SkiArlberg (Vorarlberg) und Sölden (Tirol) an oberster
Stelle. Diese können allerdings mit entsprechender Größe und
Ausstattung aufwarten. Die 6-Tage-Karten im Familienpaket kosten 791
Euro (SkiArlberg) bzw. 773 Euro (Sölden). SkiArlberg bietet 283,
Sölden 150 Pistenkilometer inklusive drei per Seilbahnen erschlossene
Dreitausender.

Preisstaffelung bei Skiverbünden wünschenswert

In eigenständigen Gebieten gelten die Skipässe nur für die lokalen
Pisten. Gehört ein Skigebiet einem Verbund an, gelten
Mehr-Tage-Karten meist ab eineinhalb oder zwei Tagen sehr häufig
automatisch für sämtliche Skigebiete dieses Verbunds. "Dieses Angebot
ist in der Regel auch entsprechend teurer. Wer es nicht nutzt,
bezahlt den höheren Preis umsonst. Jeder sollte wählen können
zwischen moderaten Preisen für ein lokales Skigebiet und den höheren
Preisen für eine ganze Region. Hier würden wir uns größere
Flexibilität seitens der Skiverbünde wünschen", so Projektleiter Mag.
Peter Blazek.

Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Kristberg (Verbund
Silvretta Montafon, Vorarlberg). Hier werden Mehr-Tage-Karten auch
nur für die lokalen Lifte angeboten. Das Familienpaket 6-Tage-Karten
kostet für den Kristberg (8,5 Pistenkilometer) 435 Euro, für den
Verbund Silvretta Montafon (246 Pistenkilometer) 672 Euro.

Tipps des EVZ-Experten Georg Mentschl:

- Ermäßigungen. Erkundigen Sie sich vorab, welche Ermäßigungen es im
gewünschten Urlaubs-Skigebiet gibt und welche Unterlagen (z.B.
Gästekarte) dazu erforderlich sind.

- Versicherung. Klären Sie vorab, ob - etwa über
Autofahrerorganisationen oder die Kreditkarte - ein ausreichender
Versicherungsschutz besteht oder ob eine zusätzliche Versicherung
benötigt wird. Dies gilt umso mehr bei Reisen ins Ausland.

- e-card: Beim Urlaub im Ausland immer die e-card mit der
Europäischen Krankenversicherungskarte auf der Rückseite mitführen.
Rechnungen von Ärzten oder Spitälern zu Dokumentationszwecken
unbedingt aufheben.

Eine Gesamttabelle der Preiserhebung gibt es auf www.konsument.at
sowie auf der Homepage des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ)
www.europakonsument.at.

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