LR Ragger: Hundstorfer-Modell kostet Kärnten mindestens drei Mio. Euro

Verlust von über 100 Helfern im Sozialbereich - Weiterer Nachteil für ländlichen Raum

Klagenfurt (OTS/LPD) - "Wenn die Wehrpflicht und der Zivildienst abgeschafft werden und das Sozialjahr-Modell von Sozialminister Rudolf Hundstorfer kommt, entstehen für das Land Kärnten Mehrkosten von mindestens drei Millionen Euro", teilte Kärntens Sozialreferent LR Christian Ragger heute, Freitag, mit.

Von dem Kontingent, welches der Minister benannt hat, würden Kärnten etwa 450 bis 480 Plätze zur Verfügung stehen. 120 bis 150 Stellen, in Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen, beim Roten Kreuz oder in Spitälern, die derzeit von Zivildienern eingenommen werden, könnten damit nicht besetzt werden. Ihre Finanzierung wäre eine zusätzliche Belastung für das Kärntner Sozialbudget. Ragger vermisst auch klare Aussagen des Ministeriums, wie von Hundstorfer, wie die Grundausbildung der künftigen Sozialhelfer gestaltet werden soll und vor allem, wie die Finanzierung aussehen werde.

Ein großer Verlierer wäre auch der ohnehin benachteiligte ländliche Raum. Denn laut dem Hundstorfer-Modell gäbe es in Zukunft keine Betriebshelfer, welche auf Bauernhöfen eingesetzt werden, die durch einen Krankheits- oder Unglücksfall in ihrer Existenz gefährdet sind. Lücken entstünden auch bei der Feuerwehr, bei der ebenfalls Zivildiener zum Einsatz kommen.

"Es bleiben jedenfalls viele Fragen im Zusammenhang mit dem Ersatzmodell für den Zivildienst offen. Daher ist es unverständlich, dass Hundstorfer und all seine Unterstützer das bewährte Konzept des Zivildienstes aufgeben will. Die Bundesländer werden es sich nicht gefallen lassen, dass ihnen deshalb zusätzliche Kosten aufgebürdet werden. Bei ihnen allen geht es um insgesamt rund 60 Millionen Euro", erklärte Ragger, der auch überzeugt ist, dass bei der Volksbefragung im Jänner eine Mehrheit für die Beibehaltung der Wehrpflicht eintreten werde.
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