- 16.11.2012, 08:59:34
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FMA vs. GEA: Grundlegende Lösung muss Bankensektor einbeziehen
Alternative Finanzierungsformen erleichtern / Banken auf Kernaufgaben beschränken
Utl.: Alternative Finanzierungsformen erleichtern / Banken auf
Kernaufgaben beschränken=
Wien (OTS) - Der Konflikt der Finanzmarktaufsicht (FMA) mit dem
Waldviertler Schuhunternehmer Heini Staudinger (GEA) offenbart die
Grundprobleme des heutigen Bankensystems. Banken erfüllen ihre
Kernaufgabe - die Umwandlung von Spargeldern in günstige Kredite für
lokale Unternehmen und Haushalte - nur mehr ungenügend. "Es geht den
betroffenen Unternehmen nicht um Bequemlichkeiten sondern um
Notsituationen. Gleichzeitig wollen immer mehr Menschen wissen, wo
ihr Geld investiert ist und suchen nach alternativen Anlageformen",
erklärt Karin Küblböck von Attac Österreich. Eine grundlegende Lösung
muss daher nach Ansicht von Attac den Bankensektor einbeziehen.
Dieser muss auf seine Kernaufgaben beschränkt werden.
Für Attac ist zunächst der Gesetzgeber gefordert, alternative
Finanzierungsformen sowie die Gründung von Genossenschaften zu
vereinfachen. Die vorhandenen Möglichkeiten sind für kleine
Unternehmen oder Projekte nicht finanzierbar. "Gerade vor dem
Hintergrund von Basel II/III müssen die Menschen bessere
Möglichkeiten erhalten, lokale Betriebe und alternative Projekte zu
unterstützen", fordert Küblböck. Die Sicherheit für Anleger muss
dabei aufrechterhalten werden. Attac kritisiert, dass in den aktuell
von der FMA akzeptierten Modellen im Insolvenzfall Kleinanleger
gegenüber Banken und Lieferanten nachrangig behandelt werden.
Zwtl. Banken auf Kernaufgabe beschränken
Eine grundlegende Lösung muss nach Ansicht von Attac vor allem den
Bankensektor einbeziehen. Um seine Funktion als Dienstleister für die
Wirtschaft erfüllen zu können, muss der gesamte Bankensektor auf
seine Kernaufgabe - das Einlagen- und Kreditgeschäft - beschränkt
werden. Banken sollen gemeinnützige, nicht gewinnorientierte Ziele
verfolgen. Das Ziel der Profitmaximierung hat die Banken von ihren
angestammten Aufgaben weggeführt. Zudem müssen systemrelevante Banken
zerteilt und das Investmentbanking vom Kundengeschäft getrennt
werden. "Ein fataler Mix aus Gewinnmaximierung, politischer
Instrumentalisierung und unzureichender Kontrolle ist für die
aktuelle Bankenkrise verantwortlich", erklärt Küblböck.
Attac kritisiert FMA
Attac kritisiert auch das Vorgehen der FMA: "Anstatt eine Klage nach
der anderen einzureichen hätte die FMA auch an die Politik
appellieren können, Lösungen für die vorhandenen Probleme zu
schaffen. Die FMA muss sich die Frage gefallen lassen, ob es ihnen
darum geht, das Bankengeschäft für die Banken zu retten und
Alternativen abzudrehen. Dieselbe vehemente Vorgehensweise wäre
jedenfalls in den letzten Jahren bei Großbanken wünschenswert gewesen
und hätten den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern Milliarden
erspart", kritisiert Küblböck.
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