- 16.11.2012, 09:19:35
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Studie: Ökologische Nachhaltigkeit rechnet sich für Österreichs Unternehmen
WWF CLIMATE GROUP und KPMG befragen Wirtschaft zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Utl.: WWF CLIMATE GROUP und KPMG befragen Wirtschaft zu Klimaschutz
und Nachhaltigkeit=
Wien (OTS) - Ökologische Nachhaltigkeit rentiert sich. Davon sind 80
Prozent der heimischen Unternehmen überzeugt. Integrierte
Nachhaltigkeitsprogramme mit quantitativen Zielen und klaren
Verantwortlichkeiten sind dennoch rar. Das zeigt die Studie
"Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012" von WWF CLIMATE GROUP und
KPMG. Die Hälfte der Unternehmen hält negative Auswirkungen auf den
eigenen Betrieb durch die Folgen des Klimawandels für wahrscheinlich.
98 Prozent vermissen klare nationale politische Vorgaben.
Die Studie "Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012" erhebt bereits das
dritte Jahr in Folge die Meinung österreichischer Unternehmen zur
internationalen Klimapolitik, deren Umsetzung auf EU- sowie
nationaler Ebene und zu unternehmensinterner Nachhaltigkeit. Befragt
wurden 137 Unternehmen aller Branchen und Größen in ganz Österreich.
"Das Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012 belegt den dringenden
Handlungsbedarf seitens der Politik. Österreichs Unternehmen
vermissen klare Vorgaben zum Klimaschutz. Gefragt sind dringend
verbindliche CO2-Reduktionsziele, klare Rahmenbedingungen für die
Wirtschaft und effektive politische Maßnahmen - insbesondere im
Hinblick auf die in einer Woche startenden und für ein
Kyoto-Folgeabkommen entscheidenden Weltklimakonferenz in Doha",
betont Gerald Steindlegger, Geschäftsführer des WWF Österreich.
Ökologische Nachhaltigkeit rentiert sich für 80 Prozent der
Unternehmen
Insgesamt 80 Prozent der Studienteilnehmer sind davon überzeugt, dass
sich gelebte ökologische Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen auch
wirtschaftlich rentiert - u.a. durch neue Marktchancen, Ressourcen-
und Energieeinsparungen. Allerdings erst 37 Prozent der befragten
Unternehmen verfolgen interne Nachhaltigkeitsprogramme mit
quantitativen Zielen und klaren Verantwortungsbereichen. "In diesen
Firmen ist Nachhaltigkeit ein Teil der Unternehmensstrategie. Das
Nachhaltigkeitscontrolling erfolgt bereits auf hohem Standard mittels
Key Performance Indicators, regelmäßiger Updates an die
Geschäftsführung und externer oder interner Datenprüfungen", erklärt
KPMG-Partner Gert Weidinger.
In der Mehrheit der Unternehmen ist das Nachhaltigkeitsprogramm noch
nicht so fortgeschritten, es gibt vorwiegend qualitative Ziele.
Sieben Prozent der Unternehmen geben an, derzeit gar kein
Nachhaltigkeitsprogramm umzusetzen. Was hingegen positiv auffällt:
"Nachhaltigkeitsthemen gewinnen auf Geschäftsführungsebene einen
zunehmenden Stellenwert. In 74 Prozent der befragten Unternehmen
liegt die höchste Verantwortung für Nachhaltigkeit bei der gesamten
oder einem Mitglied der Geschäftsführung", so KPMG-Partner Peter
Ertl.
Hauptanreiz für Nachhaltigkeitsprogramme: "Das Richtige zu tun"
Die drei wichtigsten Anreize für nachhaltiges Handeln im Unternehmen
sind laut Studie die eigenen Unternehmenswerte und die Absicht "Das
Richtige zu tun" (57 Prozent), gefolgt von den positiven Auswirkungen
auf die Mitarbeiter (41 Prozent) und den Interessen von Aufsichtsrat,
Eigentümern oder Investoren (39 Prozent). Nicht börsennotierte
Unternehmen beurteilen den Druck von Eigentümerseite fast doppelt so
hoch (44 Prozent) als börsennotierte Unternehmen (22 Prozent). Für
jeweils mehr als ein Drittel der Befragten zählen Reputations- und
Brand-Management sowie Innovations- und Chancenmanagement zu den drei
relevantesten internen Faktoren für nachhaltiges Handeln.
Wirtschaft will schärfere Klimaziele
85 Prozent der Studienteilnehmer erachten es für sinnvoll, die
Klimaschutzziele auf EU-Ebene zu verschärfen und die CO2 -Reduktion
von 20 auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020 anzuheben. Die Hälfte dieser
Befragten allerdings nur unter der Voraussetzung, dass keine
Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Staaten (USA, China, Indien
etc.) entstehen. Die Erreichbarkeit der internationalen
Klimaschutzziele wird von den heimischen Unternehmen allerdings auch
im dritten Studienjahr pessimistisch eingeschätzt. Nur 20 Prozent
halten es für realistisch, den Klimawandel unter der entscheidenden
Zwei-Grad-Celsius-Grenze zu stabilisieren und so die schlimmsten
Folgen für Menschen und Natur zu verhindern. Mehr als die Hälfte (58
Prozent) stuft diese Begrenzung des durchschnittlichen globalen
Temperaturanstiegs um maximal zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2050 als
schwer erreichbar ein.
Zur Studie
An der Studie "Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012" nahmen
Geschäftsführer und Führungskräfte von 137 Unternehmen aller Branchen
und Unternehmensgrößen aus ganz Österreich teil. Schwerpunkte bilden
der Finanz- und Versicherungssektor (14 Prozent), der Sektor
Industrieprodukte, Anlagen- und Maschinenbau (13 Prozent),
Dienstleistung (12 Prozent) und der Handel (11 Prozent). 16 Prozent
der Unternehmen sind an der Börse notiert, zwei Drittel haben mehr
als 250 Mitarbeiter. Die Befragung erfolgte im Oktober 2012 mittels
elektronischem Fragebogen. Erhoben wurden die Meinungen der
Unternehmen zur internationalen Klimapolitik, zu deren Umsetzung auf
EU- sowie nationaler Ebene und zu individuellem
Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen. Die Studie ist ein
Kooperationsprojekt der Unternehmensplattform WWF CLIMATE GROUP und
des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. 2012 wurde
die Erhebung bereits das dritte Jahr in Folge durchgeführt.
WWF CLIMATE GROUP: Grüne Lösungen aus der Wirtschaft
Die WWF CLIMATE GROUP ist eine der bedeutendsten privaten
Klimaschutzinitiativen Österreichs. Die Plattform klimafreundlicher
Unternehmen wurde 2007 vom WWF gegründet. Zu den aktuell acht
Mitgliedern in Österreich zählen das Einrichtungsunternehmen IKEA,
der Finanzdienstleistungskonzern Allianz, das
Telekommunikationsunternehmen A1 Telekom Austria, der
Getränkehersteller Pfanner, der internationale Technologiekonzern
Fronius, der Drogeriefachhändler dm drogerie markt, der
Finanzdienstleister Erste Group und der Lebensmitteleinzelhändler
SPAR. Die Unternehmen verbindet das Ziel, ihre CO2-Emissionen
innerhalb von drei Jahren um 15 Prozent zu reduzieren,
Bewusstseinsbildung bei Kunden und Mitarbeitern sowie
klimafreundliche Angebote und Aktivitäten zu fördern. Gemeinsam
erreichen die Mitglieder der WWF CLIMATE GROUP derzeit rund 65.000
Mitarbeiter und 20 Millionen Kunden in Österreich. Weitere
Informationen unter www.climategroup.at.
KPMG
Als Verbund rechtlich selbstständiger, nationaler Mitgliedsfirmen ist
KPMG International Cooperative ("KPMG International") mit ca. 145.000
Mitarbeitern in 152 Ländern eines der größten Wirtschaftsprüfungs-
und Beratungsunternehmen weltweit. In Österreich ist KPMG eine der
führenden Gruppen in diesem Geschäftsfeld und mit rund 1.000
Mitarbeitern an acht Standorten präsent. Die Unternehmensleistungen
sind in die Geschäftsbereiche Prüfung (Audit) und Beratung (Advisory
& Tax) getrennt. Im Mittelpunkt von Audit steht die Prüfung von
Konzern- und Jahresabschlüssen. Tax steht für die steuerberatende
Tätigkeit von KPMG. Der Bereich Advisory bündelt hohes fachliches
Know-how zu betriebswirtschaftlichen, regulatorischen und
transaktionsorientierten Themen. Weitere Informationen unter
www.kpmg.at
Studie zum Download auf www.wwf.at/presse
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