- 14.11.2012, 14:53:08
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Brunner zu World Energy Outlook 2012: "Politik darf beim Klimaschutz nicht versagen."
Natur gibt die Grenzen des Energieverbrauchs vor
Utl.: Natur gibt die Grenzen des Energieverbrauchs vor=
Wien (OTS) - Die Internationale Energieagentur IEA hat den World
Energy Outlook 2012 vorgestellt. Aus Sicht der IEA wird der globale
Energieverbrauch bis 2035 um mehr als ein Drittel steigen. Die
Treibhausgas-Emissionen führen dann zu einer mittleren globalen
Erwärmung von 3,6GradC. Die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner
sieht darin ein düsteres Szenario: "Eine globale Erwärmung von mehr
als 2GradC führt zu katastrophalen Folgen. Ab dieser Grenze treten
natürliche Effekte ein, die die Erwärmung weiter beschleunigen und
verselbständigen. Deswegen haben sich alle Regierungen darauf
geeinigt, die 2GradC-Grenze einzuhalten. Die Politik versagt vor der
Wirtschaft, wenn wir diesen Beschluss nicht umsetzen."
Die einzige Möglichkeit die 2GradC-Grenze einzuhalten, sieht Brunner
darin, Kohlenstoffvorräte in der Erde zu belassen. Erneuerbare
Energien dürfen nicht allein dazu dienen, einen immer größeren
Verbrauch an Energie zu decken. Die Ökoenergie müsste auch fossile
Brennstoffe verdrängen. Neue Öl- und Gasreserven würden "die
Leidenszeit nur verlängern und Probleme aufschieben und vergrößern",
meint Brunner und weiter: "Öl- und Gasquellen, die heute erschlossen
werden, hätten noch vor 20 Jahren niemanden interessiert.
Schiefergase, Teersande oder Offshore-Ölquellen bedeuten maximalen
Aufwand, hohes Risiko, großflächige Naturzerstörung und
eine minimale Energieausbeute. Diese Fördertechniken lohnen sich
wirtschaftlich auch nur dann, wenn die Preise für fossile Rohstoffe
noch weiter steigen." Die Grüne Abgeordnete fordert daher, die
Förderung von Schiefergas in Österreich zu verbieten.
Laut IEA-Bericht wurden fossile Energien wie Öl, Kohle und Gas im
Jahr 2011 mit 523 Milliarden US-Dollar subventioniert. Das sind 70
Prozent mehr als zwei Jahre zuvor und sechs Mal so viel, wie
erneuerbare Energien im Jahr 2011 erhalten haben. Brunner: "Immer
mehr Staaten ruinieren ihre Staatshaushalte, um eine scheinbar
billige Energiewelt vorzugaukeln. Das löst aber keine
wirtschaftlichen und sozialen Probleme, sondern verschiebt sie nur um
wenige Jahre." Auch Österreich ist von fossilen Brennstoffen
abhängig. 2011 haben Staat, Haushalte und Industrie fast 16
Milliarden Euro für Energieimporte ausgegeben, sechs Milliarden mehr
als zwei Jahre zuvor. "Ich fordere von der Bundesregierung, die
Abhängigkeit von Öl und Gas im Verkehrs- und Gebäudesektor drastisch
zu verringern", hält Brunner fest.
Doch es gebe auch Hoffnung, meint die Grüne Umweltsprecherin. "Die
IEA-Prognosen waren in der Vergangenheit häufig falsch. Der Ölpreis
und die Leistung der Solarenergie sind heute fünf Mal so hoch, wie
von der IEA vorhergesagt." Am 2GradC-Ziel will die Brunner daher auch
bei den Klimaverhandlungen im Dezember in Doha (Katar) festhalten.
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